Was wäre Dänemark ohne Peter Gade? Auf jedenfall zum ersten Mal in der Geschichte ohne eine einzige WM-Medaille. So kämpfte der mehrfache Europameister nicht nur für sich und seine insgesamt fünfte Weltmeisterschaftsmedaille, sondern auch für eine ganze Nation. Den Druck spürte man bereits zu Beginn des ersten Satzes.
Gade war erstaunlich passiv und kam mit den sehr langen Ballwechseln seines asiatischen Gegners nicht zurecht. Der Vietnamese Tien Min Nguyen versuchte Gade konditionell auszuknocken - was ihm auch gelang. Am Ende rettete sich der Däne in den Entscheidungssatz und versuchte fortan die Ballwechsel schnell zu beenden. Seine technische Überlegenheit sicherte ihm den Halbfinaleinzug: 14-21, 21-19 und 21-13.
"Ich habe nicht mit dieser Art von Spiel gerechnet. Ich bin sehr überrascht über seine Hartnäckigkeit. Er hat sehr stark gespielt. Ich musste wirklich alles aus mir rausholen, um das Spiel zu gewinnen. Ich bin momentan extrem müde", sprach Peter Gade auf der Pressekonferenz.
Der 34-jährige Superstar war am Ende stehend KO - und doch überglücklich. Von Anfang an wurde Gade von den Zuschauern mit Sprechchören unterstützt und gefeiert. Man merkte, dass dieses Match etwas ganz Besonderes war. In seiner Heimat erlebt der Ausnahmesportler gerade eine Art "Revival". Die Zeitungen sind voll mit Artikeln über ihn. Die Dänen realisieren, dass eine ihrer großen Sportikonen bald die Bühne verlassen wird.
Morgen wartet sein Widersacher Lin Dan, der hier in London bislang keine Schwächen gezeigt hat. Gade ist in der Partie klarer Außenseiter. Aus europäischer Sicht bleibt zu hoffen, dass Gade bis zur Nachmittagssession seine Batterien wieder aufladen kann und dem Chinesen einen Fight liefern kann.
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