TV Refrath mit Hafiz Hashim und Schwenger gut aufgestellt – Heinz Kelzenberg über die Saison 2012/2013. Der TV Refrath hat einen ordentlichen Saisonstart in die Bundesliga-Spielzeit 2012/2013 hingelegt. Mit Muhammad Hafiz Hashim hat der Topverein aus Bergisch-Gladbach einen international erfahrenen Spieler für das 1. Herreneinzel verpflichtet.
Der ansonsten nahezu deutsche Kader um den jungen Nationalspieler Max Schwenger, den mit den Jahren immer besser werdenden Kai Waldenberger, Doppelspezialist Dennis Nyenhuis, Neuzugang Richard Domke vom Aufsteiger SV Fischbach, Talent Raphael Beck, Nationalspielerin Carla Nelte, Eigengewächs Mette Stahlberg, die Niederländerin Iris Tabeling und Chloe Magee aus Irland will frühzeitig den Klassenerhalt realisieren, wie Michael Stauner von Vereinsvorstand Heinz Kelzenberg erfahren hat.
BADZINE: 2:4 gegen den 1. BC Bonn-Beuel, Remis gegen den PTSV Rosenheim und ein 6:0-Erfolg gegen den BV Gifhorn. Hätten Sie die Ergebnisse so vorhergesagt?
Heinz Kelzenberg: Dann wäre ich ja Hellseher (lacht). Drei Punkte sind in Ordnung, aber nicht überragend. Gegen Beuel hätten wir mit gewonnenem Damendoppel punkten können und in Rosenheim wäre ein Sieg – aber auch eine Niederlage – möglich gewesen. Insgesamt sind wir zufrieden.
BADZINE: Mit welcher Aufstellung will der TV Refrath am Samstag in der Sporthalle Steinbreche den Aufsteiger SV Fischbach in seine Schranken verweisen?
Kelzenberg: Mit derselben Aufstellung wie in den ersten drei Spielen. (HD: Schwenger/Nyenhuis; DD: Magee/Nelte, HE 1: Hafiz Hashim; HE 2: Waldenberger; DE: Chloe Magee; GD: Schwenger/Nelte; Anm d. Red.)
BADZINE: Vor gut zwei Jahren haben Sie sich die Dienste des jungen Nationalspielers Max Schwenger gesichert. Wie beurteilen Sie diese Verpflichtung und Schwengers Entwicklung im Nachhinein?
Kelzenberg: Max ist der talentierteste Doppel- und Mixedspieler, den wir in Deutschland haben. Ich glaube, dass wir ihn längerfristig an den TVR binden können, denn er hat schon einige Angebote ausgeschlagen und fühlt sich bei uns sauwohl. Er ist für mich unser Führungsspieler der nächsten Jahre.
BADZINE: Mit Muhammad Hafiz Hashim hat der TV Refrath diese Saison einen klangvollen Namen fürs erste Einzel an sich gebunden. Für wie viele Spiele gilt die Vereinbarung? Welche Anreize hat der Verein dem Spieler gesetzt, damit der Malaye in die Bundesliga kommt und wie kam der Transfer zustande?
Kelzenberg: Wir planen aktuell für acht Spiele mit ihm. Er trainiert in Malaysia unabhängig vom Verband und bestimmt dadurch selbst, was er macht. Dadurch konnte der Kontakt überhaupt erst durch unseren ehemaligen Spieler Kaybin Yeoh realisiert werden. Er hat noch nie in einer Liga gespielt und fand unsere Idee interessant, einmal in der Bundesliga aufzulaufen. Und er nimmt ja auch etwas Geld mit zurück nach Hause.
BADZINE: Von drei Einzeln hat Hafiz Hashim schon zwei verloren – gegen Europameister Marc Zwiebler (Beuel) und seinen Landsmann Tan Chun Seang (Rosenheim). Sind Sie enttäuscht? Wie wirken sich diese Ergebnisse auf die Erwartungshaltung aus?
