International 2023.07.03

European Games: Bronze für Deutschland

European Games: Bronze für Deutschland
Jubel bei Linda Efler und Isabel Lohau [Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Claudia Pauli
Das Damendoppel Isabel Lohau/Linda Efler gewinnt in Polen die Bronzemedaille.
Das Damendoppel Linda Efler/Isabel Lohau (beide 1. BC Saarbrücken-Bischmisheim) hat bei den European Games 2023 die Bronzemedaille gewonnen.

Einen Tag nach ihrem „Marathon-Match“ über 89 Minuten im Viertelfinale gegen die Däninnen Maiken Fruergaard/Sara Thygesen mussten sich die aktuellen Vizeeuropameisterinnen im Halbfinale am vergangenen Freitag Debora Jille/Cheryl Seinen mit 14:21, 21:19, 17:21 geschlagen geben. Dabei boten Linda Efler/Isabel Lohau auch in dem 80-minütigen Aufeinandertreffen mit den Niederländerinnen eine starke kämpferische Leistung.

„Glückwunsch an unser Damendoppel nach einem erneuten ‚Marathon-Match‘! Leider wurde im Gegensatz zu gestern die taktische Linie weniger konsequent umgesetzt, insbesondere in der Aufschlagsituation. Das ist sehr ärgerlich, weil die Chance aufs Finale absolut gegeben war. Heute sitzt der Frust über das verlorene Halbfinale tief, morgen auf dem Podest wird die Medaille gefeiert“, analysierte Detlef Poste, der Chef-Bundestrainer im Deutschen Badminton- Verband (DBV), die Partie.

Linda Efler und Isabel Lohau holten in diesem Jahr jeweils zum ersten Mal bei den Europaspielen Edelmetall. Cheryl Seinen hingegen gewann 2019 in Minsk/Belarus mit ihrer damaligen Doppelpartnerin Selena Piek die Goldmedaille.

Mark Lamsfuß/Isabel Lohau unterliegen im Viertelfinale

Dem Gemischten Doppel Mark Lamsfuß/Isabel Lohau (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken- Bischmisheim) war es derweil nicht vergönnt, aus Tarnów eine Medaille mit nach Hause zu nehmen: Für die amtierenden Europameister erwiesen sich im Viertelfinale die Dänen Mathias Christiansen/Alexandra Bøje beim 14:21, 13:21 als zu stark.

Die Weltranglistenneunten, die bei den mit 850.000,- US-Dollar dotierten KFF Singapore Open 2023 (6. bis 11. Juni in Singapur/Singapur) den Titel geholt hatten, verbuchten damit im insgesamt fünften Vergleich mit den WM-Dritten von 2022 aus Deutschland den dritten Sieg.

„Dafür, dass wir vorher nicht wussten, ob ich überhaupt bei den European Games würde spielen können, ist das ein ziemlich gutes Ergebnis. Ich konnte drei Wochen gar nicht trainieren – nicht einmal auf dem Rad sitzen und fahren. Unser Physiotherapeut Stefan Kalteis und auch alle Ärzte und Physiotherapeuten zuhause haben einen super Job gemacht. Dafür bin ich allen sehr dankbar“, meinte Mark Lamsfuß nach seinem letzten Match bei den diesjährigen European Games. Der 29-Jährige musste nach den TOYOTA GAZOO RACING Thailand Open 2023 (30. Mai bis 4. Juni in Bangkok/Thailand) aufgrund einer Knieverletzung eine mehrwöchige Wettkampf- und Trainingspause einlegen und konnte erst in Tarnów wieder ins Turniergeschehen einsteigen.

2019 waren Mark Lamsfuß/Isabel Lohau ebenfalls bei den Europaspielen bis ins Viertelfinale gekommen. Seinerzeit unterlagen sie in der Partie um Edelmetall den späteren Turniersiegern Marcus Ellis/Lauren Smith (Großbritannien).

Zielsetzungen in den Einzeldisziplinen nicht erreicht

In den Einzeldisziplinen waren am Freitag keine Badmintonasse aus Deutschland mehr im Turnier vertreten.

„Im Herreneinzel und im Dameneinzel sind wir mit dem Abschneiden nicht zufrieden, unsere Zielsetzungen haben wir nicht erreicht. Bei Yvonne hatten wir mindestens das Viertelfinale anvisiert, bei Kai das Erreichen der K.-o.-Phase. In den Gruppenspielen haben beide jeweils zwei gute Matches gezeigt, in den entscheidenden Spielen – Yvonne gegen die aus Indonesien stammende Keisha Fatimah Az Zahra (Aserbaidschan) und Kai gegen Jan Louda (Tschechische Republik) – aber zu verkrampft agiert. Die mentale Stabilität unter Stress müssen wir aus meiner Sicht verbessern“, zog Chef-Bundestrainer Detlef Poste ein Fazit.


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