Beim Spitzenspiel der Badminton-Bundesliga zwischen Bischmisheim und Berlin besiegte Olga Konon die Deutsche Meisterin Juliane Schenk. Die Saarländer gewannen 6:2 und bleiben Tabellenführer.
Der 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim nähert sich mit großen Schritten seinem Ziel, als Spitzenreiter der Badminton-Bundesliga in die Playoffs zu gehen. Der ungeschlagene Titelverteidiger gewann am Samstagnachmittag das Spitzenspiel des 12. Spieltages gegen die SG EBT Berlin mit 6:2 und baute so sein Punktekonto auf 23:1 aus. Berlin auf Platz drei hat jetzt bereits sechs Punkte Rückstand. Lediglich der 1. BC Beuel, in zwei Wochen zu Gast beim BC Bischmisheim, bleibt mit 21:3 Punkten noch dran. Höhepunkte der Partie gegen Berlin waren das Dameneinzel, das erste Herrendoppel und das erste Herreneinzel.
Vor allem Olga Konon begeisterte die Zuschauer in der gut gefüllten Joachim-Deckarm-Halle. Die 20-jährige Polin konnte zum zweiten Mal in dieser Saison Deutschlands Nummer 1 Juliane Schenk schlagen. Sie gewann die Partie 21:12, 21:19. Allerdings war Schenk erst mit einiger Verspätung in Saarbrücken angekommen, nachdem ihr Zug steckengeblieben war und sie schließlich mit dem Taxi anreisen musste. „Ich bin froh, dass ich überhaupt hier sein konnte, aber unter diesen Bedingungen war keine Höchstleistung drin. Vor allem im ersten Satz war ich mit den Gedanken noch nicht richtig da“, sagte die Weltranglisten-Elfte und machte eine Kampfansage an ihre junge Gegnerin. „Wir werden sicher noch das eine oder andere Mal aufeinandertreffen. Dann werde ich ihr zeigen, wer der Chef auf dem Platz ist“, sagte Schenk lachend.
Konon selbst war auch gehandicapt in die Partie gegangen, nachdem ihr Flug von Polen nach Deutschland gestrichen wurde und sie eine Nacht auf dem Flughafen verbringen musste. „Ich bin erst am Freitagmittag in Saarbrücken angekommen und war heute sehr müde“, sagte sie. „Es war diesmal eine reine Kopfsache, ein Spiel gegen mich selbst.“
Konons Sieg gegen Schenk war der Punkt zum 4:2. Kurz darauf machte Dieter Domke mit einem 21:9, 21:17 gegen Tim Dettmann den Sack für Bischmisheim zu. Das abschließende Mixed gewannen Kristof Hopp und eine befreit aufspielende Olga Konon mit 21:16, 21:17 gegen Michal Logosz und Nicole Grether.
Zu Beginn war die Partie noch sehr ausgeglichen verlaufen. Nach den ersten vier Partien stand es 2:2. Kristof Hopp und Johannes Schöttler taten sich in ihrem Herrendoppel zunächst schwer. Tim Dettmann und Josche Zurwonne setzten die frisch gebackenen Deutschen Meister mächtig unter Druck und gewannen den ersten Satz mit 21:15. „Leider haben wir in der Bundesliga oft das Problem, dass wir schwer ins Spiel finden. Im ersten Satz haben wir viele leichte Fehler gemacht. Aber dann haben wir uns gefangen“, erklärte Hopp. Das BCB-Duo gewann die folgenden beiden Durchgänge 21:17, 21:14.
Michael Fuchs und Dieter Domke entschieden das zweite Herrendoppel gegen Michal Logosz und Karsten Lehmann mit 21:9, 21:17 für sich. Im Damendoppel präsentierten sich die Berlinerinnen Juliane Schenk und Nicole Grether souverän und gewannen 21:5, 21:4 gegen Carola Bott und Emma Wengberg.
Einen harten Kampf lieferten sich Kestutis Navickas und der Ex-Bischmisheimer Arvind Bhat, der im vergangenen Sommer nach Berlin gewechselt war. Sie boten den Zuschauern spektakuläre Ballwechsel, die oft nur die besseren Nerven oder das berühmte Quäntchen Glück entscheiden konnten. Am Ende musste sich Navickas, der im ersten Durchgang einen Satzball vergab, mit 21:23, 15:21 geschlagen geben. Marcel Reuter dagegen hatte keine Probleme beim 21:16, 21:8 gegen Josche Zurwonne.