Stars 16.11.2018

Lin Dan: Seine große Zeit ist vorbei

Lin Dan [Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Auch mit seinen 35 Jahren ist Lin Dan weiterhin auf der internationalen Badminton-Bühne präsent. Doch seine Zeit ist vorbei. Das glaubt der ehemalige dänische Nationaltrainer Steen Pedersen.
"Lin Dan ist ohne Frage der erfolgreichste chinesische Herreneinzelspieler aller Zeiten. Erstaunlich ist, dass er noch immer dabei bist. Normalerweise spielen Einzelspieler aus China nicht über einen so langen Zeitraum. Lin Dan hat den Trend geändert. Wahrscheinlich, weil jetzt viel mehr Geld im Badminton zu verdienen ist", spricht Pedersen, der für die BWF als TV-Kommentator von allen großen Turnieren berichtet.

"Ich wundere mich, warum er noch Turnier um Turnier spielt. Er ist weit von seinem ursprünglichen Top-Level entfernt. Ich denke, dass er keine großen Turniere mehr gewinnen kann. Vielleicht schafft er noch die ein oder andere Überraschung", sagt Pedersen gegenüber der malaysischen Tageszeitung "TheStar".

"Lin Dan spielen zu sehen macht keinen Spaß mehr"

"Ich habe gesehen, als er bei den YONEX Japan Open gegen Momota deutlich unterlag. Das hat keinen Spaß mehr gemacht. Ich will Lin Dan gerne anders in Erinnerung behalten. Bei Lee Chong Wei ist das etwas anders. Er kann immer noch High-Level-Badminton spielen."

"Lin Dan hat seinen Speed verloren und sollte Taufik Hidayat und Peter Gade in den Ruhestand folgen", denkt Pedersen, der von 2001 bis 2008 Chef-Trainer in Dänemark war.

"Diese vier Legenden (Anm. d. Red: Lin Dan, Peter Gade, Lee Chong Wei und Taufik Hidayat) werden als die prägendsten Figuren dieser Ära in Erinnerung bleiben. Wir dürfen aber auch nicht Bao Chunlai und Lee Hyun-il ganz vergessen."

Auf die Frage, ob die Rivalität von mehreren Spielern demnächst wieder eine Ära prägen wird, hat der Däne eine klare Antwort:

"Nein, das sehe ich so nicht. Momota hat die Chance, den Sport zu dominieren. Chen Long ist zu unbeständig. Und Viktor Axelsen hat im Moment gegen Momota keine Chance. Er ist weit weg. Für eine Rivalität müssen die Spiele ausgeglichen und eng sein. Das ist im Moment nicht der Fall."