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International

23.10.2012 12:32

Aufschlag zum Jubiläumsturnier

Von: Pascal Blum/Red.

Marc Zwiebler auch in Saarbrücken am Start [Foto: BadmintonPhoto]

Im Jahr 1987 steckten im Saarbrücker Stadtteil Bischmisheim einige Badminton-Enthusiasten die Köpfe zusammen. Sie hatten eine Idee: Sie wollten ein Turnier veranstalten, an dem die besten saarländischen Spieler teilnehmen sollten. Dass daraus ein Turnier entstehen würde, das sich im globalen Badminton-Zirkus etabliert – damit rechnete vor 25 Jahren niemand.

Doch es kam so: Die einstige Schulsporthallen-Veranstaltung heißt heute Bitburger Badminton Open und ist ein mit 120.000 US-Dollar dotiertes Grand-Prix Gold Turnier auf höchstem Niveau. Vom 30.Oktober bis 4. November 2012 schlagen in der Saarbrücker Saarlandhalle wieder Spitzenspieler aus aller Welt auf. Nach den Olympischen Spielen von London haben die deutschen Badmintonstars in der Landeshauptstadt zum ersten Mal wieder die Gelegenheit, sich auf heimischen Boden mit der internationalen Konkurrenz zu messen.

Beste Chancen im Einzel

Ein Blick in die Historie zeigt, dass gerade für die deutschen Spitzenspieler die Bitburger Badminton Open immer ein gutes Pflaster waren. Ein Final- oder Halbfinaleinzug ist hier eher die Regel als eine Ausnahme. „Wir werden bei den Bitburger Open wie immer mit allen deutschen Top-Spielern an den Start gehen“, sagt Martin Kranitz, der Sportdirektor des Deutschen Badminton Verbands (DBV). Und auch in diesem Jahr stehen die Chancen gut, dass einige von ihnen es bis in die Endspiele am Sonntag schaffen. So ist Deutschlands bester Herreneinzelspieler Marc Zwiebler auf Position zwei gesetzt. Vor dem derzeitigen Weltranglisten-18. steht nur der Vorjahresgewinner Hans-Kristian Vittinghus aus Dänemark.

Neu in diesem Jahr ist, dass die erste Runde im Herreneinzel schon am Turnierdienstag ausgespielt wird. In seiner Auftaktpartie muss der amtierende Europameister gegen den Niederländer Erik Meijs ran. Echte Titelchancen hat auch Juliane Schenk – zumal sie sich derzeit in bestechender Form zeigt. Mit einer Weltklasse-Vorstellungen kam sie am vergangenen Wochenende beim mit 400.000 US-Dollar dotierten Premier SuperSeries-Turnier Denmark Open bis ins Finale – bei einer Veranstaltung dieser Art ist das zuvor noch keinem DBV-Akteur gelungen. Unter anderem schlug die Weltranglistensiebte im Viertelfinale die aktuelle Olympiasiegerin Li Xuerui aus China in zwei Sätzen. In der Setzliste rangiert die WM-Bronzemedaillengewinnerin auf Rang eins, gefolgt von der Bitburger Open Vorjahrsfinalistin Jie Yao aus den Niederlanden. Die zweimalige Vize-Europameisterin Schenk trifft in der ersten Runde des Dameneinzels auf Kaja Stankovic aus Slowenien.

Bewährte Doppel im Einsatz

Nach Olympia ist bekanntlich vor Olympia. So nutzen die einzelnen Nationen die erste Phase nach dem Großereignis, um neue Doppel zusammenzustellen, um zu testen und auszuprobieren. Nicht so im deutschen Team. „Bei uns ist es so, dass wir unsere besten Paare erst einmal nicht umstellen werden. Die werden sicherlich noch ein Jahr in der jetzigen Konstellation weiterspielen“, erklärt Martin Kranitz. Bei den Bitburger Open ist das bestens aufeinander eingespielte deutsche Herrendoppel Ingo Kindervater und Johannes Schöttler gut positioniert, es wird auf dem zweiten Rang geführt. Weiter nehmen Michael Fuchs und Oliver Roth die vierte Stelle ein.

Das Maß aller Dinge dürften in dieser Disziplin allerdings Mathias Boe und Carsten Mogensen sein. Die Dänen sind die Silber-Medaillengewinner von London und belegen in der Weltrangliste den zweiten Platz. Auch das Duo Michael Fuchs und Oliver Roth hat es in der ersten Runde mit Spielern aus dem Nachbarland Niederlande zu tun. Sie treten gegen Jacco Arends und Jelle Maas an. Kindervater und Schöttler setzten sich zu Beginn mit Gennadiy Natarov und Artem Pochtarev aus der Ukraine auseinander.

Auch im Mixed-Wettbewerb darf sich der 30-jährige Michael Fuchs vom 1. BC Bischmisheim zusammen mit Birgit Michels sicher etwas ausrechnen. Das bei den Bitburger Open an  Position vier geführte gemischte Doppel schrieb bei den Spielen in London deutsche  Badminton-Geschichte: Sie erreichten als erstes deutsches Mixed in der Historie der  olympischen Badmintonwettbewerbe das Viertelfinale. Die in der Welt auf Rang 25 gelisteten  Deutschen möchten auch in Saarbrücken mindestens aufs Podest. Als ärgste Widersacher gelten hier die an Nummer eins verzeichneten Polen Robert Mateusiak und Nadiezda Zieba  sowie die an zweiter Stelle stehenden Briten Chris Adcock und Imogen Bankier – ihres  Zeichens die amtierenden Vize-Weltmeister. Schon zum Aufgalopp erwartet die Deutschen mit den beiden Engländern Andrew Ellis und Jenny Wallwork ein harter Brocken.

Keinen  Setzplatz erhielt das Damendoppel Birgit Michels und Johanna Goliszewski – kein Wunder, ist  es doch neu zusammengestellt. Zuvor bildete die 28-jährige Birgit Michels mit Sandra  Marinello das beste deutsche Gespann bei den Damen, noch immer stehen sie in der Weltrangliste auf Platz 26. Doch im Sommer gab Marinello ihren Rücktritt vom internationalen  Parkett bekannt und nun steht Johanna Goliszewski an der Seite der gebürtigen Kölnerin  Michels. Die Konkurrenz für die beiden ist groß: Favorisiert sind die Weltranglisten-15. Shinta  Mulia Sari und Lei Yao und sowie Vivian Kah Mun Hoo und Khe Wei Woon aus Malaysia, die  hinter den Spielerinnen aus Singapur in Saarbrücken auf Position zwei stehen.

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