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1. Bundesliga

08.04.2008 22:00

FC Langenfeld zieht Berufung zurück

Von: FC Langenfeld / Claudia Pauli / Sven Heise

Michael Fuchs

Muss gegen Beuel ran: Michael Fuchs. (Foto: Sven Heise)

Der FC Langenfeld hat seine Berufung gegen die Umwertung des Playoff-Halbfinales zurückgezogen. Hier die Meldung von DBV-Pressesprecherin Claudia Pauli und die Stellungnahme des FC Langenfeld.

In der Pressemitteilung vom 8.4., 18:11 schreibt Claudia Pauli: "Wie Achim Riedel, Vorsitzender des Verbandsgerichts des Deutschen Badminton-Verbandes e. V. (DBV), am Dienstag bekannt gab, hat Bundesligist FC Langenfeld seine Berufung gegen die Umwertung des Hinspiels im Playoff-Halbfinale gegen den 1. BC Beuel zurückgenommen.

Damit steht fest, dass im Playoff-Finale um die Deutsche Meisterschaft am 03./04.05.2008 der 1. BC Bischmisheim und der 1. BC Beuel aufeinander treffen. Als der nach der Vorrunde besser platzierte Verein hat der 1. BC Beuel die Wahl des Heimrechts. Wie Roland Maywald, 1. Vorsitzender der Bonner, mitteilte, möchte der Verein sein Heimspiel am Sonntag, den 04.05.2008, austragen.    
 
Grund für die Umwertung des Hinspiels vom 22.03.2008 zwischen Langenfeld und Bonn durch Bundesligaspielleiter Bernd Mohaupt von einem 4:4 in ein 0:8 war der Einsatz einer nichtspielberechtigten Spielerin."

Am späteren Abend erreichte uns die Stellungsnahme des FC Langenfeld: "Nach langen und intensiven Beratungen, bei denen auch die Mannschaft hinzugezogen wurde, hat sich der Vorstand des FC Langenfeld dazu entschlossen, die Berufung gegen die Spielumwertung des Play-Off Halbfinals zurückzuziehen. Mitentscheidend war dabei die Meinung der Spieler, die letztlich die Leidtragenden sind, da sie sich sportlich für das Finale qualifiziert hatten.

Der FC Langenfeld zieht mit sofortiger Wirkung die Berufung gegen die Spielumwertung zurück. Die Entscheidung des Spielausschusses wird akzeptiert, so dass man sich nicht weiter auf juristischem Wege um die auf sportlichem Wege erreichte Finalteilnahme um die Deutsche Meisterschaft bemüht. Ausschlaggebend waren letztlich die Meinung der Mannschaft und der Faktor Zeit. Da so ein Fall mit größter Sorgsamkeit vom Verbandsgericht bearbeitet werden muss, ist mit einem schnellen Urteil kaum zu rechnen. Der von Friedwart Riedel, dem Vorsitzenden des DBV-Verbandsgerichts, genannte 20. April als frühester Entscheidungszeitpunkt ist nur bei optimalem Verfahrensverlauf einzuhalten. Der FC Langenfeld möchte dies den beteiligten Vereinen nicht zumuten, da gerade ein Endspiel um die Deutsche Meisterschaft einen entsprechenden Vorlauf für Planung und Organisation erfordert. Last but not least ist auch die Rolle der Medien zu beachten. So berichtet der Saarländische Rundfunk regelmäßig im TV über die Heimspiele des 1. BC Bischmisheim. Im Finale würde der Saarländische Rundfunk zusätzlich auch vom Auswärtsspiel berichten. Dafür ist es jedoch notwendig, dass die Termine und Spielorte rechtzeitig bekannt sind. Dies wäre durch das laufende Verfahren jedoch nicht möglich.

Nach wie vor wird in der Öffentlichkeit gefragt, wie es überhaupt dazu kommen konnte, dass der FC Langenfeld eine möglicherweise nicht spielberechtigte Spielerin aufgestellt hat. Aufgrund von Veröffentlichungen und Absprachen im Vorfeld war man davon ausgegangen, dass Fabienne für das parallel stattfindende Sechs-Nationen-Turnier nicht mehr offiziell nominiert gewesen ist. Aus den Statuten geht nicht hervor, was mit offizieller Nominierung gemeint ist, so dass Spielraum für unterschiedliche Interpretationen vorhanden ist. Die herrschende Meinung dazu, wie sie z.T. in Meinungsforen kundgetan wird (einmal nominiert = immer nominiert), steht im klaren Gegensatz zum Verständnis von Sprachwissenschaftlern (mit einer Absage erlischt eine Nominierung). Diese Unklarheit, aber auch die moralische Verpflichtung, sich für die Spielerinnen und Spieler einzusetzen, führte dazu, dass FC Langenfeld Einspruch gegen die Spielumwertung eingelegt hatte.

Unabhängig davon räumt der FC Langenfeld Nachlässigkeit im Vorfeld des Play-Off Halbfinals ein. Der Einsatz von Fabienne war ursprünglich nicht geplant, so dass man sich im Vorfeld auch nicht mit den Regularien auseinandergesetzt hatte. Dennoch war vor Spielbeginn noch ausreichend Zeit vorhanden, in der man sich zumindest mit der Frage hätte beschäftigen müssen, ob ein Einsatz von Fabienne möglicherweise zu Schwierigkeiten führen könnte. Dies hat man leider versäumt. Denn wäre man dann über einen Einsatz unsicher oder gar im Zweifel gewesen, hätte man von einem Einsatz mit Sicherheit abgesehen.

Durch die Rücknahme der Berufung bleibt die Frage nach dem Verständnis über eine offizielle Nominierung ungeklärt, die durch das Verbandsgericht hätte geklärt werden sollen. Die Jugendspielordnung ist in diesem Punkt nicht eindeutig, ebenso wenig die Bundesligaspielordnung. Aus Sicht des FC Langenfeld besteht dort Nachbesserungsbedarf.

Außerdem ist es dem FC Langenfeld wichtig darauf hinzuweisen, dass dieser Fall keinen Einfluss auf die Beziehung zwischen dem FCL und dem Deutschen Badminton Verband (DBV) hat. Es handelt sich hierbei um einen Streitfall, der auf bestehenden Regelungen und Ordnungen basiert, es ist keine „persönliche“ Auseinandersetzung. Aus Sicht des FC Langenfeld hat sich nichts an der guten Beziehung zum DBV verändert.

Abschließend bedauert der FC Langenfeld natürlich, dass es in den beiden vergangenen Wochen zu Verzögerungen in Bezug auf das Finale gekommen ist."

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