International 12.07.2020

An Lin Dan kommt keiner ran

An Lin Dan kommt keiner ran
Kenneth Jonassen [Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Der größte Badmintonspieler aller Zeiten hat in der vergangenen Woche seine Karriere beendet. Es gibt keinen Spieler, der es mit Lin Dan aufnehmen könne, sagt der dänische Nationaltrainer Kenneth Jonassen.
"Lin Dan ist unbestritten der größte Spieler, den die Badmintonwelt je gesehen hat. Er war über viele Jahre an der Spitze und hat zahlreiche große Titel gewonnen. Ich kann in der Badminton-Historie keinen Spieler sehen, der größer ist als Lin Dan", erklärt der ehemalige Weltklassespieler Kenneth Jonassen gegenüber der Tageszeitung "B.T.".

"Es gab ein paar Spieler, die ebenfalls einige große Turniere gewinnen konnten, aber Lin Dan hat dem Badmintonsport etwas Außergewöhnliches gegeben. Zudem war er kommerziell sehr erfolgreich und hat große Sponsoren in den Sport gebracht."

Der 36-jährige Lin Dan gewann unter anderem zwei Olympische Goldmedaillen und fünf WM-Titel. Zudem stand er zweimal im WM-Endspiel.

Beeindruckende mentale Stärke als Siegbringer

Kenneth Jonassen ist am meisten davon beeindruckt, wie Lin Dan es geschafft hat, die wichtigsten Titel zu holen.

"Lee Chong Wei hat auch viele Turniere gewonnen, aber er hat die großen Meisterschaften nicht geholt. Lin Dan hat sie gewonnen, weil sein Spielstil in den wichtigen Spielen, wenn Nervosität und Druck ins Spiel kommen, am besten funktioniert hat. Es sagt etwas über seine unglaubliche mentale Stärke aus", spricht Jonassen.

Der aktuelle dänische Nationaltrainer traf seiner aktiven Zeit in acht Spielen auf Lin Dan - und alle Spiele endeten mit einem chinesischen Triumph.

Adaption par excellence

Kenneth Jonassen hat sowohl vom Feld als auch später von der Seitenlinie aus beobachtet, wie Lin Dan es im Laufe seiner Karriere geschafft hat, seinen Spielstil sich seiner veränderten körperlichen Verfassung anzupassen.

"Am Anfang seiner Karriere war er ein verdammt junger Typ, ein Spielertyp, den wir noch nie gesehen hatten. Er spielte in einem wahnsinnig hohen Tempo und war sehr aggressiv auf dem Court. Er hatte seine eigene Technik und es war sehr schwierig herauszufinden, was er auf seiner eigenen Seite des Netzes tat, weil er so blitzschnell war."

"Während seiner Karriere entwickelte er sein Spiel, um seine eigenen Fähigkeiten an die Entwicklung des Spiels anzupassen. 2012 traf er den Federball ganz anders als noch zehn Jahre zuvor. Auf diese Weise hat er sich langlebig gemacht", sagt Kenneth Jonassen.