Chinas Chefcoach Li Yong-bo muss sich jetzt schon von der eigenen Presse kritische Fragen gefallen lassen. Nach der überraschenden Absage von Lin Dan für die China Open im November dieses Jahres, war die Kritik in China an der Vorgehensweise Li Yong-bos groß. „Coach under fire for Lin Dan absence” titelte mit China Daily eine der großen Tageszeitungen aus dem Reich der Mitte.
Es ist eines der zahlreichen Turniere, an denen Lin Dan entweder aufgrund einer Verletzung gar nicht teilnimmt oder aber im direkten Spiel mit einem Landsmann die Partie kampflos abgibt. Viele wittern hinter diesen Aktionen einen gezielten Betrug, um insgesamt drei chinesischen Herreneinzeln den Start bei den Olympischen Spielen in London 2012 zu ermöglichen. Diese muessen unter den besten Vier der Weltrangliste platziert sein. Wie „China Daily“ berichtet, verschaffte der vierfache Weltmeister seinen Teamkollegen in dieser Saison bereits viermal das Weiterkommen ohne Kampf.
„Wenn es eine Strategie gewesen ist, dann bin allein ich dafür verantwortlich“, spricht Li Yong-bo gegenüber „China Daily“ mehr oder weniger in Rätseln. „Aber mit den Aktionen von Lin Dan habe ich nichts zu tun.“ Bei den Singapore Open, einem der Topturniere der Welt, macht Yong-bo die Organisation für die Vorfälle verantwortlich. „Die Singapore Open waren nicht gut organisiert. Lin Dan bekam Durchfall und die Auslosungen waren wie immer schlecht für uns. Und außerdem kennen sich die Spieler untereinander so gut, dass die Spiele besonders hart sind. Verletzungen sind da ganz normal.“