Zu Hause vorlegen, in fremder Halle den Sack zumachen: Mit der lautstarken Unterstützung seiner Fans will der 1. BC Bischmisheim am Samstag um 14 Uhr in der Joachim-Deckarm-Halle einen guten Start ins Playoff-Finale gegen Beuel hinlegen.
Die Entscheidung fällt dann am Sonntag in Bonn. Zum fünften Mal in Folge könnte der BCB den Titel in der Badminton-Bundesliga holen.
Die reguläre Saison hätten die Finalgegner kaum knapper beenden können. Beide lagen nach Punkten gleichauf, Beuel sicherte sich Platz eins mit dem besseren Spielverhältnis. Als einziger Mannschaft war es den Bonnern am vorletzten Spieltag gelungen, den BCB zu besiegen. Jetzt wollen sie den ersten Titel seit fünf Jahren. Dafür haben sie sich am vergangenen Wochenende mit vier Medaillen bei den Europameisterschaften in Manchester ordentlich Rückenwind geholt. Es ist also ein offener Schlagabtausch zu erwarten. BCB-Spieler Michael Fuchs sieht nur in jeweils zwei Partien einen Favoriten: Bischmisheims Olga Konon im Dameneinzel und Bonns Marc Zwiebler im ersten Herreneinzel. „In allen anderen Spielen stehen die Chancen 50:50.“ Ein herber Rückschlag könnte für Bonn der Ausfall des Doppelspezialisten Anthony Clark sein. Der Engländer laboriert an einer Wadenverletzung, musste bei der EM aufgeben. Doch egal, wie Beuel seine Mannschaft aufstellt, Fuchs geht optimistisch ins Finale: „Ich gehe davon aus, dass wir am Ende knapp gewinnen.“
Auch für den BCB-Spieler wäre es der zweite große Erfolg innerhalb acht Tagen. Er gewann bei der EM die Bronzemedaille im Herrendoppel. „Ich war vorher schon drei Mal im Viertelfinale, immer knapp dran an der Medaille. Super, dass es jetzt endlich geklappt hat“, sagt Fuchs. Sein Partner in Manchester war der Bonner Ingo Kindervater, der jetzt im Bundesliga-Finale sein Gegner sein wird. „Es kommt immer wieder vor, dass Ingo und ich in einer Woche zusammen bei einem Turnier antreten und in der nächsten in der Liga gegeneinander spielen. Wir sind das gewöhnt. Deshalb war das Playoff-Finale für uns bei der EM kein Thema. Auch auf der Rückreise nicht“, sagt Fuchs.
Dabei verbrachten die beiden auf dem Weg zurück nach Deutschland weitaus mehr Zeit miteinander als zunächst gedacht. Denn aufgrund der Vulkanaschewolke über Europa mussten auch die deutschen Nationalspieler vom Flugzeug auf andere Verkehrsmittel umsteigen. „Wir sind Montagmittags mit dem Bus von Manchester nach Hull gefahren, von dort mit der Fähre nach Zeebrügge in Belgien, wo uns jemand mit dem Auto abgeholt hat. Am Dienstagnachmittag waren wir endlich zu Hause“, beschreibt Fuchs die kleine Odyssee. Ein bisschen müde ist er noch, will sich aber jetzt voll in die Vorbereitung auf das Bundesliga-Finale stürzen. Auch seinen 28. Geburtstag am Donnerstag wird er nicht groß feiern. „Das kann ich ja dann hoffentlich am Sonntag nachholen“, scherzt er.
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