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International

05.11.2011 21:10

Ein Paar gelbe Schuhe im Finale

Von: Michael Stauner

Thomas Laybourn

Thomas Laybourn im gelben Schuh [Foto: Sven Heise]

Sie sind den Zuschauern bei den Bitburger Open 2011 in Saarbrücken schon seit dem Viertelfinale ins Auge gestochen: gelbe Schuhe, eine kleine schwarze Fläche mit silbernen Streifen an der Seite, schwarze Schnürsenkel und schwarze Polsterung um den Knöchel. Doch nur ein Spieler schaffte mit dem Yonex SHB 92 den Einzug ins Finale.

Dmytro Zavadsky war es nicht. Der Ukrainer unterlag im Viertelfinale Eric Pang. Die gelben Yonex-Schuhe können nicht der Grund für die Niederlage gewesen sein. Denn Pang hatte sie ebenfalls an. Im Halbfinale brachten sie dem Niederländer jedoch kein Glück mehr. Gegen Zhengming Wang aus China musste sich Pang mit 21:18, 21:8 geschlagen geben.

Auch Marc Zwiebler brachte den gelben Schuh nicht ins Endspiel. Gegen Hans-Krisitan Vittinghus holte sich der Bonner zwar den ersten Durchgang, dann ließ die Konzentration nach. „Im zweiten Satz war ich für die Fehler verantwortlich“, erklärte Zwiebler. „Er ist eigentlich nicht der Nervenstärkste“, wähnte er sich gegenüber dem Dänen im Vorteil. „Natürlich bin ich jetzt erstmal enttäuscht“, meinte Zwiebler, der bis dahin eine souveräne Leistung gezeigt hatte. Selbst nach der Niederlage nahm er sich noch Zeit für seine vielen jungen Fans. Nach dem Gruppenfoto mit dem Nachwuchs des 1. BC Tus Bad Marienberg aus dem Westerwald sendete er sogar noch eine Video-Botschaft an deren daheimgebliebenes Teammitglied Elisabeth. Auf sein Schuhwerk schiebt er die denkbar knappe Niederlage gegen Vittinghus, gegen den er im dritten Satz zwischenzeitlich 8:2 und 18:11 hinten lag, nicht.

„Wenn es eine gute Ausrede wäre, würde ich sie benutzen“, kommentierte Zwiebler das 17:21, 21:17, 21:16 in Bezug auf seine Treter. Es hätte ihm auch niemand geglaubt, denn wenn ein Spieler in diesem Turnier augenscheinlich Probleme mit seinem Schuhwerk hat, dann Vittinghus. Wie schon im Viertelfinale gegen Chan Kwong Beng rutschte der Däne auch gegen Zwiebler quasi in Dauerschleife über die Unterlage, sodass sogar die Schiedsrichterin bezweifelte, dass die nicht mehr ganz neuen blau-weißen Hallenschuhe mit den weißen Schnürsenkeln so das Wahre sind.

Auch Oliver Roth trat mit besagtem gelben Schuh an den Füßen an, scheiterte mit Michael Fuchs jedoch im Herrendoppel-Viertelfinale an Chris Adcock und Andrew Ellis, die im Halbfinale die Segel gegen Maneepong Jongjit und Bodin Issara aus Thailand strichen. Dafür brachte Li Xuerui ein Paar gelbe Schuhe ins Finale – jedoch nicht oben beschriebene Yonex. Die Chinesin setzte sich im Dameneinzel-Halbfinale gegen Juliane Schenk mit 21:15, 21:14 durch. Wer weiß, was für die Berlinerin mit anderem Schuhwerk drin gewesen wäre? Vermutlich wäre das Spiel genauso verlaufen, denn „dass es von der Leistung her nicht nach ganz oben gereicht hat, lag an der Stärke der Gegnerin“, sagte Schenk. Diese habe sich am Samstag in bestechender Form präsentiert, während Schenk nicht in ihr Spiel hinein fand. „Da habe ich mich schnell über Fehler geärgert“, meinte die Berlinerin anschließend. „Schade, aber die nächste Chance steht bald wieder an“, verweist die Deutsche Meisterin auf die Hong Kong Open in zweieinhalb Wochen. Im Finale trifft Li Xuerui nun auf Yao Jie aus den Niederlanden, die sich in drei Sätzen gegen die Japanerin Sakaya Sato durchsetzte. Die gleichen Schuhe wie Li Xuerui trug auch deren Landsfrau Yixin Bao. Für ein Finalticket im Mixed an der Seite von He Hanbin reichte es aber nicht. Thomas Layourn und Kamilla Rytter Juhl zogen stattdessen mit 21:17, 21:10 ins Endspiel ein.

Damit ist Laybourn der einzige Spieler, der den gelben Yonex SHB 92 ins Finale brachte. Dort trennen ihn, seine Mixed-Partnerin und den gelben Schuh nur noch zwei Dinge, genauer ausgedrückt Personen, vom Triumph: Peng Soon Chan und Liu Ying Goh. Er, Chan, der in Saarbrücken auch unter dem Namen „Mr. Jumpsmash“ auflaufen könnte und sie, Goh, die vorne stark antizipiert.  Die beiden Malayen setzen sich im Halbfinale gegen Chinas Liu Xiaolong – einziger Spieler bei den Bitburger Open 2011, der in zwei Disziplinen im Halbfinale stand – und Cheng Shu durch. Aber wer weiß, womöglich packt ja noch ein anderer Finalist einen gelben Schuh aus. Das chinesische Final-Herrendoppel Liu Xiaolong und Qiu Zihan schlug bislang immerhin in gelben Trikots auf.

Die Endspiele bei den Bitburger Open 2011:

HD: Xiaolong/Zihan (CHN) – Maneepong Jongjit/Bodin Issara (THA)
DD: Fujii/Kakiiwa (JPN) – Wengberg/Lennartsson (SWE)
HE: Wang Zhengming (CHN) – Hans-Kristian Vittinghus (DEN)
DD: Li Xuerui (CHN) - Yao Ji (NED)
MX: Laybourn/Juhl (DEN) - Soon Chan/Ying Goh (MAS)

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