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Persönlich

08.09.2010 11:30

Poste will mit DBV alt werden

Von: Michael Stauner

Detlef Poste als Bundestrainer mit Xu Huaiwen [Foto/Archiv: Sven Heise]

Detlef Poste ist seit Mai 2008 Geschäftsführer beim Deutschen Badminton Verband. Davor war er zwölf Jahre lang als DBV-Trainer für die Spitzenathleten zuständig. Im Interview mit Michael Stauner erzählt er, dass Bundestrainer kein Job für die Ewigkeit ist, der Verband einen Sponsor sucht und er auch mit einer Million aus heiterem Himmel einige Dinge anzufangen wüsste.

BADZINE: Herr Poste, Sie sind nun seit über zwei Jahren Geschäftsführer des DBV. Davor waren Sie Bundestrainer. Wie betrachten Sie diesen Wechsel inzwischen?

Detlef Poste: Ich bin persönlich froh, diesen Wechsel vollzogen zu haben und dem Präsidium des DBV sowie meinen Mitarbeiterinnen dankbar. Die ersten 1 ½ Jahre als Geschäftsführer habe ich viel gelernt.

BADZINE: Demnach reizt es Sie nicht, noch einmal ins Trainergeschäft einzusteigen?

Poste: Nicht mehr, nein. Bundestrainer ist auf Dauer kein familienfreundlicher Job. Den macht man nicht bis zur Rente. Ich war insgesamt zwölf Jahre Bundestrainer, inklusive Jugend. Irgendwann ist es vorbei. Ich habe nun eine Aufgabe gefunden, die ebenfalls reizvoll ist und die man länger wahrnehmen kann. Wenn das DBV-Präsidium mit meiner Arbeit zufrieden ist, kann ich mir vorstellen, hier alt zu werden.

BADZINE: Wie beurteilen Sie die Arbeit von Chef-Bundestrainer Jakob Hoi?

Poste: Nach meinem Eindruck und den Rückmeldungen der Spieler und Trainer macht er seine Sache sehr gut.

BADZINE: Wie geht es dem DBV finanziell?

Poste: Wir sind bis 2012/13 solide finanziert – in dem Rahmen, in dem wir den Sport jetzt fördern. Es gibt allerdings Fragezeichen hinter dem neuen Olympiazyklus. Dann stehen Verhandlungen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) zur Leistungssportförderung und mit den Landesverbänden über die Mitgliedsbeiträge an. Wenn uns jemand eine Million gibt, wüssten wir auf jeden Fall etwas Sinnvolles damit anzufangen.

BADZINE: In welche Projekte wird das meiste Geld gesteckt?

Poste: In die Förderung des Leistungs- und Spitzensportes. Das ist auch die Kernaufgabe eines Olympischen Spitzenverbandes. Der zweckgebundene Bundeszuschuss für den Spitzensport macht mittlerweile 50 Prozent der Haushaltsmittel des DBV aus.

BADZINE: Gibt es Prämien für Nationalspieler?

Poste: Der Verband finanziert den Trainingsbetrieb an den Bundesstützpunkten und - abhängig von der Eingruppierung in den Förderkader – die Wettkämpfe. Direkte Zahlungen an die Spieler gibt es vom Verband nicht. Geld fließt allerdings an die Mitglieder der Sportförderkompanie der Bundeswehr oder über Partner wie die Stiftung Deutsche Sporthilfe.

BADZINE:
Was haben Sie mit dem DBV noch vor?

Poste: Die Sportart populärer zu machen ist ein Ziel, eine Steigerung der Mitgliederzahlen ein weiteres. Zumindest sollen sie nicht abrutschen. Denn die Tendenz geht allgemein weg vom organisierten Sport. Natürlich wollen wir noch mehr Athleten an die Weltspitze heranführen und den Nachwuchs immer früher, immer professioneller in unsere guten Trainingssysteme eingliedern. Zudem möchten wir noch Sponsoren aus der Wirtschaft generell für den DBV generieren, nicht nur für Events.

Vielen Dank für das Interview.

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