Sven Eric Kastens ist ein Hamburger Urgestein. Er ist die Nummer Eins beim VfL 93 Hamburg und kämpft um den Verbleib im Bundesstützpunkt in Saarbrücken. Mit Michael Stauner sprach er nach dem Bundesligaspiel beim PTSV Rosenheim über seine Mannschaft, die Einzel gegen Lukas Schmidt und seine Ziele für 2011.
BADZINE: Bei den Deutschen Meisterschaften 2011 (DM) war für dich im Viertelfinale gegen Lukas Schmidt Schluss. Woran lag's?
Sven Eric Kastens: Die Meisterschaft ist für die Spieler mit Anspannung und Nervosität verbunden. Er hat als kleiner Underdog weniger Druck. Ich war verkrampft und nicht explosiv. Er hat gut gespielt. Zum Spielende wurde er zwar aufgrund des schnellen Spiels müde, aber es hat nicht gereicht.
BADZINE: Im Bundesliga-Rückspiel gegen den PTSV Rosenheim hat er dich wieder besiegt.
Kastens: Nächste Woche schreibe ich Klausuren, da habe ich den Kopf nicht frei für das Spiel. Wenn Lukas so gut drauf ist, muss ich aber topfit sein. Dazu war ich heute nicht in der Lage.
BADZINE: Du hast in der Hinrunde relativ deutlich gegen Hannes Käsbauer gewonnen, jetzt aber binnen kurzer Zeit zweimal gegen dessen Teamkollegen Lukas Schmidt verloren. Wer ist im Einzel stärker?
Kastens: Lukas. Mittlerweile mit Abstand. Er hat im letzten Jahr einen Riesensprung gemacht. Die beiden waren bis dahin lange gleichauf, eventuell war Hannes einen Tick stärker.
BADZINE: Was sind deine Ziele für 2011?
Kastens: Mit der Mannschaft will ich noch Punkte holen, auch wenn's gegen die nächsten Gegner wie Lüdinghausen schwer wird. Wenn der Stress mit der Uni vorbei ist, geht’s für die Kaderspieler in Saarbrücken um die Wurst. Neue Spieler kommen, ein bis zwei werden gehen müssen. Internationale Erfolge wären gut. Bisher lief es da ganz gut. Jetzt geht allerdings die Olympia-Quali los, da sind die Turniere stärker besetzt.
BADZINE: Gehört dem VfL 93 Hamburg mit Isabel Herttrich, Inken Wienefeld und Sebastian Rduch die Zukunft?
Kastens: Mit Isabel und Inken haben wir zwei Riesentalente im Damenbereich. Wir hoffen, dass wir sie halten können. Wir spielen nicht mit Ausländern und haben uns Jahr für Jahr weiterentwickelt, auch wenn es diese Saison nicht so gut läuft. (Anmerkung: Diese Aussage darf nicht als rechtsradikal aufgefasst werden, sondern meint lediglich, dass der VfL 93 Hamburg diese Saison keine Profis aus dem Ausland verpflichtet hat.) Wir hoffen, dass sich unsere junge Truppe noch weiterentwickelt.
BADZINE: Deine Meinung zu den Dienstagsspielen?
Kastens: Die Dienstagsspiele halte ich im Prinzip für eine gute Sache. Vor allem für die Zuschauer, die am Wochenende meist selbst Punktspiele haben. Für uns Spieler sind die Dienstagsspiele mit Training, Beruf oder Uni und den weiten Anreisen eine große Belastung. Da fallen zwei Tage weg. Die Zuschauerzahlen sprechen bei uns aber für sich: Die Dienstagsspiele werden angenommen!
Danke für das Interview und viel Erfolg auf den kommenden Turnieren!