Marc Zwiebler hat bei den Olympischen Spielen in London eines der längsten Spiele des gesamten Turniers bestritten. Sein Achtelfinale gegen den chinesischen Ex-Weltmeister Chen Jin dauerte 82 Minuten und wurde nur vom Herrendoppelhalbfinale der Dänen Carsten Mogensen und Mathias Boe gegen die Koreaner Lee Yong-Dae und Chung Jae-Sung überboten, die insgesamt 83 Minuten auf dem Court in der Wembley Arena standen.
Es gibt zahlreiche interessante Statistiken über das olympische Badmintonturnier, die bei den meisten anderen Turnieren nicht erhoben werden. Badzine.de präsentiert in einer Zusammenstellung einige von ihnen:
Teilnehmer:
172 (86 Männer/86 Frauen)
51 Nationen waren vertreten (Malediven, Türkei und Israel erstmals); 28 aus Europa, 13 aus Asien, 6 aus Panamerika, 3 aus Afrika, eine aus Ozeanien
17 Starter (die größte Gruppe) kamen aus China (12 aus Korea, 11 aus Japan); Deutschland hatte 6 Vertreter
Teilnehmer nach Disziplin/Anzahl der Spiele:
HE: 40 Teilnehmer / 48 Spiele
DE: 46 Teilnehmer / 58 Spiele
HD: 16 Paarungen / 29 Spiele (3 Spiele wegen Verletzung gestrichen)
DD: 16 Paarungen / 22 Spiele (10 Spiele wegen Disqualifikation gestrichen)
MX: 16 Paarungen / 32 Spiele
Spieldauer:
HE: 34:07 Stunden; im Schnitt 43 Minuten pro Match
DE: 34:44 Stunden; im Schnitt 36 Minuten pro Match
HD: 17:51 Stunden; im Schnitt 37 Minuten pro Match
DD: 16:11 Stunden; im Schnitt 44 Minuten pro Match
MX: 21:56 Stunden; im Schnitt 41 Minuten pro Match
Mit einer Spieldauer von 83 Minuten war das Halbfinale im Herrendoppel (Mathias Boe/Carsten Mogensen – Lee Jong-Dae/ Chung Jae-Sung) Spitzenreiter.
Die kürzesten Spiele mit jeweils 20 Minuten waren das Dameneinzel Telma Santos (Portugal) gegen Thilini Jayasinghe aus Sri Lanka (21:9, 21:11) sowie das Damendoppel-Viertelfinale Valeria Sorokina / Nina Vislova gegen die Südafrikanerinnen Michelle Edwards / Anneri Viljoen (21:9, 21:7).
Das Skandalspiel der Chinesinnen Yu Yang und Wang gegen die Koreanerinnen Jung Kyung-Eun /Kim Ha Na (21:14, 21:11) gehörte mit einer Länge von 23 Minuten auch zu den kürzesten. Wie wenig die Spielerinnen zur Sache gingen, zeigt auch die Tatsache, dass lediglich vier Federbälle verbraucht wurden.
Ballverbrauch:
HE: 953 Stück; im Schnitt 19,9 Stück pro Spiel
DE: 542 Stück; im Schnitt 9,3 Stück pro Spiel
HD: 377 Stück; im Schnitt 13 Stück pro Spiel
DD: 267 Stück; im Schnitt 12,1 Stück pro Spiel
MX: 389 Stück; im Schnitt 12,2 Stück pro Spiel
Insgesamt wurden 2528 Bälle im Turnierverlauf verbraucht. Im Vorfeld hatten die Organisatoren 8400 Bälle gekauft; allerdings wurden viele Bälle auch im Training verbraucht.
Spitzenreiter beim Ballverbrauch war das Bronzespiel im Herreneinzel (Chen Jin – Lee Hyun-Ill) mit 35 Bällen; gefolgt vom HE-Endspiel (Lin Dan – Lee Chong Wei) mit 33 Bällen.
Längste Ballwechsel:
HE: 60 Schläge (65 Sekunden)
DE: 50 Schläge (56 Sekunden)
HD: 76 Schläge (73 Sekunden)
DD: 97 Schläge (95 Sekunden)
MX: 59 Schläge (84 Sekunden)
Im Übrigen war der international registrierte längste Ballwechsel in der Badminton-Historie 157 Schläge lang und wurde 2003 beim Sudirman Cup im Damendoppel (Ra Kyung-Min/Lee Kyung-Won – Rikke Olsen/Ann Lou Jørgensen) gespielt.
Zeitplan/Ticketpreise:
Es gab an den neun Turniertagen insgesamt 24 Sessions, für die sich die Zuschauer jeweils eine Eintrittskarte kaufen mussten (zumeist drei Sessions pro Tag). Das Publikum bekam dafür zwischen zwei und 15 Spielen zu sehen. Für das Finale im Dameneinzel und Damendoppel (4. August) sowie die Endspiele im Herreneinzel und im Herrendoppel (5. August) wurden die vermutlich teuersten Eintrittskarten verkauft, die jemals bei einem Badmintonturnier verlangt wurden. In der teuersten Kategorie waren für deutsche Zuschauer (exklusiv nur über Der Tour erhältlich) 240 Euro fällig (Engländer zahlten 150 Pfund). Die Karten in den weiteren Kategorien lagen bei 152 Euro, 104 Euro und 72 Euro.
Zum Vergleich (die Endspielpreise für das Herreneinzel bei zurückliegenden Olympischen Spielen):
2008 Peking: 68 Euro und 27 Euro
2004 Athen: 38 Euro
2000 Sydney: 115 Euro
1996 Atlanta:74 DM
1992 Barcelona: 51 DM und 34 DM
Jüngste/älteste Teilnehmer:
Mit 17 Jahren war die Thailänderin Ratchanok Intanon die jüngste Teilnehmerin. Die dreifache U19-Weltmeisterin beförderte im Achtelfinale die deutsche Medaillenhoffnung Juliane Schenk aus dem Turnier. Michelle Edwards aus Südafrika war mit 38 Jahren die älteste Teilnehmerin in London. Mit Doppelpartnerin Annari Viljoen gewann sie kein Spiel. Rückte aber nach der Disqualifikation von vier Paarungen im Damendoppel in die K.O.-Runde vor.
Und sonst noch:
Die 34-jährige Finnin Anu Nieminen (ehemals Weckström) startete in London zum vierten Mal bei Olympischen Spielen im Dameneinzel und landete dabei noch eine Premiere: die Frau des Tennisspielers Jarkko Nieminen gewann nämlich ihr erstes Spiel. Nach zuvor drei Erstrundenniederlagen besiegte sie im ersten Gruppenspiel die Mexikanerin Victoria Montero mit 21:12, 21:18.
Der Maledive Mohamed Ajfan Rasheed war mit Platz 226 in der Weltrangliste der am schlechtesten platzierte Spieler des Turniers. Er war auf Wunsch des IOC mit der sogenannten Tripatriate-Regel aufgenommen worden, wonach möglichst viele Länder an den Olympischen Spielen beteiligt werden sollen. Der deutsche Mixed-Spezi Michael Fuchs sagte über Rasheed: „Ich glaube, dass ich jeden Badminton-Teilnehmer hier in London kenne. Aber den habe ich noch nirgends gesehen“. Der Maledive holte sich im ersten Spiel eine Packung (21:9, 21:6) gegen den sechsfachen deutschen Meister Marc Zwiebler ab.