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International, Persönlich

25.02.2011 09:16

Grether siegt im "Gefahrengebiet"

Von: Nicole Grether

Nicole Grether war im Iran eine gefragte Interviewpartnerin [Foto: Privat]

Nach mehrwöchigem Training in Kanada standen für mich im Februar die Iran International auf dem Programm. Während man in den vergangenen Wochen in den Nachrichten ständig über die Lage im Mittleren Osten informiert wurde, wo mittlerweile in vielen Ländern Protestaktionen und Demonstrationen auf der Tagesordnung stehen, wurden in Teheran die Iran International ausgetragen, bei welchen Spieler aus über 30 Nationen teilnahmen. Darunter auch Charmaine Reid und ich.

In Teheran angekommen, passten wir uns den Vorschriften des Landes an und trugen in der Öffentlichkeit ein Kopftuch. Während des Turniers konnten wir unsere Kopftücher ablegen, da keine Männer bei den Spielen der Frauen zuschauen durften.

Das Turnier wurde so ausgetragen, dass die Frauen vormittags und die Männer nachmittags spielten. Mixed wurde nicht gespielt. Schon gleich nach unserer Ankunft in Iran ist uns aufgefallen, dass die Leute sehr nett und hilfsbereit sind, so dass wir uns von Anfang an wohl fühlten.

Das Turnier konnte also beginnen und mein Ziel war es mit einem Sieg aus Teheran zurückzukehren. Durch unseren aktuellen 17. Weltranglistenplatz wurden wir im Doppel an Platz eins gesetzt und konnten durch Siege gegen zwei iranische Paarungen und eine türkische Paarung das Finale erreichen, wo wir auf eine Paarung aus Sri Lanka trafen.

Auch im Einzel ging ich als Topgesetzte an den Start und dies obwohl ich es eigentlich nur so „nebenbei“ spiele. Bereits in meinem ersten Einzel fühlte ich mich gut und kam mit den Bedingungen in der Halle sehr gut klar. Aufgrund des Höhenunterschiedes, Teheran liegt ca. 1200m hoch, flogen die Federbälle etwas schneller und es konnte einem schon mal etwas auf der Lunge brennen.

Durch Siege gegen Spieler aus Frankreich, Iran und Sri Lanka konnte ich das Halbfinale erreichen, wo ich auf Anne Hald, die amtierende Jugend-Europameisterin aus Dänemark traf. Seit einiger Zeit startet die junge Dänin für Griechenland und sie konnte im letzten Jahr u.a. die Bahrain International gewinnen. Ich war jedenfalls bereit alles zu geben und es meiner Gegnerin nicht leicht zu machen. Der erste Satz verlief sehr ausgeglichen und als ich am Ende des Satzes mit 16-19 zurücklag setzte sich meine jahrelange Erfahrung durch und ich konnte mit 23-21 gewinnen. Ich zweiten Satz spielte ich fehlerfrei und die gebürtige Dänin hatte keine Chance mehr. Ich führte mit 18-4 und konnte dann schließlich den Satz mit 21-9 und somit das Spiel gewinnen.

Nach dem Sieg bei den Guatemala International und der Finalteilnahme in Brasilien war dies im Einzel meine dritte Finalteilnahme bei einem International Challenge. Da wir nur morgens und hinzu auch noch zwei Disziplinen spielten war das Pensum sehr hoch und wir hatten zwischen den Spielen nicht wirklich viel Zeit um uns zu erholen.

Meine Gegnerin aus Indien kannte ich bereits vom Doppel-Endspiel in Bahrain, doch da ihre Partnerin nicht da war, spielte sie dieses Mal nur Einzel. Auch wenn ich etwas müde war, kämpfte ich um jeden Punkt und dominierte im ersten Satz das Geschehen, so dass ich diesen mit 21-13 gewinnen konnte. Die Inderin machte zu Beginn einige einfach Fehler, welche sie dann später vermied. Dadurch wurde der zweite Satz etwas spannender und ich geriet nach Führung sogar mit 16-19 in Rückstand. Wie schon im Halbfinale bekam ich die Situation in den Griff und konnte durch großen Kampfgeist den zweiten Satz mit 24-22 und somit das Turnier gewinnen. Für „nebenbei“ gar nicht so schlecht…

Nach einer kurzen Pause und acht Spielen in den Knochen ging es dann auch schon wieder weiter. Gegen unsere Herausforderer aus Sri Lanka fanden wir leider nicht ins Spiel, da wir gegen ihre unfair angeschnittenen Aufschläge kein Konzept hatten. Diskussionen mit der Aufschlag- und Oberschiedsrichterin blieben leider erfolglos und wir versuchten das Beste daraus zu machen. In beiden Sätzen lagen wir recht weit zurück, konnten uns dann wieder ran kämpfen, ehe wir dann doch knapp mit 18-21 und 20-22 verloren.

Nach Siegen  bei Challenge Turnieren in Peru, Canada, Guatemala, Puerto Rico und Bahrain mussten wir uns in Teheran mit dem zweiten Platz zufrieden geben, aber irgendwann reist eben jede Serie mal…

Gerade bin ich in San Diego, wo am Wochenende die San Diego Open stattfinden. Im Anschluss geht es weiter zu den New York City Open, gefolgt von den All England Super Series und Swiss Open, auf welche ich mich schon ganz besonders freue, da ich dies mit einem Heimatbesuch verbinden kann.

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