International 18.03.2016

Swiss Open: Zwiebler bekämpft in Basel seine Negativerlebnisse

Marc Zwiebler in der Basler St. Jakobshalle bei den diesjährigen Swiss Open [Foto/LIVE: Sven Heise]
Von Daniela Frahm
Die Veranstalter der Swiss Open müssen zwar auf Superstar Lee Chong Wei aus Malaysia verzichten, haben aber dennoch ein qualitativ hochwertiges Teilnehmerfeld zu bieten, zu dem auch der deutsche Rekordmeister Marc Zwiebler gehört.
Beinahe wäre sein Name allerdings auch auf der Ausfallliste gelandet. Da das Basler Turnier nach den German Open und den All England Open bereits das dritte innerhalb von drei Wochen ist, "sind viele müde und angeschlagen", sagt Zwiebler.

Das gilt auch für den 32-Jährigen, der zudem eine große Enttäuschung verkraften musste. Vergangene Woche in Birmingham war er nur einen Punkt vom Halbfinale bei den prestigeträchtigen All England Open entfernt. Gegen den Dänen Hans-Kristian Vittinghus (18. der Welt) vergab er einen Matchball und verlor in der Verlängerung 20:22. "Nach so einem Highlight ist es schwierig, sich wieder zu konzentrieren", sagt Zwiebler.

Trotzdem entschied er sich - im Gegensatz zu seinem dänischen Kontrahenten - für Basel, obwohl er an die Halle keine guten Erinnerungen hat. "Ich hatte hier ausschließlich Negativerlebnisse, deswegen bin ich in den vergangenen Jahren gar nicht mehr gekommen." In diesem Jahr ist das anders. In den ersten beiden Runden siegte der Bonner jeweils in zwei Sätzen, zunächst gegen den Schweizer Joel König und dann gegen den Finnen Kasper Lehikoinen (21:16, 21:18). Jetzt will der Linkshänder gegen den früheren Weltranglisten-Dritten Kenichi Tago aus Japan ins Viertelfinale einziehen (das klappte gut, denn Zwiebler gewann in drei Sätzen). Ein Ziel hat er sich für das Turnier nicht gesetzt, weil er eigentlich nur gekommen ist, um "nicht zu Hause den Kopf in den Sand zu stecken und mich mit den Kollegen und Trainern abzulenken". Möglicherweise bringt ihn diese Lockerheit in Basel sogar richtig weit.




Hinzu kommt, dass das Turnier im Männereinzel diesmal nicht so stark besetzt ist. Während bei den Frauen gleich vier aus den Top-Zehn nicht nur gemeldet haben, sondern auch angereist sind, fehlen bei den Männern ein paar prominente Namen. Da viele deutsche Badminton-Fans nach Basel kommen, können sich die Ausrichter zumindest darüber freuen, dass auch der zweitbeste Deutsche noch im Turnier ist. Dieter Domke wäre wohl in Runde zwei auf Lee Chong Wei getroffen und damit so gut wie sicher ausgeschieden. So hatte es der 29-Jährige nach seinem deutlichen Auftaktsieg gegen den Schweizer Kyrill Schaffluetzl mit dem dänischen Meister Rasmus Fladberg zu tun, den er in drei Sätzen besiegte.

Für OK-Präsident Christian Wackernagel sind die rund 50 Absagen einerseits ärgerlich, bescheren aber den Europäern bessere Chancen gegen die übermächtigen Asiaten. Er freute sich auch, dass sich dadurch mehr Schweizer "mal auf diesem Niveau messen konnten". Die Menge an Rückzugsmeldungen sei aber nicht erklärbar. "Einige brauchen wohl keine Punkte mehr für Olympia", sagt Wackernagel. Marc Zwiebler sammelt hingegen noch Punkte im "Race to Rio". Er wird bei den Olympischen Spielen dabei sein, braucht aber eine möglichst gute Position für die Auslosung. Die ersten 16 werden gesetzt, und derzeit wird der Bonner auf 14 geführt. Basel bringt ihm aber nur viele Punkte, wenn er mindestens das Halbfinale erreicht - oder am Sonntag den Titel gewinnt.

Der Artikel erschien im Original in der Printausgabe der Badischen Zeitung (Ausgabe vom 18. März 2016). Wir veröffentlichen ihn mit freundlicher Genehmigung. Hier geht es zum Original-Text.
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