International 2021.05.12

Olympiaqualifikation endet abrupt

Olympiaqualifikation endet abrupt
Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich [Foto: BadmintonPhoto]
Von Bernd-Volker Brahms
Der Badminton-Weltverband BWF hat am heutigen Mittwoch die Singapore Open aus dem Turnierplan gestrichen - und damit automatisch die Olympiaqualifikation abrupt beendet. Das mit 320.000 US-Dollar dotierte Turnier sollte vom 1.-6. Juni das letzte Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele sein.
Aufgrund der Corona-Pandemie hatte die BWF in den vergangenen Wochen auch schon die India Open und die Malaysia Open abgesagt. Die Veranstalter hätten alles versucht, um das Turnier in Singapur noch auszurichten, heißt es von der BWF. Am Ende stehe aber die Gesundheit aller Beteiligten im Vordergrund. Von daher sei die Absage am Ende zwangsläufig gewesen.

Die gesamte Weltspitze hatte sich für Singapur angemeldet, für einige Akteure ging es noch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele. Unter anderem versuchte noch die Inderin Saina Newal (31), die bei den Olympischen Spielen 2012 Bronze gewonnen hatte, sich zu qualifizieren. Auch das chinesische Team wollte nach 15 Monaten Abstinenz wieder ins Turniergeschehen einsteigen.

Mit der Absage des Turniers in Singapur stehen nunmehr die Teilnehmer für die Olympischen Spiele in Tokio fest. Für den Deutschen Badminton-Verband (DBV) sind qualifiziert im Herreneinzel Kai Schäfer (Dortelweil), im Dameneinzel Yvonne Li (Lüdinghausen), im Herrendoppel Mark Lamsfuß und Marvin Seidel (Wipperfeld/Bischmisheim) sowie im Mixed Mark Lamsfuß und Isabel Herttrich (Wipperfeld/Bischmisheim). Ein Damendoppel wird nicht dabei sein. In Rio de Janeiro war der DBV noch in allen fünf Disziplinen vertreten.

Die ein Jahr dauernde Olympia-Qualifikation war im März 2020 aufgrund der Corona-Pandemie nach einem Dreivierteljahr unterbrochen worden. Der Weltverband setzte die Qualifikation im März 2021 fort. Allerdings brachten zahlreiche Turnierabsagen, Coronafälle und auch Quarantänevorschriften die Agenda völlig durcheinander und bescherten jetzt das abrupte Ende.

Nach Ansicht von DBV-Sportdirektor Martin Kranitz wurden dadurch insbesondere asiatische Spieler benachteiligt, weil allein schon die Europameisterschaften als Qualifkationsturnier stattfanden, die Asienmeisterschaften aber ausfielen. Zuletzt war noch etwas wackelig, ob das deutsche Mixed Lamsfuß/Herttrich sich qualifiziert. Ein russisches, ein dänisches oder ein englisches Duo hätte ihnen noch die Qualifikation zunichte machen können. Das hat sich mit der Turnierabsage von Singapur nun erledigt. Auch die Qualifkation von Kai Schäfer war durch das interne Duell mit dem dreifachen deutschen Meister Max Weißkirchen (Lüdinghausen) zuletzt immer enger geworden. Hätte es noch mehr Qualiturniere gegeben, hätte er Schäfer noch abfangen können. In der regulären Weltrangliste ist Weißkirchen längst enteilt.





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