Bei allem Respekt: Das Herreneinzel, die wohl meistbeachtete und attraktivste Disziplin im internationalen Badminton, verkommt zu einer eintönigen Veranstaltung. Vier grosse Spieler haben Badminton in den letzten gut 15 Jahren ihren Stempel aufgedrückt und eine spektakuläre Show nach der anderen abgeliefert. Von den "Vier Heiligen Königen" hat sich Peter Gade bereits verabschiedet. Der schwächelnde aber immer noch gern gesehene Taufik Hidayat folgt demnächst und Lin Dan macht seit den Olympischen Spielen Pause. Einzig Lee Chong Wei traut sich noch auf die Bühne - und deklassiert regelmässig die Konkurrenz.
Badminton braucht dringend die Rückkehr von Lin Dan. Die Spiele zwischen dem Weltstar aus China und seinem Herausforderer aus Malaysia sind schon heute legendär und waren an Spannung nicht mehr zu toppen.
Badmintonfans in aller Welt waren mit den vier so unterschiedlichen Spielern hervorragend verwöhnt worden. Jeder konnte sich zumindest mit einem von ihnen identifizieren. Lin Dan, der beste Spieler aller Zeiten. Etwas arrogant, aber absolut spektakulär und cool. In China ein Megastar. Dann Lee Chong Wei. Der bekannteste Sportler in Malaysia. Elegant und unfassbar stark in der Defensive. Man kann so schön mit ihm mitleiden, wenn es mal wieder gegen Lin Dan nicht gereicht hat. Peter Gade, Europas Superstar. Schon mit 20 Jahren eine Legende. Und nicht zuletzt Taufik Hidayat. Fintenreich und abgezockt wie kein Zweiter.
Die "Vier Heiligen Könige" verschwinden so langsam, und Badminton verliert an Spannung and Glamour. Nachfolger der vier Weltstars haben sich bislang nicht aufgedrängt - weder in Asien noch in Europa. Gerade deshalb: Bitte Lin Dan, komm schnell zurück!