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Persönlich

21.07.2010 12:24

Fabienne Deprez: Einfach einmalig

Von: Marian Hamacher

Dabei sein ist für Fabienne Deprez aber keineswegs alles. [Foto: Sven Heise]

Fabienne Deprez, Badminton-Talent des FC Langenfeld, startet in vier Wochen bei den ersten Olympischen Jugendspielen. Die 18-Jährige möchte eine Medaille mitbringen: "Der wichtigste Wettkampf meines Lebens."

Beklagen will sich Fabienne Deprez angesichts ihres enormen Reisepensums übers ganze Jahr sicher nicht. Mit dem Ende der Saison im Mai war außerdem fürs Badminton-Talent des FC Langenfeld (FCL) auch die Zeit jenseits des eigenen Betts vorbei. "Seitdem konnte ich fast jedes Wochenende zu Hause sein. Das war vorher nur einmal im Monat möglich. Einfach mal wieder am Familienleben teilhaben zu können, war für mich schon was ganz Besonderes", erzählt die 18-Jährige aus Monheim, die in der Woche am Bundesstützpunkt der Frauen in Mülheim an der Ruhr lebt (Badminton-Internat/Gymnasium Luisenschule).

Doch auf echte Ferien wartet Fabienne derzeit vergeblich. Bei der Qualifikation in der dänischen Hafenstadt Svendborg zog sie als Siegerin das Ticket zu den ersten Olympischen Jugendspielen (Singapur/14. bis 26. August) und steckt nun mitten in der Vorbereitung. "Bei einer Weltmeisterschaft war ich schon dreimal. Nun werde ich nur einmal teilnehmen dürfen, da ich in vier Jahren zu alt bin. Dadurch ist der Reiz natürlich deutlich größer", meint Fabienne Deprez, die in ihrer Sportart die einzige deutsche Teilnehmerin sein wird.

Wind und Kontrollen

Nach den Erfahrungen in Mexiko oder Malaysia können hohe Temperaturen oder Luftfeuchtigkeit für Fabienne Deprez kein Problem mehr werden. Anders sieht es bei der Hallen-Klimatisierung aus: "Der Wind ist teilweise sehr stark und sorgt dafür, dass der Ball in der Luft verwirbelt."

Eher amüsant findet die 18-Jährige die Kontrolle für die Benutzung von Kaugummis. Das Verkaufsverbot wurde 2004 aufgehoben, doch ausgehändigt werden sie nur in Apotheken – auf Rezept. Deprez: "Da muss ich meinen Konsum wohl etwas reduzieren."

Mit Trainer an der Seite

Die medizinische Abteilung steht allen 70 deutschen Athleten jederzeit zur Verfügung. Außerdem kann Fabienne auf die Unterstützung durch Jugend-Bundestrainer Holger Hasse bauen (Velbert), der ebenfalls mit nach Asien reist. Das Ziel verrät durchaus einigen Ehrgeiz: "Ich hoffe, dass er dieselben Vorstellungen hat wie ich, denn eine Medaille peile ich schon an." Die Hoffnung beruht nicht zuletzt auf der festgelegten Altersgrenze, denn bloß die Jahrgänge 1992 und 1993 sind startberechtigt.

Daraus folgt, dass das derzeit weltweit größte Badminton-Talent Ratchanok Hanon (Thailand) nicht mitspielen darf. Die 15 Jahre alte U-19-Weltmeisterin ist zu jung. "Aber auch so ist die Konkurrenz groß. Bis auf die Starter aus den Entwicklungsländern kenne ich fast alle meine Gegner und fünf bis sechs können locker den Titel holen", meint Deprez. Um den Sprung in diesen elitären Kreis zu schaffen, kämpft sich die 161. der Frauen-Weltrangliste selbst bei den derzeitigen Temperaturen durchs Training, ehe am 11. August in Frankfurt/Main der Flieger in Richtung Singapur startet und die reisefreie Zeit wieder endet.

Schwimmen oder Training

"Die Trainingsphase ist sehr wichtig, auch wenn ich manchmal lieber mit meinen Freunden schwimmen gehen würde. Aber gerade dann reiße ich mich zusammen und mache mir bewusst, dass es nur noch ein Monat bis zum wichtigsten Wettkampf in meinem Leben ist", betont Fabienne. Beklagen will sie sich eben nicht.

Der Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung der Rheinischen Post veröffentlicht. Hier gehts zum Original-Artikel.

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