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Bundesliga

29.07.2011 19:14

EBT Berlin will mit drei Neuen den Titel verteidigen

Von: Michael Stauner

Manager Kehrberg (Mitte) im Meisterjubel 2011 [Foto:EBT Berlin]

Die SG Empor Brandenburger Tor Berlin geht als Titelverteidiger in die kommende Saison in der Badminton-Bundesliga. Zwei Spieler haben den Deutschen Meister verlassen, der dafür drei Neuzugänge präsentiert. Einen Mann fürs Herreneinzel hat die SG EBT Berlin vom Bundesligisten VfL 93 Hamburg in die Hauptstadt gelockt, zwei international erfahrene Damen kommen aus dem Ausland.

Manfred Kehrberg, stellvertretender Vorsitzender des Vereins und Manager der Hauptstädter, stellte sich den Fragen von unserem Redakteur Michael Stauner.

BADZINE: Herr Kehrberg, die SG EBT Berlin ist Meister in der Badminton-Bundesliga geworden. Wie war das Medienecho in der Hauptstadt auf diesen Triumph?

Manfred Kehrberg: Das Medieninteresse war für Berliner Verhältnisse sehr gut. Alle großen Tageszeitungen haben vor und nach dem Spiel berichtet. Mit dem RBB und TV Berlin waren zwei Fernsehender vor Ort.

BADZINE: Alle andere als die Meisterschaft wäre mit dem Berliner Kader auch verwunderlich gewesen. Wie froh sind die Verantwortlichen und Spieler in Berlin, dass es tatsächlich geklappt hat?

Kehrberg: Vom Kader her war Beuel vor der Saison mein Favorit. Unsere Mannschaft hat sich im Laufe der Saison aber als Einheit weiter gefestigt. Entsprechend akribisch und konzentriert war dann die Vorbereitung auf das Finale. Das und der Heimvorteil mit über 1.500 begeisterten Zuschauern war wohl spielentscheidend.

Natürlich freuen wir uns sehr über den Titel - Verantwortliche, Spieler, Sponsoren und Fans gleichermaßen. Aber der Sieg ist zugleich Verpflichtung für die Zukunft. Die Konkurrenz der anderen Sportarten in Berlin ist sehr stark. Wer da mithalten will, darf nicht nachlassen.

BADZINE: Wie finanziert die SG EBT Berlin einen Kader, der mit ausländischen Profis gespickt ist? Ein Kader, bei dem der indische Topspieler Chetan Anand nur Nummer 3 ist. Wie werden die Spieler bezahlt?


Kehrberg: Wir haben nur Spieler in unserem Kader, die wir uns auch leisten können. Dank der Unterstützung unserer Sponsoren, allen voran die DKLB-Stiftung, und dem Engagement unserer Vereinsmitglieder können wir auf solide Finanzen zurückgreifen. Dabei haben wir als Berliner Verein erheblich höhere Reisekosten als die anderen Vereine und auch die Erhöhung der Beiträge der Berufsgenossenschaft belasten uns zusätzlich.

BADZINE: Wer wir den Verein verlassen? Welche neuen Spieler kommen?

Kehrberg: Leider hat uns Rekordnationalspielerin Nicole Grether verlassen. Da Nicole ihren Lebensmittelpunkt nach Kanada verlegt hat, hat sie sich schweren Herzens dazu entschieden, um sich ganz auf internationale Turniere konzentrieren zu können. Ich möchte mich an dieser Stelle bei Nicole für all das was sie in den letzten Jahren für den Verein getan hat ganz herzlich bedanken. Und wer weiß, Nicole hat noch mindestens einen „Koffer“ in Berlin.

In der neuen Saison werden Lotte Jonathans und Karoliine Hoim den Damenkader verstärken. Bei den Herren hat uns Aravind Bhat in Richtung Neubiberg verlassen. Aber wir sind sicher, dass Sven-Eric Kastens diese Lücke gut schließen wird. Im Übrigen ist der Kader unverändert.

BADZINE: Wie steht es um die Jugendarbeit bei SG EBT Berlin? Schaffen Nachwuchsspieler zumindest den Sprung in die 2. Mannschaft?

Kehrberg: EBT ist bekannt für gute Nachwuchsarbeit. Wir investieren jedes Jahr erhebliche personelle, materielle und finanzielle Ressourcen in die Entwicklung des Nachwuchses. Die Erfolge sprechen für sich.

[Anmerkung: EBT Berlin qualifizierte sich 2011 für die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft U19, verlor dort in heimischer Halle allerdings alle Gruppenspiele.]

Bei der Stärke der Liga ist es vermessen zu erwarten, dass Nachwuchsspieler kurzfristig in der 1. Mannschaft konkurrenzfähig sind. Das wird nur wenigen Ausnahmetalenten gelingen. Allerdings besteht der Kader der 2. Mannschaft mit wenigen Ausnahmen aus Spielern, die aus der eigenen Nachwuchsarbeit bzw. der anderer Berliner Vereine hervorgegangen sind.

BADZINE: Stichwort Europa-Cup: Weder die SG EBT Berlin als Deutscher Meister noch der 1.BC Bischmisheim als Titelverteidiger haben am europäischen Turnier der Landesmeister teilgenommen. Auch aus Dänemark war kein Team vertreten. Ein Grund war sicherlich, dass die besten Spieler bei den parallel verlaufenden Singapore Open um Weltranglistenpunkte spielten. Welche weiteren Gründe (wenige Zuschauer, sportlich unbedeutender Wettbewerb, finanziell alles andere als reizvoll) existieren, um nicht beim Europa-Cup anzutreten?

Kehrberg: Sie sprechen es an. Der Europacup ist weder bezüglich der Wirkung auf die Öffentlichkeit, noch sportlich und erst recht nicht finanziell reizvoll. Dass die Topspieler deshalb die noch dazu parallel stattfindenden Weltranglistenturniere bevorzugen, ist doch nachvollziehbar.

Ich denke, hier hat Badminton Europe dringend Reformbedarf. Wie attraktiv Spiele von Topclubs sein können zeigten u.a. das jährliche Liga-Finale in Dänemark und die Play-Off Begegnungen in der Bundesliga.

BADZINE: Wie lautet das Saisonziel für die SG EBT Berlin?


Kehrberg: Natürlich wollen wir den Titel verteidigen und wieder Deutscher Meister werden. Für die 2. Mannschaft steht der Klassenerhalt an oberster Stelle.

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