Kelzenberg: Einerseits erwartet man von solch einem Star natürlich Wunderdinge. So naiv ist man manchmal. Aber er ist nicht topfit angereist, sodass seine Energie gegen diese beiden Gegner nicht reichte. Marc hat den ersten Satz in Beuel überglücklich gewonnen und man hatte den Eindruck, dass dies spielentscheidend war. Und Marc hat natürlich auch wirklich Klasse. Tan gegen Hafiz war ein enges Spiel aber am Ende gewann der Fittere.
BADZINE: In den weiteren Einzel in der Liga ist Hafiz Hashim klarer Favorit – von einer Partie gegen Berlins Wong Choong Han abgesehen. Sehen Sie das anders oder sind seine Siege fest eingeplant?
Kelzenberg: Ich würde es genau so sehen, aber er wird - wie gesagt - gegen sehr viele Gegner auch nicht dabei sein.
BADZINE: Wie lautet das Saisonziel des TV Refrath nach den ersten drei Partien?
Kelzenberg: Klassenerhalt klingt irgendwie langweilig, aber mehr ist natürlich nicht drin. Ich glaube, dass die Abstiegsfrage in dieser Saison früh entschieden wird und dass bis zum letzten Doppelspieltag nicht klar ist, wer in die Playoffs geht. Dazwischen gibt es zwei bis drei Plätze (6-8), auf denen wir uns tummeln werden. Platz 7 wie in den letzten drei Jahren wäre okay. Wir haben im Grunde nur 1,5 Ausländer. Wenn ich mir die personelle Ausrichtung einiger anderer Teams anschaue, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Da bin ich glücklich, dass ich noch tolle Spielerinnen und Spieler in unserer Zweitligamannschaft habe, die bald in der 1. Liga spielen werden.
BADZINE: Bei der DMM der Schüler 2008 in Neusäß hat ihre Tochter Marie den Schläger für die Nachwuchsabteilung des TV Refrath geschwungen. Wie hat sie sich auf dem Badmintonfeld entwickelt?
Kelzenberg: Sie hat auch zwei Jahre später in Gera bei der DMM der Jugend gespielt, als wir Deutscher Meister wurden und ist immer noch aktiv. Sie spielt nach wie vor in einer Mannschaft und hat Spaß und Erfolg im Training. Aber eine Bundesligaspielerin wird sie nicht, dafür macht sie hoffentlich ein gutes Abitur und geht einen anderen Weg, was auch super so ist. Und sie ist unsere Bundesliga-Fotografin.
BADZINE: Badminton beim TV Refrath dürfte im Raum Bergisch-Gladbach ein sportlicher Leckerbissen sein. Hat Badminton in der Region eine Vormachtstellung? Mit welchen Sportarten und Vereinen konkurrieren Sie um Zuschauer, Sponsoren und mediale Aufmerksamkeit? Wie viele Fans strömen regelmäßig zu Bundesliga-Heimspielen in die Sporthalle Steinbreche?
Kelzenberg: Wie in allen anderen Bundesligavereinen könnte die Sponsorensituation und die mediale Aufmerksamkeit besser sein. Natürlich ist Fußball ein echter Gegner, ob in der Presse oder im Fernsehen, wenn gleichzeitig Bundesliga ist. Die Zahl unserer Zuschauer schwankt drastisch zwischen 150 und 300, was ausschließlich damit zusammenhängt, ob zeitgleich ein Spieltag oder Ranglistenturnier in NRW ist. Wir versuchen über unsere Vision „Refrather Pänz in die Bundesliga“ mehr und mehr regionalen Bezug zu unserem Bundesligateam herzustellen und haben das Ziel, mittelfristig zwischen 300 und 500 Zuschauer in die Halle zu locken.
BADZINE: Viel Erfolg dabei und danke für die Beantwortung der Fragen!