International 29.12.2015

"Konzept nicht mehr optimal"

Der Konzertsaal des Kopenhagener Falconercentret [Foto: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Als das Copenhagen Masters Anfang der 90er Jahre zum ersten Mal ausgetragen wurde, galt das Turnier als Revolution im internationalen Badmintonsport. Auf nur einem Feld wurde in nur drei Disziplinen (Herreneinzel, Dameneinzel und Herrendoppel) den Zuschauern eine spektakuläre Show geboten. Das Einladungsturnier hatte (medial) eine größere Bedeutung als die Denmark Open.
Als die beiden Superstars Peter Gade & Camilla Martin Anfang der Jahrtausendwende zigmal das Turnier gewannen, schafften sie es damit sogar auf die Titelseiten der größten Tageszeitungen in Dänemark. Davon ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Im Jahr 2011 gab es mit Ratchanok Intanon zuletzt einen Sieger, der nicht aus Dänemark kommt. Das klingt für dänische Ohren zwar erstmal gut, aber der Grund der totalen rot-weißen Dominanz sind die schwachen Gegner. Der Lack ist ab. Das muss mittlerweile auch der Ausrichter Badminton Danmark erkennen.

"Ich dachte schon im letzten Jahr, dass das Turnier stark an Niveau verloren hat. In diesem Jahr war es wohl wieder etwas besser, aber ich denke, dass es nicht gut genug ist. Die Zuschauer bezahlen Geld und wollen tolle Spiele sehen", sagte Verbandspräsident Rene Toft gegenüber dem Fernsehsender TV3.




Die Qualität ist nicht mehr ausreichend. Ich würde mir wünschen, wenn man am Konzept etwas ändert. Die Idee des Copenhagen Masters finde ich noch immer interessant. Das Turnier hat eine große Tradition. Aber man kann ein paar Dinge anders machen.
Viktor Axelsen

"Wir müssen uns Gedanken machen, ob das Konzept noch das richtige ist. Ich kann mir unter anderem vorstellen, ein Länderspiel gegen eine starke Badminton-Nation aus Asien auszutragen", brachte Toft eine neue Idee ins Spiel.

Auch Viktor Axelsen äußerte sich skeptisch, was die Zukunft des Copenhagen Masters angeht.

"Wenn ich ehrlich bin, finde ich nicht, dass die Qualität ausreichend ist. Ich würde mir wünschen, wenn man am Konzept etwas ändert. Die Idee des Copenhagen Masters finde ich noch immer interessant. Das Turnier hat eine große Tradition. Aber man kann ein paar Dinge anders machen."

Ein weiterer Grund, warum die (nicht-dänischen) Topstars das Turnier seit einigen Jahren meiden, ist das niedrige Preisgeld. Im Jahr 1995 betrug das Preisgeld noch 50.000 Dollar. Heute, 20 Jahre später, nur noch 30.000 Dollar. Und es wird mittlerweile auf fünf Disziplinen - anstelle von drei - aufgeteilt. Zudem findet zur gleichen Zeit die Purple League in Malaysia statt, wo wesentlich mehr Geld zu verdienen ist.

Das Copenhagen Masters findet seit 1993 statt. Erste Sieger waren Thomas Stuer-Lauridsen und Camilla Martin. Bis 2004 wurde das Turnier im Circusbygningen in der Innenstadt ausgetragen, seit 2005 im Falconercentret in Frederiksberg.

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