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Kolumne

01.12.2008 21:59

Mit Mao zum Olympiagold

Von: Sven Heise

Lin Dan

Vor Athen zu hoch gepokert: Lin Dan. (Foto: Sven Heise)

Warum der momentan wohl weltbeste Badmintonspieler Lin Dan den Olympiasieg 2004 verzockte und wie der andere chinesische Superstar Mao Tse-tung posthum als Sportmotivator reüssiert, enthüllt die malaysische Zeitung "The Star" in ihrem Artikel "The making of a true champion".

Der Autor Chow How Ban erklärt zunächst die berühmte Siegesgeste von Lin Dan, der salutierend den Stolz auf seine Zugehörigheit zur chinesischen Volksbefreiungsarmee ausdrückt. Kein Wunder, denn der in Longyan in der Provinz Fujian geborene Lin wurde 1991 aus der Provinz-Sportschule aussortiert, weil er zu schmächtig war. Die Armee erkannte jedoch seine Fähigkeiten und ermöglichte ihm das Badmintontrainig, das ihn 2006 zum Weltmeister und 2008 zum Olympiasieger machte.

Vor dem bisherigen Höhepunkt seiner Karriere, den olympischen Spielen in seinem Heimatland, analysierte er, wie die Favoriten 2000 und 2004 mit dem Druck umgingen. Den entscheidenden Kick gab Lin Dan allerdings ein Besuch bei Mao Tse-tung, als Führer der Kommunistischen Partei verantwortlich für die Gründung der Volksrepublik, viele coole Sprüche und vierzig Millionen Tote.

Schon 2004 vor den Spielen in Athen hatte das chinesische Badminton-Nationalteam die Gedenkstätte in Shaoshan besucht. Während die Teamkollegen damals den "Segen" Maos einholten, blieben Lin Dan und Freundin Xie Xingfang im Teambus, um zu "pokern". Prompt griff der lange Arm des "Großen Vorsitzenden" Chinas Goldhoffnung in den Schläger und Lin Dan flog in der ersten Runde aus dem Wettbewerb.

Bei der Wiederholung des Besuchs 2008 hatten Xie's Karten ihren Reiz verloren - Lin Dan war der erste, der aus dem Bus stürmte, und nur einen Monat später besiegte er im Olympiafinale Konkurrent Lee Chong Wei vernichtend.

Beim Super Series Saisonfinale kann Soldat Lin noch mal richtig absahnen - das Turnier in Malaysia vom 18. bis 21. Dezember ist mit 500.000 US-Dollar dotiert. Und schon ist der Goldjunge wieder in Topform, getreu dem sportlichen Motto von Cheftrainer Mao: "Wer sich auf seinen Lorbeeren ausruht, trägt sie an falscher Stelle."

Zum Artikel bei The Star >>

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