Die Vorfreude auf die Deutschen Meisterschaften in Bielefeld hält sich bei Karin Schnaase in Grenzen. Im Dameneinzel wurde die Vizemeisterin von 2011 und 2010 an Position vier gesetzt. Damit könnte sie im oberen Tableau der Setzliste im Halbfinale auf Juliane Schenk treffen. Die Weltranglisten-Siebente ist an eins gesetzt, Olga Konon an zwei. Im unteren Tableau spielt Carola Bott an Nummer drei und könnte im Halbfinale auf Konon treffen.
Das sorgt für Verärgerung bei den Schnaases. Konon, gebürtige Weißrussin, wurde im vorigen Jahr eingebürgert. Karin Schnaase kann noch damit leben, dass die Neu-Deutsche vor ihr gesetzt wird, schließlich liegt Konon auch in der Weltrangliste vor ihr. Aber dort steht Schnaase deutlich vor Bott. „Ich hatte gehofft auf die Chance, mal bei einem großen Turnier gegen Olga Konon zu spielen“, sagt Schnaase. Schenk und Konon werden vom Deutschen Badminton-Verband (DBV) bei der Qualifikation für Olympia unterstützt, Schnaase nicht. „Ich bin sehr enttäuscht, dass die Plätze drei und vier gelost wurden“, erklärt Schnaase.
„Der deutsche Verband kann, muss die Plätze drei und vier aber nicht losen“, weiß Michael Schnaase. „Es ist seltsam, dass der Verband nicht nach Leistung setzt. Ich kann das nicht verstehen. Dann hätte man auch die Plätze zwei und drei losen können.“
Beim DBV heißt es, dass seit Jahren so verfahren werde: Die Spielerinnen mit den Setzplätzen eins und zwei (richten sich nach der Weltrangliste) werden gesetzt, die mit den Plätzen drei und vier werden ebenso gelost wie die mit den Plätzen fünf bis acht und neun bis 16.
„Das ärgert mich, aber ich kann nichts machen und muss mich damit abfinden“, sagt Karin Schnaase. Sie bereitet sich jetzt auf die Meisterschaft vor. Das erste Match steht am nächsten Donnerstagabend auf dem Plan. Ihr Ziel: „Ich will ins Halbfinale kommen und dann ein gutes Spiel machen.“
Der Original-Artikel erschien in der Münsterländischen Volkszeitung.