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National, Persönlich

13.05.2011 19:20

Max Schwenger lässt sich das „Servus“ nicht verbieten

Von: Redaktion

Max Schwenger im Badzine.de-Interview [Foto: Mark Phelan]

Mit Max Schwenger ist ein deutsches (Doppel-)Supertalent herangewachsen, das genug Potential hat, um bald international für Furore zu sorgen. Wir sprachen mit dem U19 Vize-Europameister im Herrendoppel über die Jugend-EM in Finnland, Unterschiede zwischen Bayern und NRW und über seinen bevorstehenden Umzug nach Saarbrücken.

BADZINE: Max, die Jugend-EM liegt nun schon ein paar Wochen zurück. Hast du den Team-Titel schon realisiert?

Max Schwenger: Der Mannschaftstitel war schon etwas ganz Außergewöhnliches und schwer zu realisieren. Während der Zeit in Finnland konnte man ja kaum bis gar nicht feiern, da ich keinen einzigen Tag frei hatte. Von daher war es für mich auch sehr schwer, darüber nachzudenken. Mittlerweile habe ich alles sehr gut verarbeitet und auch realisiert, da man in Deutschland von so vielen Leuten angesprochen wurde und einem gratuliert wurde. Da hat man erst einmal gemerkt, was wir als Team überhaupt geleistet haben.

BADZINE: Ihr seid im Doppel knapp am EM-Titel vorbeigeschrammt …

Schwenger: … ja, es war sehr schade, dass wir es nicht bis ganz nach oben geschafft haben. Nach dem Spiel war ich auch ein bisschen traurig, was sich aber sehr schnell gelegt hat. Das Erreichen des Finals ist eine super Leistung von uns. Warum das Finale im zweiten Satz gekippt ist, kann ich nicht mehr genau sagen. Vielleicht, weil die Engländer besser und aggressiver gespielt haben und uns mehr leichte Fehler unterlaufen sind, sowie uns unsere Taktik etwas verloren gegangen ist.

BADZINE: Die Jugend-EM in Finnland war dein letztes Jugendturnier. Bist du zufrieden mit deiner letzten U19-Saison?

Schwenger: Diese Frage ist leicht zu beantworten: Ich bin sogar hochzufrieden wie das letzte Jugendjahr so gelaufen ist. Wir haben im Mixed Bronze bei der WM geholt, dazu noch einen fünften Platz im Herrendoppel. Dann bin ich noch mal zweifacher Deutscher U19-Meister geworden und jetzt dann noch diese grandiose EM, die ich mit einem ganzen Medaillensatz verlassen durfte. Besser hätte mein letztes Jahr kaum verlaufen können. Nur leider ist es jetzt auch vorbei mit der Jugendzeit, die ich sehr genießen durfte und mir sehr viel Spaß gemacht hat.

BADZINE: Wie läuft jetzt genau der Übergang in den Erwachsenenbereich ab? Ich nehme an, gehst du nach Saarbrücken?

Schwenger: Der Übergang in den Erwachsenenbereich wird, denke ich, ein großes Stück Arbeit für mich werden. Ich ziehe im Juli nach Saarbrücken, wo ich ein anderes Umfeld und andere Leute kennen lernen werde. Ich denke das Training wird deutlich härter und der Erfolg ist am Anfang wahrscheinlich nicht so groß wie zuletzt. Ich muss trotzdem weiter hart arbeiten, um meine Ziele zu verwirklichen. Ich hoffe, ich fühle mich nach kurzer Zeit genau so wohl wie hier in Mülheim und kann nach einer gewissen Zeit auch wieder Erfolge feiern.

BADZINE: Wie war es für einen Bayern in Mülheim? Kamst du klar mit der Ruhrpott-Mentalität?

Schwenger: Es war am Anfang eine schwierige Entscheidung für mich hier nach Mülheim zu gehen - aber es war vielleicht die beste, die ich jemals getroffen habe. Ich habe mich sehr schnell einleben können und wurde sowohl in der Schule als auch am Stützpunkt super aufgenommen. Ich hatte in den zwei Jahren sehr viel Spaß. Manchmal war es für mich schon sehr ungewöhnlich, aber gleichzeitig auch spannend, da ich von einer Kleinstadt  hier in eine Großstadt gekommen bin. Zudem gab es den einen oder anderen Witz über irgendwelche Wörter, die ich verwendet habe oder meinen klitzekleinen Akzent (lacht). Im Großen und Ganzen kann ich sagen, werde ich die Zeit hier nie vergessen und immer in guter Erinnerung haben. Danke an alle, mit denen ich die Zeit hier verbracht habe!

BADZINE: Gibt es eine lustige "Dialekt-Begebenheit", die dir in NRW passierte?

Schwenger
: Eine spezielle Situation fällt mir nicht genau ein, aber es geht ja schon bei der Begrüßung und beim Verabschieden los. Ich sage immer noch "Servus" und das werde ich mir auch nicht abgewöhnen. Das finden manche Leute hier schon etwas seltsam. Einmal bin ich aus einer Klausur raus gegangen und habe mich schön laut verabschiedet, dann fing plötzlich der ganze Kurs an zu lachen. Oder bei manchen Vorträgen gab es immer mal wieder was zu belächeln, weil ich ein Wort anders ausspreche als die Mülheimer.

BADZINE: Gibt’s ein Badminton-Vorbild, dem du nacheiferst?

Schwenger:
Natürlich habe ich das ein oder andere Vorbild. Zhang Jun und Lee Chong Wei. Das sind zwei erstklassige Sportler.

BADZINE: Letzte Frage: Bleibst du bei Refrath in der Bundesliga?

Schwenger: Ja. ich werde bei Refrath bleiben und Bundesliga spielen. Ich freue mich schon riesig auf die Saison.

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