Im ersten Heimspiel des neuen Jahres musste der 1.BC Saarbrücken-Bischmisheim auch gleich seine erste Saisonniederlage in der 1. Badminton-Bundesliga hinnehmen. Die Saarländer verloren 3:5 gegen EBT Berlin.
Die Schlappe schmerzt doppelt: Zum einen hätte der amtierende Deutsche Mannschaftsmeister mit einem Sieg seinen Einzug ins Play-Off-Halbfinale perfekt gemacht, zum anderen hätte man der personell am stärksten besetzten Mannschaft die Chancen für eine Play-Off-Teilnahme so gut wie verbaut. Positiv ist, dass sich Verfolger Langenfeld und Gifhorn mit einem 4:4 die Punkte teilten und der BCB weiterhin auf Tabellenplatz zwei steht. Bischmisheims Kapitän Michael Fuchs meinte nach dem Match: „Für uns ist diese Niederlage natürlich sehr ärgerlich. Primär hat sie keine Auswirkungen, aber wir hatten heute die einmalige Chance, uns die Berliner für die Play-Off-Spiele vom Hals zu halten. Schade, dass wir nicht in voller Besetzung antreten konnten.“
Kurios: Schon nach vier Punkten stand es 2:0 für die Hauptstädter. Carola Bott und Johanna Persson führten gegen Juliane Schenk und Joanne Nicholas im ersten Satz mit 4:0 - als Carola Bott verletzt aufgeben musste. So gingen das Damendoppel und das noch ausstehende Dameneinzel, bei dem Bott gegen Schenk spielen sollte, an die Mannschaft von der Spree. „Seit Freitag habe ich in meinem rechten Oberschenkel eine Muskelverhärtung. Ich hab es heute versucht, aber es ging nicht. Bei jedem Ausfallschritt tat es höllisch weh. Und bevor es noch schlimmer wird und vielleicht etwas reißt, habe ich das Handtuch geworfen“, sagte die enttäuschte Bott. Die gebürtige Aschaffenburgerin vertrat Huaiwen Xu, die in China einer familiären Verpflichtung nachkam.
Erfreulich dann für den BCB, dass sich das erste Herrendoppel mit Kristof Hopp und Michael Fuchs gegen Choong Hann Wong und Tim Dettmann mit 21:11, 22:20 durchsetzten konnte. Dies war für Berlins Superstar eine Premiere: Wong verlor sein erstes Bundesligaspiel! Dass die Nummer 16 der Weltrangliste heute in Saarbrücken antrat, war für viele Beobachter überraschend. Den Vizeweltmeister von 2003 hatte man extra für das Bundesligaspiel aus seiner Heimat einfliegen lassen. In den vergangenen vier Wochen jettete der Malaysier somit dreimal nach Europa und zweimal nach Asien – kein schlechter Schnitt!
Leider, aus Bischmisheimer Sicht, ging dann das zweite Herrendoppel an die SG. Etwas überraschend unterlagen Jochen Cassel und Marcel Reuter gegen Johannes Schöttler und Johannes Szilagyi mit 21:15, 15:21, 15:21. Der Litauer in Diensten des BCB, Kestutis Navickas, hatte dann gegen Wong mit 9:21, 17:21 kaum eine Chance. Marcel Reuter holte sich aber das zweite Herreneinzel mit 21:16, 21:18 gegen Tim Dettmann. Kristof Hopp und Johanna Persson gewannen ihr Mixed gegen Johannes Szilagyi/ Joanne Nicholas souverän mit 21:15, 21:12. Über Punkteteilung oder Sieg für Berlin entschied das dritte Herreneinzel: Jochen Cassel musste sich hier in einem spannenden Match, bei dem es im dritten Satz noch 18:18 stand, mit 22:20, 18:21, 18:21 seinem Kontrahenten Johannes Schöttler geschlagen geben.
„Für uns ist es echt super gelaufen. Das war unsere letzte Chance, wir waren schon kurz vorm Ertrinken und haben uns jetzt noch mal in letzter Sekunde gerettet. Wir mussten unbedingt gewinnen – und so haben wir gespielt. Mit dem Rücken an der Wand ist man eben doch ein bisschen motivierter, als es die Bischmisheimer heute waren. Aber für sie ging es ja auch nicht um so viel“, sagte ein völlig erschöpfter aber glücklicher Johannes Schöttler.
„Das war ein ganz wichtiger Sieg. Wir haben es jetzt selbst in der Hand, in die Play-Offs einzuziehen und sind nicht mehr auf die Schützenhilfe anderer Teams angewiesen. Mit einem kompletten Kader wird man dann eine andere Berliner Mannschaft erleben. Es gibt ein offenes Rennen um die Deutsche Meisterschaft“, sagte Berlins gut gelaunter Manager Manfred Kehrberg, dem sichtlich ein Stein vom Herzen fiel.