Drei Spiele in fünf Tagen - die Badmintonsaison fordert den TV Refrath in der kommenden Woche wie selten zuvor. Am Sonntag ist der BC Gifhorn in der Bundesliga zu Gast, am Dienstag tritt der TVR in Mülheim an und am Donnerstag richten die Westdeutschen ein Länderspiel aus.
Am Sonntag steht um 14 Uhr in der Halle Steinbreche das nächste Bundesligaspiel an. Der Gast heißt dann BV Gifhorn und ist für den TVR aktuell ein sehr guter Maßstab. Geht man davon aus, dass die SG Anspach den Klassenerhalt nicht schaffen wird, ist noch ein weiterer Abstiegsplatz zu vergeben. Neben dem 1.BV Mülheim und dem VfL Hamburg haben sich Gifhorn und Refrath bisher als Teams „der unteren Tabellenhälfte“ erwiesen.
Somit geht es für beide Mannschaften am Sonntag um eine ganze Menge, auch wenn die Saison noch sehr lange sein wird. So erwartet TVR-Chef Heinz Kelzenberg sechs relativ ausgeglichene Spiele, deren Ausgang schwer vorherzusagen ist. In je einem Spiel sind der TVR und der BV Gifhorn leichter Favorit, doch vier der sechs Begegnungen stehen auf des Messers Schneide. So können sich die Zuschauer sicherlich auf ein sehr interessantes 1. Herreneinzel zwischen Yu Hsien und dem Dauerläufer Raul Must aus Estland freuen, der in der vergangenen Saison immerhin Refrathes Nr. 1 Lu Qicheng bezwingen konnte. Aber auch das Dameneinzel zwischen Chloe Magee und Nationalspielerin Carola Bott sollte für Spannung sorgen.
Im Herrendoppel und Mixed gab es bislang für beide Teams in dieser Saison noch keinen einzigen Sieg, so dass in diesen beiden Begegnungen vermutlich die Entscheidung über den Gesamtsieg fallen wird. Mit dem Indonesier Yoga Pratama, der schon bei zwei DBV Ranglisten gefallen konnte, hat der BV einen starke Nummer Zwei in seinen Reihen, doch vielleicht gelingt Kai Waldenberger in dieser Begegnung der Überraschungscoup. Besonders optimistisch ist Teammanager Danny Schwarz im Hinblick auf das Damendoppel: „Wir haben hier eine Bilanz von 4:1, das gibt allen Grund zur Zuversicht“.
Dienstag: Bundesliga in Mülheim
Zwei Tage später, am Dienstag, 4.10., reist der TVR zum bislang noch sieglosen 1.BV Mülheim. Der Aufsteiger hat bislang nur einen Punkt einfahren können und steht am kommenden Wochenende schon mit dem Rücken zur Wand. Heinz Kelzenberg: „Mülheim muss gegen Anspach und uns punkten, sonst haben sie schon einen beachtlichen Rückstand. Doch auch wir wollen uns in der Tabelle etwas absetzen“. Auch diese Begegnung verspricht Hochspannung, wobei Mülheim vor allem im Herrendoppel favorisiert ist. Mit dem Indonesier Dasuki verpflichtete der Aufsteiger einen Top-Mann, der jedoch der Schweizer Einzeldame Cicognini den Nicht-EU Platz streitig macht. Danny Schwarz: „Dadurch haben wir in den Damenspielen wieder die Nase vorn“.
So oder so wird auch nach diesen beiden Begegnungen noch keine Vorentscheidung über den Abstieg gefallen sein, doch mit zwei Siegen wäre der TVR in der Tat aus dem Gröbsten heraus und könnte locker in die schweren letzten Begegnungen der Hinrunde in Berlin und gegen Lüdinghausen gehen. Heinz Kelzenberg: „Das sind sicherlich zwei sehr, sehr schwere Spiele“.
