Hallo Tim, schön, dass du zwischen vielen Turnieren, Mannschaftsspielen, dem Training und noch weiteren Terminen für ein Interview zur Verfügung stehst. Am Wochenende geht es endlich wieder in der Bundesliga rund.
Die Badmintonfans in Berlin freuen sich schon besonders auf Sonntag, 14.00 Uhr. Gegen Bischmisheim habt ihr aus dem Hinspiel noch etwas gut zu machen. Was hast du dir persönlich und was habt ihr als Team euch vorgenommen?
Ja richtig, im Hinspiel war wirklich der Wurm drin. So weit ich mich richtig erinnere, gingen direkt die ersten vier Spiele hauchdünn im Entscheidungssatz verloren. Anschließend war es natürlich schwer, solche Niederlagen zu kompensieren. Genau deshalb werden wir in meiner Heimatstadt Berlin natürlich alles daran setzen, den Spieß umzudrehen. Infolge dessen wäre es natürlich auch toll, wenn es gleich mit den beginnenden Doppeln klappen könnte. Persönlich jedoch, muss ich mir derzeit ein kleines Formtief eingestehen, da ich in letzter Zeit wegen eines Umzugs und bevorstehender Klausuren selten 100% konzentriert im Training arbeiten konnte. Ich bin mir aber sicher, dass dies die Zuschauer in der Samariterstraße durch tobenden Beifall wieder wettmachen können.
Letzte Woche standen die Deutschen Meisterschaften auf dem Programm. Im Herren-Doppel bist du mit Johannes Schöttler leider bereits im Viertelfinale ausgeschieden. Berliner Fans vermuten natürlich, dass ihr euch für das harte Bundesligawochenende geschont habt. Was war tatsächlich der Grund? Habt ihr die Niederlage analysiert?
Ja, das war schon ärgerlich. Als an Platz eins Gesetzter im Viertelfinale auszuscheiden, ist natürlich nicht unbedingt glorreich. Dennoch muss man auch zugeben, dass unsere Gegner an diesem Tag einfach die Besseren auf dem Feld waren. Zu keinem Zeitpunkt konnten wir richtig unser Angriffsspiel aufbauen und selbst unsere normalerweise recht starken ersten drei Schläge waren viel zu unkontrolliert. Analysiert haben wir das Spiel aber eher weniger, da Johannes und ich uns sicher sind, dass dies nach unseren Klausuren mit einem freien Kopf wieder besser klappen wird.
Mit dem dritten Platz im Mixed hinter den in der Weltrangliste besten beiden deutschen Mixed könnt ihr zufrieden sein oder siehst du das anders? Neben der Niederlage im Doppel auch im Mixed gegen Ingo Kindervater zu verlieren ist aber natürlich bitter. Wirst du weiterhin mit Annekatrin Lillie Mixed spielen in den nächsten Monaten und Jahren und was sind eure Ziele?
Das Ergebnis war in Ordnung, aber als Titelverteidiger mit Platz 3 glücklich zu sein, entspricht natürlich nicht meinen Zielen. Dafür ist mein Ehrgeiz einfach zu groß. Trotzdem muss man im Moment einfach anerkennen, dass unsere Form weit hinter der liegt, die Kathrin und Ingo sowie Birgit und Kristof derzeit präsentieren. Was die Zukunft mit Anne und mir anbelangt, sind durchaus unterschiedlichste Varianten denkbar. Ganz entscheidend ist einfach auch die Meinung der Bundestrainer, schließlich sind sie ja für die Zusammensetzungen neuer Paarungen verantwortlich. Meiner Meinung nach sind wir aber aufgrund unseres Alters mit dem nötigen Engagement eine durchaus erfolgsversprechende Kombination.
Euer Manager bei EBT, Manfred Kehrberg, hat vor der Saison Bonn-Beuel zum Meisterschaftsfavoriten gekürt. Nun sieht man, dass er damit gar nicht so weit weg lag. Es ist wieder sehr eng in der Tabelle und Beuel konnte gegen Bischmisheim diese Saison zwei Mal gewinnen. Wer ist für dich aktuell der Favorit?
Für mich bleibt Bischmisheim dennoch Meisterschaftsfavorit, weil deren Mannschaft einfach im Gegensatz zu den anderen drei Top-Teams über einen deutlich größeren Spielerkader verfügen und somit jeglichen Ausfall kompensieren könnte. Falls es einem der drei Teams gelingt, vollständig gegen die Bischmisheimer anzutreten, ist allet drin.
Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg in beiden Spielen am Wochenende in Regensburg und zu Hause gegen Bischmisheim.
(www.racketsport-berlin.de)