International 2021.08.02

Greysia Polii holt neun Jahre nach Disqualifikation Gold

Greysia Polii holt neun Jahre nach Disqualifikation Gold
[Foto/LIVE: BadmintonPhoto]
Von Bernd-Volker Brahms
Neun Jahre nach ihrer Disqualifikation bei den Olympischen Spielen in London hat die 32-jährige Indonesierin Greysia Polii heute in Tokio zusammen mit ihrer zehn Jahre jüngeren Partnerin Apriyani Rahayu den Damendppelwettbewerb gewonnen.
Die Südostasiatinnen besiegten im Endspiel die favorisierten Chinesinnen Chen Qing Chen und Jia Yi Fan mit 21:19, 21:15. Bronze ging an die Koreanerinnen Kim Soyeong und Kong Heeyong, die ihre Landsfrauen Lee Sohee und Shin Seungchan mit 21:10, 21:17 besiegten.

"Die Olympischen Spiele in London haben mir das Herz gebrochen. Viele Freunde und auch die Familie hat mich ermuntert, weiterzumachen", sagte Greysia Polii nach dem Finale. Sie war mehrfach so weit gewesen, den Sport aufzugeben. Als der Siegpunkt mittels des "Hawk-Eyes" feststand, sank sie auf die Knie und fing an zu weinen. Zuletzt musste vor neun Monaten einen persönlichen Schicksalsschlag verkraften. Einen Tag nach ihrer Hochzeit verstarb ihr Bruder, der für sie Vaterersatz gewesen war. Ihr eigener Vater war gestorben, als sie zwei Jahre alt war. Ihr Bruder und ihre Mutter hatten sie bei ihrer Badminton-Karriere im unterstützt.

In London 2012 wurden vier Damendoppel-Paarungen disqualifiziert, zwei aus Südkorea und je eine aus China und Indonesien. Sie wollten in den Gruppenspielen nicht gewinnen, um sich eine bessere Ausgangssituation für die K. O.-Runde zu verschaffen.

Für das badmintonverrückte Indonesien ist es das erste Gold im Damendoppel bei Olympischen Spielen, in allen vier anderen Disziplinen haben sie schon Olympiasieger gestellt.

Greysia Polii wollte nach den Olympischen Spielen 2016 aufhören, wo sie mit ihrer damaligen Partnerin Nitya Kristhinda Maheswari das Viertelfinale erreichte. Ihre Partnerin konnte verletzungsbedingt die Karriere nicht fortsetzen. Sie nahm sich der damals erst 18-jährigen Apriyani Rahayu an, mit der sie jetzt Gold geholt hat. Bereits in den Gruppenspielen hat sie die topgestzten Japnerinnen Yuki Fukushima und Sayaka Hirota bezwungen. Die junge Indonesierin war es nun im Endspiel in Tokio, die die entscheidenden Punkte machte.

"Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal soweit komme", sagte die 23-Jährige. "Ich möchte Gott und meiner Partnerin danken."





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