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International

02.09.2010 22:01

Herrendoppel retten den Tag

Von: Pascal Blum

Schöttler / Kindervater

Johannes Schöttler und Ingo Kindervater. (Foto: Sven Heise)

Zu einem regelrechten Favoritensterben kam es am Donnerstag bei den Bitburger Open. Zum Abschluss zogen noch zwei deutsche Herrendoppel ins Viertelfinale ein. Pascal Blum berichtet.

Es war der Tag der Sensationen! Bei den Bitburger Badminton Open in der Saarbrücker Saarlandhalle wurden heute die Tickets für das morgen um 13 Uhr beginnende Viertelfinale vergeben. Heute griffen erstmals die Damen- und Herren-Doppel ins Geschehen ein – sie spielten gleich zwei Runden aus. Weiter kämpften die Badminton-Champions im Damen- und Herreneinzel um den Einzug in die Runde der letzten Acht. Bei dem mit 120.000 US-Dollar dotierten Grand-Prix Gold Turnier kam heute das Aus für die besten deutschen Einzelspieler: Sowohl Juliane Schenk bei den Damen als auch Marc Zwiebler bei den Herren sind ausgeschieden ¬¬– beide waren an Position zwei gesetzt. Morgen sind die deutschen Farben nur noch im Mixed und im Herrendoppel vertreten. 

Vorjahressiegerin Juliane Schenk ist raus. Im Match gegen Rong Wang aus Macao lieferten sich die beiden Spielerinnen eine wahre Badminton-Schlacht. Da wurde jeder Satz zur Genüge ausgekostet. Am Ende unterlag die gebürtige Krefelderin mit 27:29 und 22:24. „Schade, das war eine verdammt knappe Niederlage. Natürlich ist es nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe – aber ich habe mein Bestes gegeben. Leider habe ich mir eine Grippe eingefangen. Hinzu kommt, dass mir die WM noch in den Knochen steckt. Und mein unglückliches Ausscheiden dort beschäftigt mich mental doch noch ein wenig. So hat es in der Summe eben nicht gereicht“, sagte die Weltranglisten-Zehnte nach dem Match. Nicht besser erging es der an Position eins gesetzten Hongyan Pi aus Frankreich. Die Weltranglisten-Siebte verlor ihr Spiel gegen die Chinesin Xin Liu mit 14:21 und 15:21. „Ich habe heute nicht gut gespielt, ich war völlig unorganisiert – es ist sehr frustrierend. Aber die Chinesinnen, die hier beim Turnier aufspielen, sind zwar jung, haben aber ein Top-Niveau“, meinte die Top-Favoritin auf den Titel nach dem Aus. Weiterhin muss die Russin Ella Diehl die Heimreise antreten – somit sind bei den Damen die Nummer eins, zwei und drei der Setzliste weg vom Fenster.  

Neben Schenk ist auch die zweite große deutsche Turnierhoffnung aus dem Rennen. Marc Zwiebler unterlag dem Chinesen Yi Lu relativ deutlich mit 14:21 13:21. „Ich hoffe, im nächsten Jahr habe ich mehr Losglück. Direkt hintereinander gegen zwei so starke Chinesen spielen zu müssen, ist schon ein bisschen heftig. Das Spiel am späten gestrigen Abend hat einfach zu viel Kraft gekostet“, erklärte der in Saarbrücken lebende Weltranglisten-Fünfzehnte. Damit ist kein Vertreter der schwarz-rot-goldenen Farben mehr im Herreneinzel-Wettbewerb vertreten. 

Eine größere Hürde, wie sie es sich vielleicht vorgestellt hatten, war für Michael Fuchs und Birgit Overzier das Achtelfinalspiel gegen ihre Teamkollegen Max Schwenger und Isabel Herttrich, die in diesem Jahr die Bronze-Medaille bei der U19-WM gewannen.  „Wir haben heute ganz schlecht gespielt, im ersten Satz haben wir komplett den Faden verloren. Aber wie heißt es doch so schön: Spielt man gut, ist es leicht zu gewinnen. Schlecht spielen und trotzdem gewinnen – das ist die Kunst“, sagte Michael Fuchs augenzwinkernd. Die nächsten Gegner des deutschen Parade-Doppels kommen aus Irland. Morgen geht es gegen die Geschwister Sam und Chloe Magee, welche die an Nummer eins gesetzten Kanadier Toby Ng und Grace Gao aus dem Turnier warfen – der nächste Favoritensturz am heutigen Tag. Für ein weiteres gemischtes DBV-Doppel war heute Endstation. Till Zander und Laura Ufermann mussten gegen die Japaner Shintaro Ikeda und Reiko Shiota mit 12:21 und 11:21 die Waffen strecken. 

Große Überraschung auch im Damendoppel. Die an Position drei gesetzten Deutschen Sandra Marinello und Birgit Overzier zogen gegen das dänische Duo Maria Helsboel und Anne Skelbaek mit zweimal 19:21 den Kürzeren. Auch Alina Hammes mit ihrer Partnerin Laura Ufermann überstand die zweite Runde nicht. Schon in der heute Morgen ausgespielten ersten Runde mussten sechs deutsche Damendoppel Federn lassen und flogen raus – die Krux eines Grand-Prix Turniers mit Gold-Status!  So wird die Damen-Doppel Disziplin ohne deutsche Beteiligung weitergeführt.

Im Herrendoppel hingegen sieht es aus deutscher Sicht wesentlich besser aus: Hier stehen morgen gleich zwei Partien mit deutscher Beteiligung an. Fabian Holzer und Max Schwenger setzten sich gegen Yi Liu und Zhao und Jiang Terry Yeo aus Singapur mit 21:14 und 21:15 durch. Morgen geht es dann gegen die Engländer Andrew Ellis und Chris Langridge. Weiter sind auch Ingo Kindervater und Johannes Schöttler. Sie kegelten die an Drei gesetzten Dänen Mads Conrad-Petersen und Mads Pieler Kolding mit 21:19, 21:15 aus dem Turnier. Sie müssen jetzt ebenfalls gegen Briten ran –  Marcus Ellis und Robin Middleton warten in der Runde der letzen Acht. Dem dritten Doppel, das es in die zweite Runde schaffte, blieb der Eintritt ins Viertelfinale verwehrt. Philipp Droste und Patrick Neubacher unterlagen den Niederländern Jorrit de Ruiter und Dave Khodabux mit 17:21, 15:21. Einsam ziehen sie ihre Runden: Die Weltranglisten-Dritten Mathias Boe und Carsten Mogensen aus Dänemark erreichten locker das Viertelfinale. Doch – heute Morgen bei ihrer Erstrundenbegegnung war das alles andere als souverän. Denn knapp an einer absoluten Sensation sind Michael Fuchs und Oliver Roth vorbeigeschrammt. Das neu-formierte deutsche Doppel verlangte den Weltklasse-Spielern alles ab und musste sich knapp in drei Sätzen mit 23:21, 19:21 und 12:21 geschlagen geben – dabei führten die Deutschen im zweiten Satz schon mit 19:15.

Tickets und alle weiteren Infos unter: www.bitburger-open.de

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