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Bundesliga

21.09.2008 21:30

Bitterer Punktverlust gegen Gifhorn

Von: Pascal Blum

Jenny Wallwork

Jenny Wallwork spielt für Aufsteiger Gifhorn. (Archivfoto: Sven Heise)

Meister Bischmisheim lag am zweiten Spieltag der Badminton-Bundesliga in eigener Halle 1:4 gegen Aufsteiger Gifhorn zurück. Die Saarländer konnten beim 4:4 neun Tage vor dem Start der Bitburger Open noch einen Punkt retten.

Saison-Heimpremiere für den 1.BC Saarbrücken-Bischmisheim. Am zweiten Spieltag der 1. Badminton-Bundesliga empfing der amtierende Deutsche Mannschaftsmeister den Aufsteiger BV Gifhorn. Die Niedersachsen legten einen Saisonstart wie aus dem Bilderbuch hin. Mit einem furiosen 7:1-Auftaktsieg überrollten sie am ersten Spieltag das Team von Fortuna Regensburg. So lautete die heutige Konstellation: Meister gegen Tabellenführer. „Ein 4:4 zu erwarten, wäre absolut vermessen. Wir wollen sehen, dass wir ein oder zwei Spiele gewinnen…“, sagt Gifhorns Coach Hans Werner Niesner noch vor der Begegnung gegenüber der Gifhorner Aller-Zeitung. Zu seiner eigenen Freude sollte der anerkannte Experte sich irren: Mit einem 4:4 entführte sein Team einen Punkt aus dem Saarland.

Eigentlich konnten die Saarländer mit der Punkteteilung noch zufrieden sein. Man kam mit dem sprichwörtlichen blauen Auge davon, denn der Aufsteiger führte schon mit 1:4 beim Serienmeister BCB. Roman Spitko und Michael Fuchs unterlagen den Gifhornern Maurice Niesner/Robin Middelton mit 21:23, 21:18, 17:21. Carola Bott/Johanna Persson zogen gegen Olga Konon und Jennifer Wallwark mit 21:19, und zweimal 11:21 den Kürzeren. Den ersten Punkt für den BCB brachte das zweite Herrendoppel: Kristof Hopp und Marcel Reuter schlugen Henning Zanssen/Jan Patrick Helmchen mit 21:19 und 21:13. Doch dann legte der Liganeuling wieder nach: Arvind Bhat verlor sein zweites Match im grün-weißen Trikot. Mit 17:21, 21:12 und 14:21 musste er sich Rajiv Ouseph geschlagen geben. Ebenso das Nachsehen hatte BCB-Neuzugang Carola Bott gegen Olga Konon. Die Weißrussin siegte mit 21:17 21:12.

Ein positiver Aspekt des heutigen Tages war, dass der BCB nicht aufgab, sondern noch einmal eindruckvoll zurückkam. Die letzten drei Spiele gingen an die Saarländer. In einem hochdramatischen Match schlug Kestutis Navickas seinen Kontrahenten Maurice Niesner mit 21:18, 26:24. Dabei hatte der Sohn des Gäste-Teamchefs den Litauer, der im Herreneinzel bei Olympia noch im Achtelfinale stand, schon am Rande der Niederlage. Kristof Hopp und Johanna Persson sorgten im Mixed gegen Robin Middleton/Jennifer Wallwork für einen weiteren Punkt und über Gäste-Sieg oder Punkteteilung entschied das letzte Spiel: Marcel Reuter gegen Jan Patrick Helmchen. In einem reinen Kampfmatch sorgte der gebürtige Saarländer Reuter mit 21:12, 18:21, 21:15 für den vierten Punkt seiner Mannschaft. „Das war nicht schön und nicht ästhetisch, sondern erfüllte nur seinen Zweck. Ich hab das Spiel einfach über die Runden gebracht - Hauptsache gewonnen“, so Reuter, der für sein Team die Kastanien aus dem Feuer holte.

Müßig darüber zu spekulieren, wie das Spiel ausgegangen wäre, wenn Huaiwen Xu, deren Rückflug aus Japan wegen einer Taifun-Warnung gecancelt wurde, mitgespielt hätte. Mannschaftsführer Michael Fuchs sagte nachher: „Das ist heute nicht gut gelaufen – und da will ich auch das Fehlen von Huaiwen Xu nicht als Entschuldigung anbringen. Am Ende müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein. Wir haben den Beginn völlig verschlafen, sind nie richtig in Tritt gekommen. Irgendwie fehlte heute die Spannung und wenn bei einem Match auf Messerschneide nur ein paar Prozent fehlen, dann gewinnt man diese engen Spiele auch nicht.“ Der ehemalige Bundestrainer Niesner sagte: „Ich sehe dieses Unentschieden mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Hätte mir vorher jemand gesagt, dass wir hier einen Punkt holen – ich hätte sofort unterschreiben. Aber wenn man schon einmal die Chance hat, hier zu gewinnen und das nur knapp nicht gelingt, dann ist es auch ein bisschen ärgerlich. Als wir heute in die Halle kamen und gesehen haben, dass Huaiwen nicht da ist, gab das einen richtigen mentalen Schub. Wir haben gesehen, dass wir so eine Chance haben. Alles in allem bin ich natürlich mit dem Punkt sehr zufrieden.“

Fazit dieser Begegnung: Das Team aus Gifhorn ist einer der stärksten Aufsteiger seit vielen Jahren und wird auch noch anderen Mannschaften das Leben schwer machen. Die Niedersachsen werden noch für so mache Überraschung sorgen. Weiter ist zu erkennen, dass beim Meister noch nicht alles rund läuft – der Motor stottert augenblicklich. Dies sollte sich aber bis zum nächsten Sonntag ändern. Da muss der nun viertplazierte BCB um 14 Uhr beim bisher sieglosen Meisterschaftsfavoriten EBT Berlin antreten. „Das war heute nichts, ich erwarte von der Mannschaft in Berlin eine Trotzreaktion“, gab der sichtlich angefressene BCB-Vorstand Frank Liedke kund. Und Fuchs bestätigt: „Jetzt gilt die volle Konzentration Berlin, da werden wir das erste Mal mit der kompletten Mannschaft antreten und uns sicherlich auch anders präsentieren.“

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