"Dabeisein ist alles." war etwas verkürzt das Motto des edlen französischen Baron Prierre de Coubertin, der 1896 für die Wiedereinführung der Olympischen Spiele nach längerer Pause verantwortlich zeichnete.
In der Tat können sich Spieler, Zuschauer und Medienvertreter glücklich schätzen, die bei der Badminton-Weltmeisterschaft 2010 in Paris dabei sind. Aber Dabeisein ist hier nicht alles. Zwar muss man nicht unbedingt dem Formel 1-Fahrer Nigel Mansell zustimmen, der postulierte "Der Zweite ist der erste Verlierer". Doch der Forderung Winston Churchills nach Blut, Schweiß und Tränen kommt das Megaevent in Sichtweite des Eiffelturms schon sehr nahe - vor allem der Schweiß rinnt in Strömen. Und das unabhängig davon, ob man sich auf dem Spielfeld bewegt, den Spielern von der Tribüne aus bei ihren Leibesübungen zusieht oder mit einer handlichen Spiegelreflexkamera mit Badmintongerechter Optik das Geschehen in der nach dem Olympiabaron benannten Sporthalle einzufangen versucht.
Am Sonntag abend hoffte ich nach dem Transport der 20 Kilo-Fototasche und der sonstigen Reiseutensilien von Basel nach Paris, dass der anstrengendste Teil der Reise nun hinter mir läge. Und als das Pariser Taxi den berühmten Tunnel mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit verließ, kam mir der Gedanke, dass ich nun schon etwas weiter gekommen war als Lady Di.
Doch die malerisch geformten Salzkrusten auf meinem schwarzen Poloshirt am Montagabend sprechen eine andere Sprache. Während es draußen von 30 Grad auf angenehme 20 Grad Celsius abgekühlt hat, gleicht das Stade Pierre de Coubertain einer finnischen Sauna. Man muss sich nicht mal bewegen - es genügt, einfach nur da zu sitzen. Egal, ob in den Katakomben im Presseraum, der bereits am ersten Tag so gut gefüllt ist, dass man hofft, es kommt im Laufe der Turnierwoche niemand mehr dazu, ob hoch oben auf der dritten Empore oder unten am Spielfeld unter einer gnadenlosen Beleuchtung, über die man sich selbst als Fotograf kaum beschweren kann - und Fotografen beschweren sich immer übers Licht.
Der Schweiß perlt, er rinnt in Strömen, er ist nicht aufzuhalten. Die abendliche Joggingrunde spare ich mir, als Fotograf hat man ja zusätzlich noch das Bib, für das mir kein deutscher Begriff bekannt ist. Es ist eine Art Poncho mit Nummer drauf, ohne den man nicht an den Spielfeldrand kommt. Werden die über Nacht gewaschen? Wenn nein, ist es besser, ich hole mir am Dienstag wieder die schweißgetränkte Nummer 42* oder hoffe ich, dass ein Kollege weniger geschwitzt hat? Schweiß drauf! Am Dienstag nehme ich ein Badetuch mit.
Thema der nächsten WM-Kolumne: Wie viele LC-Displays bräuchte man, um die Namen eines Thailändischen Damendoppels vollständig darzustellen?
*Nummer von der Redaktion geändert