Länderspiel gegen Belgien am Donnerstag
Nur wiederum zwei Tage nach dem Spiel in Mülheim findet das nächste Top-Ereignis in Refrath statt. Am Donnerstag, den 6.10. um 19 Uhr trifft die Deutsche Badminton-Nationalmannschaft auf die Auswahl Belgiens. In diesem Freundschafts-Länderspiel präsentieren sich die besten deutschen Junioren nach ihrem grandiosen Europameistertitel in diesem Jahr auf heimischem Boden und spielen gegen die Top-Stars aus unserem Nachbarland.
Karten sind noch ausreichend an der Abendkasse erhältlich oder im Vorverkauf per direkter Kontaktaufnahme über info@tv-refrath.de
Erster Sieg sorgt für Erleichterung
Am letzten Wochenende hatte der TV Refrath mit 4:2 gegen die SG Anspach den ersten Saisonsieg eingefahren. Zwar meldete sich Max Schwenger mit einer Bänderverletzung ab und auch Denis Nyenhuis (Wadenzerrung) und Carla Nelte (Erkältung) waren geschwächt. Kurz vor Spielbeginn wurde jedoch entschieden, beide einzusetzen. Heinz Kelzenberg: „Das Damendoppel mit Carla und Kim, die Gott sei Dank wieder dabei ist, war heute das Schlüsselspiel“. In der Tat war der Sieg gegen Mona Reich und die international sehr erfolgreiche Holländerin Samantha Barning nicht unbedingt eingeplant gewesen.
Teamchef Danny Schwarz: „In den drei Einzel waren wir klarer Favorit, es musste also noch ein Doppel her“. Leider merkte man im neu zusammen gewürfelten Herrendoppel Lin/Nyenhuis, dass der Taiwanese so gut wie gar keine Erfahrung in dieser Disziplin hat. So sah Coach Heinz Kelzenberg auch wenig Möglichkeiten, das Doppel zum Erfolg zu bringen: „Alle taktischen Anweisungen waren für ihn nicht umsetzbar. Wir hätten besser Raphi Beck eine Chance gegeben“. Erst kurz vor Spielbeginn hatte man dem 19-jährigen Taiwanesen gegenüber seinem gleichaltrigen deutschen Vereinskollegen den Vorzug gegeben, wohl in erster Linie um den Gegner zu verunsichern. Kelzenberg: „Das hätten wir auch anders entscheiden können“.
Dass jedoch das in zwei Sätzen verlorene Herrendoppel nicht ausschlaggebend war, zeigten dann beim Stande von 1:1 die drei gewonnenen Einzel, in denen auch Kai Waldenberger nach vier Niederlagen in Folge mit couragiertem Spiel endlich sein Erfolgserlebnis hatte und seinen Gegner im dritten Satz mit 21:7 demontierte. Leider zeigte abschließend noch das zwangsläufig neu formierte Mixed mit Nyenhuis/Magee Abstimmungsschwächen und unterlag der gut aufgelegten gegnerischen Paarung in zwei engen Durchgängen.
Heinz Kelzenberg: „Leider war die Freude trotz des ersten Saisonsiegs im Team nicht allzu groß. Jeder hat momentan sein eigenes Päckchen zu tragen und denkt schon an die folgenden sehr wichtigen Begegnungen gegen Gifhorn und Mülheim“. In diesen beiden nächsten Spielen entscheidet sich, ob der TVR neben Anspach eine weitere Mannschaft auf Abstand hinter sich lassen kann. Danny Schwarz rechnet vor: „Bei zwei Siegen wäre der Abstand zu den beiden letzten Teams schon vier Punkte“. Der TVR darf zuversichtlich sein, weil in Bestbesetzung, hofft jedoch auf schnelle Rekonvaleszenz seiner angeschlagenen Spieler. Vor allem der Einsatz von Max Schwenger wäre wünschenswert, um das Herrendoppel stärker zu machen.