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Bundesliga, 1. Bundesliga

28.03.2010 20:15

Bischmisheim und Beuel im Bundesligafinale

Von: Stefanie Marsch/Sven Heise

Kestutis Navickas

Kestutis Navickas vom BC Bischmisheim. (Archivfoto: Sven Heise)

Titelverteidiger BC Bischmisheim und der diesjährige Favorit BC Beuel stehen im Finale der Badminton-Bundesliga. Bischmisheim besiegte Berlin zweimal 5:3, Beuel setzte sich mit 6:2 und 3:5 gegen Union Lüdinghausen durch.

Kestutis Navickas reckte die Arme in die Höhe, warf Küsschen ins Publikum und strahlte über das ganze Gesicht. Gerade hatte der Litauer den Weltklasse-Spieler Choong Wong aus Malaysia mit 21:10, 21:18 besiegt und das Playoff-Halbfinale der Badminton-Bundesliga zwischen dem 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim und der SG EBT Berlin entschieden. Damit steht der Titelverteidiger zum fünften Mal in Folge im Finale. Der BCB ließ sich nach dem 5:3 im Hinspiel in Berlin das Heft nicht mehr aus der Hand nehmen und gewann vor heimischem Publikum in der Joachim-Deckarm-Halle auch das Rückspiel mit 5:3. Gegner im Finale am 24. und 25. April ist der 1. BC Beuel, der sich in der zweiten Halbfinal-Partie gegen Union Lüdinghausen durchsetzte.

„Dieses Spiel hat großen Spaß gemacht. Ich freue mich, dass ich meinen Beitrag zu unserem Sieg leisten und den Zuschauern etwas bieten konnte“, sagte Navickas, der schon die ganze Saison mit einer Oberschenkelverletzung zu kämpfen hat. „Es tut immer wieder mal weh. Ich kann spielen, bin aber nicht immer zu 100 Prozent fit. Jeden Tag wache ich auf und weiß, es wird ein guter oder ein schlechter. Heute habe ich gespürt, dass ich gewinnen kann.“ Navickas spielte druckvoll und sehr agil. Er nutzte konsequent seine Chancen und zwang seinen Gegner zu Fehlern.

Bevor der Jubel über den Finaleinzug jedoch losbrechen konnte, gab es gleich zu Beginn der Partie für den BCB und seine Fans einen wahren Badminton-Krimi zu überstehen. Kristof Hopp und Michael Fuchs machten es gegen Tim Dettmann und Josche Zurwonne spannend bis zum letzten Ballwechsel und ließen die Zuschauer ein ums andere Mal den Atem anhalten. Nach einem lockeren 21:11 im ersten Satz verlor das BCB-Duo den Faden und ließ die Berliner immer besser ins Spiel kommen. Der zweite Durchgang ging mit 16:21 verloren. Im dritten lagen Hopp und Fuchs lange zurück, zwischenzeitlich mit fünf Punkten. Doch unter lautstarken Anfeuerungsrufen der Fans und Mitspieler kämpften sie sich wieder ran. Beim 19:19 stand es erstmals unentschieden. Die Halle tobte. Anschließend vergaben die Bischmisheimer einen Matchball und wehrten selbst einen ab, bevor die Erlösung mit dem 23:21 kam. „Wir hatten zunächst alles im Griff, aber im zweiten Satz haben wir die Spannung verloren. Es war schwer, sich da wieder rein zu kämpfen“, gestand Fuchs und Hopp ergänzte: „Das war der berühmte Schlendrian. Aber wir haben die ganze Zeit daran geglaubt, dass wir das Spiel noch gewinnen können.“

Dass diese Partie bereits eine Vorentscheidung bringen würde, spürte jeder in der Halle. Denn auf dem Neben-Court hatte das starke Berliner Doppel Nicole Grether und Juliane Schenk das BCB-Duo Emma Wengberg und Olga Konon mit 21:14, 21:16 besiegt. Bei einer 2:0-Führung hätte Berlin schnell die Oberhand gewinnen können. „Wenn wir das Herrendoppel am Anfang verloren hätten, hätte die Partie kippen können. Wir hätten dann sehr stark unter Druck gestanden. Aber das ist uns zum Glück erspart geblieben“, sagte Teammanager Joachim Tesche. So konnten Dieter Domke und Johannes Schöttler, die ihre Nervosität von gestern abgelegt hatten, ihr Doppel gegen Choong Wong und Eetu Antti Heino diesmal klar mit 21:14, 21:14 gewinnen. Das 2:1 für den BCB.

Im Dameneinzel ließ die junge Olga Konon gegen die deutsche Top-Spielerin Juliane Schenk im ersten und zu Beginn des zweiten Satzes ihre Klasse aufblitzen und konnte die Favoritin ärgern. Am Ende musste sich die 20-Jährige, die Schenk in der Punkterunde als einzige Spielerin besiegen konnte, aber mit 17:21, 10:21 geschlagen geben. „Juliane hat an diesem Wochenende unglaublich stark gespielt. Sie hat mir nicht viele Möglichkeiten gelassen und kaum Fehler gemacht. Aber das wichtigste ist, dass wir als Team gewonnen haben“, sagte Konon.

Marcel Reuter ließ den BCB schließlich auf die Siegerstraße einschwenken. Er machte sich selbst und seiner Mannschaft drei Tage nach seinem 28. Geburtstag ein nachträgliches Geschenk und gewann mit 21:9, 21:12 gegen Zurwonne. Das 3:2 für Bischmisheim und die Vorlage für Navickas, den Sack zuzumachen. Nach dem furiosen Spiel des Litauers schmerzte die Niederlage im Mixed kaum mehr. Hopp und Wengberg unterlagen Dettmann und Grether mit 19:21, 18:21. Zum Abschluss gab es jedoch noch einmal einen Sieg. Domke gewann mit 21:13, 21:16 gegen den Finnen Heino.

 

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