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Bundesliga

12.02.2011 21:09

Rosenheimer Herren sorgen gegen Hamburg für ersten Sieg

Von: Michael Stauner aus Rosenheim

Oliver Roth blieb heute im Doppel siegreich [Foto: Sven Heise]

Das Hinspiel zwischen dem PTSV Rosenheim und dem VfL93 Hamburg in der Hansestadt endete 3:3. Ein Ergebnis, dass beiden Teams im Kampf um Prestige-Platz fünf am Samstag, 12. Februar 2011, in der Luitpoldhalle Rosenheim nicht genügend konnte. Denn beide haben, ebenso wie der TV Refrath, ein Punktverhältnis von 6:14. Rosenheim, das bislang sechs Mal Unentschieden spielte, aber als einzige Mannschaft noch keinen Sieg auf der Haben-Seite hatte, wies bis dato mit 23:37 gegenüber Hamburgs 21:39 das bessere Satzverhältnis auf. Wer diese Partie in Rosenheim also gewinnen würde, machte einen großen Sprung nach vorne.

Die talentierten Mädels schnupperten diesmal keine Bundesligaluft. Sowohl die Hamburgerinnen Isabel Herttrich und Inken Wienefeld, als auch Barbara Bellenberg vom PTSV Rosenheim spielten auf der Deutschen Nachwuchsmeisterschaft. Für den VfL 93 Hamburg kein Problem, schließlich hatten die Hanseaten mit Gitte Köhler und Karen Neumann noch gestandene Bundesligaspielerinnen im Aufgebot. Beim PTSV Rosenheim rückte die 19-jährige Steffi Bachmayr auf. Das Zusammenspiel mit Paulien van Dooremalen im Damendoppel klappte aber noch nicht so richtig. Die Hamburgerinnen Köhler/Neumann spielten ihren Stiefel beim 21:10, 21:4 souverän herunter. 0:1

Parallel dazu landeten auch im Herrendoppel unheimlich viele Bälle im Aus. Die Rosenheimer Fans, die die Tribüne fast komplett füllten, zeigten trotz der anfangs eher dürftigen Leistung gleich vollen Einsatz. Geklascht wurde für tolle Punkte der eigenen Spieler, für furiose Ballwechsel, auch wenn sie an die Hamburger gingen, und auch ganz laut, um ihre Favoriten bei Rückstand nach vorne zu peitschen. Erst im zweiten Satz nahmen Peter Käsbauer und Oliver Roth Fahrt auf und auch die Hamburger Sebastian Schöttler und Till Zander auf der Seite gegenüber steigerten sich. Die beiden Rosenheimer behielten mit 21:15, 21:17 aber die Oberhand. 1:1.

Schmidt abgeklärt, Bachmayr überrascht

In den Einzeln wurde den Zuschauern schon wesentlich mehr geboten. Lukas Schmidt drückte gleich den ersten Aufschlag von Sven Eric Kastens im 1. Herreneinzel mit Dampf longline auf die Linie. Tolle Duelle am Netz und ein unheimlich abgeklärter Schmidt beeindruckten die Zuschauer. Derweil ging Steffi Bachmayr gegen Gitte Köhler mit 4:0 in Führung. Dann spielte Köhler einen Clear auf die Linie. Bachmayr bliebt fair und gab den Ball gut, hätte den Punkt vom Schiedsrichter aber bekommen. Beim 7:8 lag die junge Rosenheimerin erstmals hinten. Immer wieder bekam sie Tipps von Hannes Käsbauer, der gedanklich mit auf dem Feld stand. Tatsächlich eroberte Bachmayr die Führung zurück. Immer wieder führte sie mit einem Punkte, ehe Köhler ausglich und Bachmayr wieder vorlegte. Bis zum 20:20 gewann sie die meisten Clear-Duelle. Doch dann holte sich Köhler die Führung. Wer hätte gedacht, dass die junge Bachmayr die Nerven behält und tatsächlich noch auf 21:21 ausgleicht?  Bachmayr schaffte es, gab aber die beiden folgenden Punkte ab. 23:21 für Köhler.

Währenddessen sammelte Schmidt nach dem 21:11-Erfolg im ersten Satz fleißig Punkte. Auch wenn Kastens gerade das 4:7 erzielte. Es sollte sein letzter Punkt an diesem Samstag sein. Was Schmidt bis zu diesem Moment ablieferte, sah unheimlich souverän aus. Im Vergleich zum restlichen Spiel, bei dem der Rosenheimer eine 14:0-Serie hinlegte, war die Anfangsphase eine Zitterpartie. War sie aber nicht. Schon bei der Deutschen Meisterschaft Anfang Februar hatte Schmidt gegen Kastens gewonnen. „Wenn Lukas so gut drauf ist, muss ich topfit sein. Dazu war ich heute nicht in der Lage“, meinte Kastens anschließend. Das 1. Herreneinzel ging also mit 21:11, 21:4 an Rosenheim, das Dameneinzel entschied Köhler mit 23:21, 21:8 für Hamburg. 2:2.

Käsbauer-Brüder dominieren

Das Mixed um Peter Käsbauer und Paulien van Dooremalen brachte die Hausherren auf die Siegerstraße. Sie hatten Till Zander und Karen Neumann beim 21:11, 21:16 gut im Griff. Den Zuschauern wird dabei vor allem der irre Ballwechsel zum 19:13 im Gedächtnis bleiben. Auf eine Schmetterschlacht, bei der die vier Spieler auf dem Feld viel rotierten, folgten ein paar Cross-Drops von Zander, ehe Neumann den Federball knapp ins Seitenaus schlug. Applaus, Applaus, Applaus für einen gefühlt minutenlangen Ballwechsel, der viel Laune auf den Rängen versprühte.

„Ich hoffe, dass es heute zu einem Gesamtsieg kommt“, meinte Hannes Käsbauer vor dem 2. Herreneinzel gegen Sebastian Schöttler. Er hatte es in der Hand und  sorgte beim 21:9, 18:21, 21:6 tatsächlich für den ersten Triumph des PTSV Rosenheim in der Badminton-Bundesliga. 4:2. Pech für Schöttler: Praktisch jeder lange Ball von Käsbauer, den er fallen ließ, touchierte die Linie. Dagegen landeten seine Bälle in ähnlichen Situationen im Aus. Ein Stück weit gemein oder einfach eine Frage der Präzision? Im dritten Satz legte Käsbauer dann mit 11:0 furios los und brachte den Sieg sicher nach Hause. Der letzte Punkt? Ein langer Ball, der gerade noch so an der Linie kratzte.

Die Spiele des 11. Spieltages:

SG EBT Berlin - 1. BC Bischmisheim 3:3
SC Union Lüdinghausen - 1. BC Beuel 3:3
TV Refrath - BV Gifhorn 3:3
PTSV Rosenheim - VfL 93 Hamburg 4:2


Das Bundesligateam aus Rosenheim. (Foto: PTSV Rosenheim)

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