Englands Superstar Nathan Robertson und Robert Blair können sich nicht riechen. Deshalb ging Blair vor einigen Wochen wieder zurück in sein Geburtsland Schottland. In ihrer gemeinsamen Zeit am englischen Trainingszentrum in Milton Keynes sollen beide kein einziges Wort miteinander gewechselt haben.
Der Grund für Robertsons persönliche Differenzen mit Blair, soll laut der englischen Tageszeitung "The Guardian" darin gelegen haben, dass Blair ins seiner "England-Zeit" mangelnden Einsatz gezeigt habe. "Er hat seine Teamkollegen nie unterstützt und war bei Turnieren ein Störfaktor innerhalb der Mannschaft", wird Robertson zitiert.
Blairs Antwort kam postwendend: "Er soll auf sein eigenes Verhalten achten." Diese medial ausgetragene Schlammschlacht rückte den englischen Verband in ein schiefes Licht. Vor allem, als Blair dem damaligen Chef-Nationaltrainer Andy Wood ein zu freundschaftliches Verhältnis mit seinem "liebsten Feind" vorwarf. Wood warf wenig später das Handtuch und kündigte nach nur fünf Monaten in dieser Position seinen Job.
Als es Robertson in dieser Posse schließlich zu bunt wurde, stellte er dem englischen Verband ein Ultimatum: Ich oder Blair. Das Ergebnis dieser Drohung ist bekannt, Blair spielt jetzt wieder für Schottland, da er nicht ins englische Aufgebot für die Commonwealth Games nominiert wurde.
Da aber Robert Blair im Mixed mit der Engländerin Gabrielle White spielt, taucht er jetzt hin und wieder in Milton Keynes auf. Doch wie ein anonymer Spieler gegenüber der BBC erklärte, hat sich am Verhältnis der beiden nichts geändert. "Sie ignorieren sich komplett. Beide machen auch keine Übungen miteinander. Es ist wie im Kindergarten."
Wer mehr über die Probleme des englischen Badmintonsports und dem schwierigen Verhältnis zwischen Nathan Robertson und Robert Blair wissen möchte, dem sei der Blog von Ollie Williams "What's wrong with British badminton?" von der BBC ans Herz gelegt.