International 16.09.2020

Asiaten erzwingen WM-Absage

Asiaten erzwingen WM-Absage
Viktor Axelsen [Foto: BadmintonPhoto]
Von JENS KRAGH IVERSEN
Die asiatischen Verbände, allen voran Indonesien und Korea, zwingen den Badminton-Weltverband (BWF) zur Absage der Thomas & Uber-Cup-Finalrunde.
Eine Badminton-Großveranstaltung nach der anderen in dänischen Hallen war für den Oktober vorgesehen, doch daraus wird nichts.

Die Mannschafts-Weltmeisterschaften, der Thomas Cup und der Uber Cup, hätten vom 3. bis zum 11. Oktober in Aarhus ausgetragen werden sollen, doch die beiden Entscheidungen sind auf 2021 verschoben worden, haben die Veranstalter in einer Pressemitteilung erklärt.

Die großen Badminton-Nationen Indonesien, Südkorea, Thailand und Taiwan haben alle ihre Teilnahme abgesagt und den internationalen Badminton-Verband (BWF) zu diesem Schritt gezwungen.

"Wir hatten die Hoffnung, dass der Zeitpunkt gekommen wäre, dass Dänemark zum ersten Mal die Weltmeisterschaften für männliche und weibliche Nationalmannschaften austragen kann. Wir hatten alles vorbereitet, damit die Veranstaltung gemäß den Richtlinien in einem gesundheitlich sicheren Rahmen stattfinden kann, aber leider hat sich die Corona-Situation national und international in eine Richtung entwickelt, wo die Spieler nicht nach Dänemark reisen wollen oder können", sagt Bo Jensen, Geschäftsführer des dänischen Verbandes Badminton Danmark.

Gleichzeitig ist auch das Denmark Masters Ende Oktober in Odense abgesagt worden. Das Denmark Masters sind das World-Tour-Turnier, das der dänische Verband wegen der abgesagten YONEX French Open übernommen hat.

Badminton Danmark hofft aber weiterhin, das für Mitte Oktober geplante World-Tour-Turnier Denmark Open in Odense durchführen zu können.

"Es ist wichtig für den Sport, für die Fans und für die Spieler, dass die Räder wie in anderen Sportarten auch wieder in Bewegung gebracht werden", meint Bo Jensen.

Dies sieht der eigene Nationaltrainer allerdings anders.

"Es wäre naiv zu glauben, dass die Denmark Open nicht in Gefahr sind", sagt Kenneth Jonassen, der sich aber in erster Linie ärgert, dass der Thomas Cup und der Uber Cup verschoben worden sind: "Wir haben sechs Monate lang auf dieses große Ziel hingearbeitet, und deswegen ist es superärgerlich, dass es jetzt nicht stattfinden wird. Ich mache mir auch Sorgen, dass die Entscheidungen auf 2021 verschoben werden, wo wir ohnehin einen proppenvollen Terminkalender haben. Das ist für mich nicht die richtige Lösung."

Der Nationaltrainer hatte sich für eine Durchführung ausgesprochen.

"Die Meisterschaft hätte mit den Nationen ausgetragen werden müssen, die sich für ein Kommen entschieden hatten, auch wenn einige Topnationen ferngeblieben wären", meint Jonassen.

Die dänischen Männer gewannen 2016 zum ersten Mal überhaupt den Thomas Cup, der alle zwei Jahre stattfindet, während die dänischen Frauen noch nie den Uber Cup für sich entscheiden konnten.