Bei der Parabadminton Europameisterschaft in Filzbach holte das deutsche Team insgesamt fünf Titel. Zweimal war Katrin Seibert erfolgreich.
In traumhafter Umgebung wurden am Pfingstwochenende die siebten Parabadminton-Europameisterschaften ausgetragen. Allein der Panoramaausblick vom Restaurant des Sportzentrums Kerenzerberg auf den Walensee und die gegenüberliegenden Berge war die Reise wert. Und gerade rechtzeitig zum Turnierbeginn hatte sich der wochenlange Dauerregen verzogen und die Sonne schien auf die Schweizer Alpen und sorgte für sommerliche Temperaturen.
Im Mittelpunkt standen jedoch die sportlichen Wettbewerbe. In zwanzig Wettbewerben ermittelten die Rollies, Fußgänger und Kleinwüchsigen die Europameister, wobei die einzelnen Klassen noch nach Grad und Art der Behinderung unterschieden. "Wir sind sehr zufrieden mit fünf Gold-, zwei Silber- und sieben Bronzemedaillen." sagte Teammanagerin Petra Opitz im Badzine-Interview. Zusammen mit Israel sammelte das deutsche Team die meisten Titel.
Katrin Seibert spielte mangels einer Damenkonkurrenz in der Klasse der Stehenden mit Beinbehinderungen bei den Männern mit und holte sich den Einzeltitel gegen ihren Mannschaftskollegen Jens Behnke (Foto links). Zusammen siegten sie im Doppel gegen die Spanier Cruz/Ramirez.
Sebastian Müller gewann Gold bei den Stehenden mit Armbehinderungen. In einer weiteren Klasse der Stehenden siegte Frank Dietel, der im Einzel Bronze gewann, mit dem Engländer Antony Forster im Doppel, wobei Sebastian Müller mit dem Russen Dmitry Petukhov Dritter wurde.
Erfolgreichster Spieler auf Rädern war Thomas Wandschneider, er gewann mit Avni Kertmen aus der Türkei im Doppel und belegte im Einzel und mit Ulrike Kriebel im Mixed Platz zwei. Weitere Bronzemedaillen bei den Rollstuhlfahrern holten Siegmund Mainka im Doppel mit dem Schweizer Jousef Hussein, Monika Meinhold im Dameneinzel und die beiden Deutschen zusammen im Mixed.
Großes Lob erhielten die Schweizer Veranstalter, die mit ihren vielen jungen Helfern den Sportlern beste Bedingungen geboten hatten. Auch das Schiedsrichterteam, bei denen auch Stefan Fürstenau aus Wiesloch dabei war, hatte keine Probleme.
"Wir waren überrascht, wie gut alles geplant war und alles gelaufen ist. Wir haben alle viel Spaß gehabt." freute sich auch Doppel-Europameisterin Katrin Seibert (Foto unten) über die gelungene Europameisterschaft.
Persönlich hat mich besonders die äußerst freundschaftliche Atmospäre beeindruckt. Trotz der sportlichen Höchstleistungen und der Anspannung in den Finalspielen freuten sich die Spieler miteinander und brachten dies auch bei der Siegerehrung zum Ausdruck. Dass auch die Doppel vielfach länderübergreifend zusammengesetzt wurden, gibt der Europameisterschaft einen richtigen Sinn. Ein ausgesprochen schöner Tag, den ich in Filzbach verbracht habe.
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Avni Kertmen und Thomas Wandschneider. (Foto: Sven Heise)