Als zu starker Gegner erwies sich der Tabellendritte der Badminton-Bundesliga, der SC Union 08 Lüdinghausen am Dienstagabend für den TV Refrath. Mit vier internationalen und zwei deutschen Nationalspielern angereist, demonstrierte Union, warum sie in diesem Jahr um die Playoff-Plätze mitspielen. Obwohl endlich wieder in stärkster Besetzung reichte es für den TVR nur zu einem 1:5.
In den beiden Doppeln, die den Gegner von vorne herein in einer Favoritenstellung sahen, war mehr drin als am Ende heraus kam. Das Herrendoppel Schwenger/Nyenhuis spielte einen hervorragenden zweiten Satz, den sie als verdiente Sieger hätten beenden können. Im Damendoppel gingen Buss/Nelte gegen Schnaase/Piek über drei Sätze und konnten nach gewonnenem ersten Durchgang im zweiten eine 10:5 Führung nicht halten. Dennoch attestierte Coach Heinz Kelzenberg den beiden eine gute Leistung: „Die beiden haben sehr gut gespielt aber die Gegnerinnen waren in der zweiten Hälfte des Spiels enorm sicher. Es hätte beinah geklappt, sich im zweiten Satz entscheidend abzusetzen“.
Es folgten die beiden Herreneinzel, ebenfalls mit enttäuschendem Ausgang für den TVR. Kai Waldenberger unterlag dem routinierten Ukrainer Druzchenko in zwei Sätzen und war nach Ende der Begegnung sehr selbstkritisch: „Ich habe es nicht geschafft, mit dem Gegner ein schnelleres Tempo zuspielen. So konnte ich das Spiel nicht gewinnen“. Lin Yu Hsien, der erst am Samstag wieder zurück aus Taiwan an die Steinbreche gekommen war, hatte es mit dem Indonesier Kurniawan zu tun. Viele hatten ihn als klaren Favoriten gesehen und Lin gewann auch den ersten Satz relativ sicher. Doch dann nahm sich der 20-jährige Taiwanese die ein oder andere Kunstpause und auch ein Endspurt im dritten Satz konnte die 20:22-Niederlage gegen den stark aufspielenden Gegner nicht abwenden.
Ein ausgeglichenes Spiel hatte man im Dameneinzel zwischen Chloe Magee und der drittbesten deutschen Einzeldame Karin Schnaase erwartet. Heinz Kelzenberg: „Ich war sogar sehr optimistisch und wir hatten einen erfolgversprechenden Plan“. Doch diesen konnte die Irin am Dienstag in nahezu keiner Phase umsetzen. Durch eine Erkältung etwas geschwächt musste sie aber vor allem die absolut erstklassige Leistung ihrer Gegnerin anerkennen, die ihr nach knappem ersten Durchgang im zweiten keine Chance ließ. Kelzenberg: „Der erste Satz hätte anders laufen können aber im zweiten Satz war Karin überragend. Ich freue mich aber auf die Revanche im Rückspiel“.
Unglaubliche Ballwechsel sahen die Zuschauer dann noch im abschließenden Mixed, dessen Spielverlauf alle überraschte. Viel zu locker ließen es die holländischen Klassespieler Ruud Bosch und Selena Piek im ersten Satz angehen so dass die konzentriert und sehr motiviert aufspielenden Rerather Denis Nyenhuis/Carla Nelte diesen auch gewinnen konnten. Im zweiten Satz demonstrierten die Holländer (Bosch steht immerhin im Doppel auf Rang 25 in der Welt) ihre Überlegenheit, doch im dritten Satz entwickelte sich trotzdem eine offene Partie. Besonders erfreulich war, dass Nyenhuis/Nelte im Endspurt, als beide Paarungen das Spiel unbedingt gewinnen wollten, die Besseren waren und mit 21:19 gewinnen konnten. Danny Schwarz: „Das war mehr als ein versöhnliches Ende. Ich freue mich sehr für die beiden und es war toll zu erleben, dass wir auch in dieser Disziplin solche Leistungen bringen können. Leider ist es in keinem der anderen Spiele vergleichbar gelaufen und damit geht der Sieg für Union auch in Ordnung“.
In den nächsten vier Woche gegen die TVR-Asse auf internationale Turniertour oder spielen bei der Deutschen Rangliste in Cuxhaven, bevor es am 3./4.12. in der Bundesliga weiter geht. Eine Reise nach Rosenheim und das Lokalderby in heimischer Halle gegen den 1.BC Beuel stehen auf dem Programm. Heinz Kelzenberg: „In der Hinrunde haben wir beide Spiele knapp verloren, daher möchten wir mindestens einen Punkt im Dezember holen“. Beide Gegner sind jedoch in der Tabelle vor dem TV Refrath platziert.