Mit dem Projekt "Kinder von der Straße" steigerte der BC Bischmisheim die Zahl seiner Jugendspieler von zehn auf 170. Pressesprecherin Stefanie Marsch interviewte Jürgen Wunn vom Projektpartner PSD-Bank.
Was hat die PSD Bank vor vier Jahren dazu bewegt, zusammen mit dem 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim das Projekt "Kinder von der Straße" ins Leben zu rufen?
Unser soziales Engagement leitet sich aus der Idee ab, Menschen zu bewegen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Das Projekt "Kinder von der Straße" passt sehr gut zu diesem Leitgedanken: Es setzt darauf, Kinder durch attraktive Angebote zum Sport in der Gemeinschaft zu motivieren, sie so von Drogen und Alkohol fernzuhalten und ihnen Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl zu vermitteln. Wer schon als Kind oder Jugendlicher lernt, eigenverantwortlich zu handeln, hat es in seinem späteren Leben wesentlich leichter, davon bin ich überzeugt.
Können Sie kurz die Kooperation zwischen Ihrer Bank und dem Verein umreißen?
Wir unterstützen das Jugendprojekt jährlich mit 7.500 Euro und stellen so sicher, dass ein regelmäßiges Training stattfinden kann. Denn neben der körperlichen Bewegung ist eine feste Struktur im Alltag der Kinder und Jugendlichen wichtig für ihre persönliche Entwicklung. Mit unserer finanziellen Unterstützung ist es dem BCB möglich, neben dem Badminton-Training eine Rundumbetreuung anzubieten. Dazu zählen die Hausaufgabenbetreuung und die Verfügbarkeit von kompetenten Ansprechpartnern bei Problemen.
Als das Projekt startete, hatte der BCB etwa zehn Jugendspieler, heute sind es rund 170. Mit Dominic Becker hat auch das erste Eigengewächs den Sprung in einen Bundeskader geschafft. Hätten Sie so schnell mit einer so erfolgreichen Entwicklung gerechnet?
Wir waren von Anfang an sehr überzeugt von dem Projekt – dass die Entwicklung jedoch so rasch ging, hat uns positiv überrascht. Wir freuen uns über jeden neuen Spieler und hoffen, dass auch in Zukunft noch viele weitere Kinder und Jugendliche dazukommen werden.
Wie kann man so einem Projekt Nachhaltigkeit verleihen und wo sehen Sie dabei die Rolle Ihrer Bank?
Badminton ist ein Teamsport, das heißt, neben den körperlichen werden auch die sozialen Fähigkeiten geschult. Im sportlichen Wettkampf lernen die Kinder und Jugendlichen Regeln und Fairplay. Ihr Selbstvertrauen wächst und sie knüpfen neue Freundschaften. Dieses soziale Netzwerk bewahrt sie stärker davor, auf die schiefe Bahn zu geraten. Als Sponsor des BCB sehen wir uns hier insofern in der Verantwortung, als dass wir mittelfristig die Infrastruktur für das Projekt mitfinanzieren und so maßgeblich zum Erfolg beitragen.
Wie hoch schätzen Sie die Rolle von Vereinen bei der Förderung von Kindern ein?
Sehr hoch. Um den Jugendlichen eine Alternative zum Fernsehen und den Computerspielen zu bieten, bedarf es auch der Initiative der Vereine, vielen Kindern zeitgemäße und bedarfsgerechte Angebote zu machen. Dies ist möglich, wenn die Vereine engen Kontakt mit den Schulen haben. Wenn der Anfang erst gemacht ist und die Kinder Spaß am Sport und der Gemeinschaft gefunden haben, wird die Sache zum Selbstläufer, da die Kinder von sich aus wiederkommen.