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International

01.09.2010 23:30

Marc Zwiebler gewinnt Nachtschicht

Von: Pascal Blum

Marc Zwiebler erreicht das Achtelfinale in Saarbrücken [Foto: Sven Heise]

Erst um 23 Uhr am Mittwoch verwandelte Marc Zwiebler bei den Bitburger Badminton Open den Matchball zum Einzug ins Achtelfinale. Der Deutsche Meister setzte sich in drei Sätzen gegen den Chinesen Wen Kai durch.

Am Mittwoch begann bei den Bitburger Badminton Open in der Saarbrücker Saarlandhalle die Hauptrunde. Nach der Qualifikation gingen nun die gesetzten Badminton-Größen ins Rennen. Bei dem mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier trugen die Herreneinzel-Akteure zwei Runden aus. Auf dem Spielplan stand weiterhin die erste Runde im Dameneinzel und im Mixed. Die Herren- und Damen-Doppel steigen erst am Donnerstag ins Turnier ein. Grundsätzlich bleibt festzuhalten: Die Zuschauer sahen auf den vier Spielfeldern packende Begegnungen – doch keiner der großen Favoriten strauchelte. Im Feld trennt sich so peu à peu die Spreu vom Weizen. 

Im Lager der deutschen Spitzenspieler gab es jedoch schon ein paar bittere Pillen zu schlucken. So kam für das Mixed Johannes Schöttler und Sandra Marinello in der ersten Runde das Aus. Sehr souverän hingegen agierten die diesjährigen US-Open Sieger: Michael Fuchs und Birgit Overzier setzten sich mit 21:8 und 21:11 gegen das dänische Duo Rasmus Bonde und Julie Houmann durch. In der zweiten Runde kommt es morgen um 15 Uhr zum deutschen Duell gegen Max Schwenger und Isabel Herttrich. Auch das gemischte Doppel Till Zander und Laura Ufermann konnte sich für einen weiteren Durchgang qualifizieren.

Keine großen Probleme hatte bei ihrem Turnierauftakt die an Position zwei gesetzte Juliane Schenk. Sie gewann ihr Spiel gegen die Dänin Karina Joergensen mit 21:15, 21:18 und trifft am Donnerstag um 14.15 Uhr auf Rong Wang aus Macao. Den Sprung in die nächste Runde schaffte von den deutschen Spielerinnen nur noch Carola Bott, die von der Absage ihrer Gegnerin Judith Meulendijks profitierte. Sie spielt um 13.30 Uhr gegen die in Saarbrücken beheimatete Polin Olga Konon – eine interessante Partie. Durchaus teuer verkaufte sich Karin Schnaase, die gegen die an Position eins gesetzte Hongyan Pi antreten musste. Nach einem misslungenen 9:21-Satz lieferte die Deutsche gegen die Weltranglisten-Sechste aus Frankreich vor allem im zweiten mit dem 20:22 eine famose Leistung ab. 

Enttäuscht war Dieter Domke. Er musste sein erstes Spiel verletzt abbrechen. „Ich habe mir bei der WM das Knie verdreht. Heute habe ich es mal versucht, aber es geht einfach nicht. Es ist wirklich sehr schade, bei seinem Heimturnier aufgeben zu müssen“, sagt der 23-Jährige. Neben dem Spieler des BC Saarbrücken-Bischmisheim gab es für 13 weitere deutsche Akteure nur einen Auftritt beim Grand-Prix Gold Turnier – für sie alle war das Turnier nach dem ersten Spiel zu Ende. Lospech hat der beste deutsche Herreneinzel-Spieler, Mac Zwiebler. Nach seinem Auftaktsieg gegen den Schweizer Christian Bösiger wartete der starke Chinese Kai Wen auf den in Saarbrücken an zwei geführten Deutschen. Es war das Match des Tages: Eine Stunde und 13 Minuten lang Badminton auf höchstem Niveau. Ein von beiden Seiten verbissen geführte Begegnung. Am Ende waren beide Spieler völlig ausgepumpt und stehend k.o. In dem aufregenden Dreisatz-Spiel, das erst um 23 Uhr beendet war, behielt Zwiebler am Ende mit 21:15, 19:21 und 21:19 die Oberhand. Aber jetzt geht es weiter: Nun wartet der nächste ganz harte Brocken. Am Donnerstag um 17.15 Uhr muss er wiederum gegen einen Chinesen antreten. Und das ist kein Geringerer als Yi Lu. Der Bitburger Open Sieger von 2007 machte in der ersten Runde mit dem erst 16-jährigen dänischen Wunderkind Viktor Axelsen kurzen Prozess und besiegte den ersten U19-Weltmeister aus Europa mit 21:9 und 21:13.  

Dicky, immer wieder Dicky! – mag sich Marcel Reuter gedacht haben. Wie schon vor zwei Jahren schied der Saarländer gegen den an Position vier gesetzten Niederländer Dicky Palyama mit 21:17, 15:21, 15:21 aus. „Ich habe am Ende zu viele leichte Fehler gemacht. Ich war zu ungeduldig, ich wollte zu schnell den Punkt machen. Schade, jetzt ist es vorbei“, sagte Reuter, der beim TuS Wiebelskirchen das Badmintonspielen erlernte. In der zweiten Runde ausgeschieden sind auch Alexander Roovers, Mathieu Pohl, Andreas Heinz und Lukas Schmidt. Vor allem Pohl und Schmidt stemmten sich mit enormen Einsatz gegen die Niederlage. Ihre favorisierten Kontrahenten brauchten drei Sätze, um die jungen Deutschen niederzuringen. Für den Top-Favoriten Chen Long aus China begann der Start gegen den aufopferungsvoll kämpfenden Litauer Kestutis Navickas durchaus holprig: Der ehemalige Spieler von Bischmisheim stand beim 11:21, 22:20 und 17:21 kurz davor, für eine riesige Überraschung zu sorgen. 

„Alles in allem war das heute ein guter Tag für uns. Natürlich gibt es einige Wermutstropfen zu verkraften. Ein paar Spiele hätten wir nicht verlieren müssen. Aber so ist das manchmal. Vor allem die jungen Spieler haben mir heute teilweise sehr gut gefallen – aber man hat auch gesehen, dass wir in bestimmten Bereichen noch viel arbeiten müssen“, so Jakob Hoi, der Chef-Bundestrainer des Deutschen Badminton Verbandes.

Tickets und alle weiteren Infos unter: www.bitburger-open.de

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