Zwischen DM, Bundesliga und Diplomarbeit nahm sich Roman Spitko Zeit, die Fragen von BadZine.de zu beantworten.
Herzlichen Glückwunsch zur Deutschen Meisterschaft im Herrendoppel und zum zweiten Platz im Einzel. Würdest du dieses Turnierergebnis als den größten Erfolg in deiner Karriere bezeichnen?
Nein, das war ein schöner Erfolg auf jeden Fall. Denke aber, dass das Viertelfinale Malaysia Open 2006 noch um einiges höher einzustufen ist. Damals hab ich auch eine bessere Leistung abgerufen. Bei der DM war ich mit meiner Leistung nicht ganz zufrieden, aber das hat seine Gründe. Allerdings ist es schon sehr erfreulich, dass es zum Titel gereicht hat.
Habt ihr euch im Doppel als Favoriten gefühlt? Seid ihr nervös geworden, als Thorsten Huckriede und Mike Joppien den zweiten Satz knapp gewonnen haben?
Nein, eigentlich nicht, denn wir wussten, was wir tun wollen. Wir sind nur ein wenig aus dem Konzept gekommen im zweiten Satz. Allerdings haben die Jungs auch hervorragend gespielt im Zweiten. Im Dritten haben wir wieder klar nach der Vorgabe gespielt und dann hat es auch wunderbar geklappt!
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Konzentriert zum Meistertitel: Michael Fuchs und Roman Spitko.
Mir fällt auf, das Michael und du euch zwischen den Ballwechseln kleine Konzentrationspausen nehmt, in denen ihr die Gegner beobachtet. Ist das eine Methode, um die Emotionen nach dem Ballwechsel wieder etwas runterkommen zu lassen?
Nein, das ist eher eine Konzentrationsphase, in der wir uns die Taktik anhand der letzten Ballwechsel für die nächsten Ballwechsel überlegen und die dann absprechen. Dafür ist es auch wichtig die Gegner zu beobachten, im Bezug auf deren Verhalten, etc...
Die Kombination Einzel und Doppel ist ja eher selten, was sind bei dir die Gründe, dass du diese beiden Disziplinen spielst?
Beides läuft gut und einigermaßen erfolgreich! Und was ist daran anders als wenn man z.B. Doppel und Mixed spielen würde? Sind auch nur zwei Disziplinen.
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Bei den ersten beiden Super Series Turnieren in Malaysia und Korea hattest du im Einzel und im Doppel tolle Ergebnisse. Kannst du uns zu deinen Spielen, zu der Stimmung in den beiden Badmintonverrückten Ländern, zu den Reisestrapazen etwas erzählen?
Die Anreise war schon extrem. Sind Montag erst um 23.30 Uhr im Hotel gewesen. Nächsten Morgen um neun Uhr stand ich auf dem Feld. Erste Runde Quali. Mit ner 17 Stunden Anreise in den Beinen. Allerdings hab ich mich drauf eingestellt. Dann gings so einigermassen. Aber das Einzel ging verloren. War trotz der Umstände zufrieden.
Doppel lief dann echt super. Haben zwei Superspiele gemacht. Gegen die Indonesier Hendra Gunawan/Riyadi gewonnen und knapp gegen Clark/Blair in drei Sätzen verloren. Wahrscheinlich war das endlich mal der Lohn für das harte Training.
Das schöne war dann, dass es in Korea so weiter ging. Angefangen mit dem Herreneinzel. 3 Spiele, 8 Sätze in 6 Stunden immer gegen ausgeruhte Koreaner. In Korea! Immer Linienentscheidungen für Korea und gegen alle anderen. Das war sehr sehr hart. Aber ich hab mich durchgebissen. Danach dann noch gegen Eric Pang gewonnen im Hauptfeld. Das war dann schon sensationell! Abends dann noch gegen Kien Keat Koo/Boon Heong Tan, die eine Woche zuvor Malaysia Open ohne Satzverlust gewonnen haben, wieder stark gespielt und in 3 Verloren. Also die Leistung der Vorwoche bestätigt. Das war schon echt super!
Am nächsten Tag gegen Roslin Hashim war dann irgendwie der Akku leer. Und leider hat der sich auch bis zur DM nicht mehr aufgeladen. Deswegen bin ich auch bedingt durch das jet lag eigentlich schon im ersten Spiel an der DM auf dem Zahnfleisch dahergekrochen.
Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an meine Physios. Die haben das echt sehr gut hinbekommen!
Noch kurz zur Atmosphäre in Malaysia. Am ersten Tag war die Halle schon komplett ausverkauft. Die Veranstalter stellten dann Leinwände auf dem Parkplatz vor der Halle auf. Unzählige Zuschauer genossen dort ein "public viewing".
