"Wir halten es für die fairste Lösung, jetzt den harten Schnitt zu ziehen." schreiben Günther und Mike Joppien in der offiziellen Pressemitteilung zum Rückzug des FC Langenfeld aus der Badminton-Bundesliga.
Die Pressemitteilung des FC Langenfeld:
"Der FC Langenfeld gibt bekannt, dass er heute seine 1. Mannschaft aus der 1. Bundesliga zurückgezogen hat. Bundesligaspielleiter Bernd Mohaupt wurde darüber am Abend durch den Bundesliga-Obmann des FCL Günther Joppien in Kenntnis gesetzt.
Nach dem völlig unerwarteten sofortigen Rücktritt von Björn Joppien hat sich der Vorstand des FCL intensiv mit der entstandenen Situation auseinandersetzen müssen.
Björn war eine unersetzbare Stütze des Teams. Ohne ihn ist das Erreichen der Play-Offs sowie in der Folge auch ein Verbleib in der 1. Bundesliga sehr unwahrscheinlich geworden. In den Play-Down- Halbfinalspielen wäre zusätzlich Przemyslaw Wacha aufgrund der für ihn verpflichtenden Teilnahme an den zeitgleich stattfindenden Polish International nicht verfügbar. Noora Virta hätte aufgrund nicht ausreichender Spielanzahl in der Normalrunde keine Spielberechtigung. Desweiteren hätte uns in einem entscheidenden Play-Down-Finale Fabienne Deprez wohl auch nicht zur Verfügung gestanden, weil sie in dem Zeitraum an der Jugend-WM in Mexiko teilnimmt. Darüber hinaus ist für uns der Ausfall von Kathrin Wanhoff, die im Januar eine Kreuzbandverletzung erlitten hat, ein herber Verlust.
Die gesamte Saison gestaltete sich bereits als schwierig, da ständige Ausfälle von Spielern durch Verletzungen oder anderweitige Verpflichtungen in ihren Nationalverbänden eigentlich nie ein Spiel in Bestbesetzung zuließen. Trotzdem war die Teilnahme an den Play-Offs immer noch möglich. Doch nach Björns Rücktritt ist diese Chance nur noch rein theoretischer Natur. Durch das System der Play-Downs und weiteren Ausfällen von Spielern in diesen entscheidenden Duellen, wäre der Abstieg höchstwahrscheinlich nicht zu verhindern.
Wir halten es für die fairste Lösung, jetzt den harten Schnitt zu ziehen und den anderen Vereinen die Play-Down-Runde zu ersparen und Planungssicherheit für die nächste Saison zu geben.
In den Überlegungen zur nächsten Saison und darüber hinaus, hat auch die Tatsache eine Rolle gespielt, dass selbst bei einem Verbleib in der 1. Bundesliga einige neue Spieler verpflichtet werden müssen, was sich bisher als schwierig gestaltet hat. Infolge der Wirtschaftskrise haben sich 2009 die Sponsoreneinnahmen verringert und mit einem spürbar reduzierten Budget sind benötigte Neuverpflichtungen sowie eine Erweiterung des Kaders im für die 1. Bundesliga nötigen Maße nicht realisierbar. Bei einem Abstieg in die 2. Liga hätten uns wohl weitere Spieler verlassen.
Zudem gibt es momentan keine eigenen Vereinsspieler mit der erforderlichen Bundesligareife; die 2. Mannschaft steht vor dem Abstieg in die Oberliga. Ebenso steht der FC Langenfeld weiterhin zu seinem Grundsatz, dass die Mannschaft im Kern aus eigenen bzw. dem Verein langfristig verbundenen Spielern gebildet werden soll und nur um den ein oder anderen auswärtigen Spieler verstärkt wird. Ein Halten der Spielklasse allein durch weitere Verpflichtungen auswärtiger Spieler kommt für uns nicht in Frage. Eine Identifikation und Verbundenheit der Spieler mit dem Verein ist uns und den Zuschauern sehr wichtig.
Aus den vorgenannten Gründen haben wir uns für einen sofortigen Rückzug der 1. Mannschaft entschieden. In der nächsten Saison möchten wir mit einem veränderten Team den Neuanfang in der Regionalliga starten.
Die Entscheidung fiel uns selbstverständlich nicht leicht und wir sind betrübt, diesen Schritt gehen zu müssen, halten ihn aber in der aktuellen Situation für notwendig.
Wir danken allen Helfern, die uns in nunmehr fast 28 Jahren 1. Bundesliga tatkräftig unterstützt, gefördert und begleitet haben. Wir – vor allem die Spieler – bedauern es sehr, uns bei den Zuschauern nicht mehr in einem weiteren Spiel verabschieden zu können.
Den anderen Teams der 1. Bundesliga wünschen wir weiterhin alles Gute und den Play-Off-Teilnehmern ein spannendes Saisonfinale."
Langenfeld-Insider Michael Deutzmann von der Rheinischen Post berichtet in der Online-Ausgabe über das Aus für den FC Langenfeld.