Die 21-jährige Chinesin Li Xuerui hat am Samstag die Goldmedaille im Dameneinzel gewonnen. Die zweifache Asienmeisterin besiegte vor 5000 Zuschauern in der ausverkauften Wembley Arena ihre favorisierte Landsfrau Wang Yihan mit mit 21:15, 21:23, 21:17. Li Xuerui war zum Ende der Olympiaqualifikation im Mai an Platz vier der Weltrangliste geführt worden und eigentlich gar nicht für die Olympischen Spiele qualifiziert, da drei Landsfrauen vor ihr platziert waren. Eine spezielle Regelung des Weltverbandes BWF lässt es aber in einem derartigen Fall zu, dass der nationale Verband auswählen kann, welche drei Spielerinnen mitfahren dürfen. Der chinesische Trainerstab strich daraufhin die an drei platzierte Wang Shixian und ersetzte sie durch die junge Li Xuerui.
Gegen ihre Endspielgegnerin und Weltmeisterin Wang Yihan hatte die neue Olympiasiegerin die letzten drei Begegnungen in diesem Jahr gewonnen und sie bei den All England, den Asienmeisterschaften sowie bei den Indonesia Open bezwungen. Auch in London schien zunächst alles auf einen relativ einfachen Sieg hinauszulaufen, als sie nach gewonnenem ersten Satz auch im zweiten Satz mit 12:9 in Führung lag. Jedoch kämpfte sich Wang Yihan näher ran, wehrte zwei Matchbälle ab und gewann mit 23:21. Im dritten Satz rettete die neue Olympiasiegerin einen frühen 8:3-Vorsprung bis ins Ziel.
"Wang ist körperlich stärker, sie ist die Nummer eins der Setzliste und sie hatte möglicherweise einen größeren Druck", sagte Li Xuerui, die von Zhang Ning trainiert wird. Zhang Ning gewann bei den Olympischen Spielen 2004 und 2008 die Goldmedaille. Li Xuerui folgt damit in die Fußstapfen ihrer Trainerin. "Ich habe die Medaille nicht für mich sondern für mein Land gewonnen", sagte die 21-Jährige.
Das Endspiel dauerte 78 Minuten und war die längste Dameneinzelpartie des Turniers. Im Vergleich dazu lag die Spieldauer aller 58 ausgetragenen Spiele im Durchschnitt bei 36 Minuten. Der längste Ballwechsel der Finalistinnen lag bei 43 Schlägen und dauerte 45 Sekunden.