Echt Wahnsinn. Super Stimmung obendrein!
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Jubel nach dem Sieg in Bielefeld.
Wie sind die Super Series Turniere im Vergleich zu den bisherigen Grand Prix Turnieren? Hat sich da z.B. in Malaysia zum Vorjahr wesentliches geändert?
Kleinere Hauptfelder. Ansonsten sind auch nur die gleichen Gesichter zu sehen...Vom Ablauf hat sich eigentlich gar nix geändert. Ausser ein paar Werbebanden auf denen jetzt Super Series steht!
In Malaysia und Korea haben die Asiaten dominiert - mit Ausnahme vom Mixed und von Peter Gade waren die Europäer in den Endrunden kaum vertreten. Glaubst du, dass sich das bei den drei Turnieren German Open, All England und Swiss Open ändern kann?
Wird schwer. Asien dominiert bis auf wenige Ausnahmen einfach den Badmintonsport!
Malaysia scheint im Herrendoppel wieder stark im Kommen zu sein, während die Chinesen im Vergleich zu den anderen Disziplinen im Herrendoppel nur ein Duo in der absoluten Weltspitze haben. Es gibt auch keine Seriensieger wie im Damendoppel. Ist das Herrendoppel aus deiner Sicht insgesamt ausgeglichener oder einfach unberechenbarer?
Es ist einfach super ausgeglichen. Da können so viele Paare gewinnen. Die liegen da oben alle ganz nah beisammen.
Hättest du gerne ein Super Series Turnier in Deutschland?
Ja klar. Am besten wäre es wenn ich da weit kommen würde!
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Highspeed bei der WM in Madrid: Roman Spitko.
Bei der WM in Madrid war ich bei Eurem Thriller gegen die Franzosen mit 30:28 im dritten Satz ja direkt am Feld, was ist Dir von der WM in Erinnerung geblieben?
Riesen Erlebnis. Bisschen nervös gewesen, weils auch die erste WM für mich war. Und natürlich das Nervenspiel in der ersten Runde.
Ich kann mich erinnern, dass du früher bei den SüdOstdeutschen Meisterschaften alle drei Disziplinen gespielt hast. Jetzt spielst du Einzel und Doppel, seit der WM war kaum Pause. Verkraftest du diese Doppelbelastung gut?
Ging so. Hatte auch sehr viel Stress an der Uni. Und weil alles bisschen viel war, ging auch meine Leistung deutlich runter. Das endete damit, dass ich mich nach den Danish Open in der Bundesliga verletzt habe. Aber vielleicht tat diese Pause einfach nur gut. Denn da hab ich neue Kraft sammeln und meinen Kopf frei machen können. Das war im nachhinein sehr wichtig.
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Im Dauereinsatz international und in der Bundesliga.
Einige aus dem Nationalteam kämpfen mit Verletzungen. Hast Du auch Probleme gehabt durch den Dauereinsatz in internationalen Turnieren und Bundesliga seit der WM?
Ja, s.o. - drei Wochen Pause. Die Sehnenansätze im Knie waren entzündet.
Achtest Du im Training speziell darauf, Dich nicht überzubelasten? Verletzungen von Spitzenspielern sind ja oft auch durch zu hartes Training bedingt.
Ja, aber ohne Training auch keine Leistung. Deswegen viel bringt viel! Von nix kommt nix! Aber, manchmal ist weniger auch mehr! Der Mix macht es also aus!
Thomas Mayer aus Friedrichshafen sagte mir bei der DM, du würdest Deine Körpergröße äußerst effizient einsetzen. Hast du einen speziellen Trainingsplan oder hast du andere Spieler wie z.B. Thomas Johansson beobachtet?
Hab eigentlich keinen speziellen Trainingplan für diese Sache. Wahrscheinlich nutze ich meine Größe unterbewusst und aus reiner Bequemlichkeit. Wer läuft schon gerne doppelt so viel, wenns auch leichter geht?
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Wichtig: Konzentration auf den Aufschlag.
Kannst du dich momentan aufs Badminton konzentrieren bzw. was machst du zur Zeit bzgl. Ausbildung oder Beruf?
Arbeite gerade an meiner Diplomarbeit die bald fertig sein muss. Das nimmt schon sehr viel Zeit in Anspruch! Sehr sehr viel! Zu viel!
Wenn du nur einen Tipp geben darfst, was im (Herren-)Doppel das Wichtigste ist, worauf unsere Leser achten sollen, welcher wäre das?
Flach spielen, hoch gewinnen! Im Ernst, Aufschlag und Aufschlag Annahme und dritter Schlag! Das ist das A und O!
Und der fieseste Trick, denn du selber natürlich nie angewendet hast?
Alles hoch raus, und dann nen Sahnetag in der Abwehr haben!