Isabel Herttrich zählt zu den erfolgreichsten und talentiertesten Nachwuchsspielerinnen der vergangenen Jahre. Zusammen mit ihrem langjährigen Laufer Mixedpartner Max Schwenger holte sie bei der Jugend-WM im April in Guadalajara, Mexiko Bronze. Es war die erste Medaille Deutschlands bei diesem Wettbewerb, der seit der Geburt von "Bell" ausgetragen wird. Dritte wurde die 1992 geborene Fränkin bei der Deutschen Meisterschaft in Bielefeld im Doppel mit Inken Wienefeld – dabei dürfen die beiden noch in der Jugend spielen.
Seit zehn Monaten trainiert Herttrich am Nachwuchs- und Regionalstützpunkt Hamburg. Ab jetzt schlägt sie auch für den VfL 93 auf und kehrt dem aufstrebenden Regionalligateam des heimischen TSV Lauf den Rücken. Im Interview mit Michael Stauner gibt das neue Juwel des VfL 93 Auskunft über den Wechsel nach Hamburg, die Saisonziele der Hanseaten, ihren Mixedpartner Max Schwenger, die Jugend-EM und die U19-Nationalmannschaft.
BADZINE: Du spielst in der kommenden Saison für VfL 93 Hamburg. Vom überschaubaren Hersbruck bei Lauf geht es in eine tolle Metropole. Wie bist du im Norden empfangen worden, wie hast du dich eingelebt?
Isabel Herttrich: Ich trainiere jetzt hier seit November und habe mich sehr schnell eingelebt. Im Training, in der Schule und im Internat wurde ich super nett empfangen und aufgenommen. Ich fühle mich hier wirklich sehr wohl und fast wie zu Hause.
BADZINE: Was waren die Gründe für den Wechsel?
Herttrich: Zum Zeitpunkt meines Wechsels war die Trainersituation in Nürnberg unklar. Da ich jedoch in meinen beiden letzten Jugendjahren optimal trainieren wollte, um bei der Jugend-EM 2011 meine Ziele zu erreichen und auch weiterhin für den Erwachsenenbereich gut vorbereitet zu werden, habe ich mich dazu entschlossen, an den Nachwuchs- und Regionalstützpunkt Hamburg zu gehen. Hier sind Halle, Schule und Internat sehr nahe beieinander, wodurch ich alles innerhalb von fünf bis zehn Minuten zu Fuß erreichen kann. Auch das Training hat mir in meiner Probewoche auf Anhieb gefallen.
BADZINE: Du spielst dort mit Inken Wienefeld zusammen, mit der du seit Langem Trophäen im Jugendbereich einheimst. Werdet ihr nun in der Bundesliga gemeinsam angreifen?
Herttrich: Inken spielt ja schon länger Bundesliga und ist dort auch fest für das Einzel eingeplant. Mit Karen Neumann und Gitte Köhler haben wir auch noch zwei sehr starke und erfahrene Damen, die wohl schätzungsweise auch zum Großteil spielen werden, da bei Inken und mir der Fokus auf dem Jugendbereich liegt.
BADZINE: Möchtest du dich nicht in die 1. Mannschaft spielen?
Herttrich: Ich werde in der Bundesliga schon auch mal spielen, aber sicher nicht als Stammspielerin. Wenn ich Zeit habe und benötigt werden, helfe ich auch mal in der 2. Mannschaft aus. Manchmal werde ich auch nicht da sein, da es Kollisionen mit den Jugendterminen gibt.
BADZINE: Welches Ziel hat die Bundesliga-Mannschaft in der kommenden Saison?
Herttrich: Leider hat einer unserer Doppelherren, Tom Armstrong, sehr kurzfristig abgesagt, so dass wir nicht mehr für Ersatz sorgen konnten. Dennoch wollen wir am Ende der Saison auf Platz fünf oder sechs stehen.
BADZINE: Welche Auswirkungen hat dein Wechsel auf das Mixed? Spielst du weiterhin mit Max Schwenger zusammen? Habt ihr regelmäßig Kontakt?
Herttrich: Der Wechsel hat eigentlich meines Erachtens keine großen Auswirkungen auf das Mixed, ich werde natürlich weiterhin mit ihm zusammen spielen. Wir können zwar nicht mehr zusammen trainieren, jedoch spielen wir seit 2003 zusammen Mixed und kennen uns eigentlich in- und auswendig auf dem Feld. Und natürlich haben wir auch so Kontakt.
BADZINE: Auch Max hat den TSV Lauf verlassen, spielt jetzt für den TV Refrath. Welche Rolle wird er dort spielen? Kann er sich schon in der Bundesliga festbeißen?
Herttrich: Er spielt in der 2. Mannschaft, ist aber auch Ersatz für die 1. Vielleicht hat er ja mal die Chance und darf sich in der 1. Bundesliga versuchen. Ich würde es ihm gönnen.
BADZINE: Neustadt am Rübenberge und Moringen in Niedersachsen sind die zwei nächsten Orte, an denen du spielst. Und zwar mit der U19 gegen Dänemark. Wie könnt ihr die Dänen schlagen?
Herttrich: Ich denke, dass es dieses Jahr schwerer wird als letztes Jahr. Wir sind geschwächt durch Fabiennes Teilnahme an den Olympischen Spielen und durch die Verletzung meiner Doppelpartnerin Inken Wienefeld. Auch ist uns bewusst, dass die Dänen im Herreneinzel sehr stark sind. Aber ich denke, wir haben einen super Teamspirit, der echt beflügeln kann, wie man in sowohl in Ishoj als auch in Guadalajara gesehen hat. Und mit viel Unterstützung von einer hoffentlich gut gefüllten Tribüne ist alles möglich.
BADZINE: Hast du die Jugend-EM schon im Hinterkopf? Was sind deine Ziele dort?
Herttrich: Natürlich habe ich die Jugend-EM im Hinterkopf und das eigentlich schon seit 2009, wo ich ja schon Jugend-EM-Luft schnuppern durfte. Natürlich braucht es für eine Medaille außer einer guten Vorbereitung und der richtigen Tagesform auch ein bisschen Glück, aber ich denke der Erfolg mit der Mannschaft in Ishoj zeigt, dass das Ziel Mannschaftsgold möglich ist. Aber auch im Mixed und/oder Damendoppel möchte ich einen Podestplatz erreichen.
Danke für das Interview.