International 24.08.2019

WM-Kolumne: Ein Badminton-Traum wird wahr

WM-Kolumne: Ein Badminton-Traum wird wahr
Anders Antonsen [Foto/LIVE: BadmintonPhoto]
Von Sven Heise
Seit Monaten fieberten die Badmintonfans dem Topereignis entgegen, nun ist der Traum wahrgeworden - die Weltklasse ist zu Gast bei der TOTAL BWF Badminton-WM und Para-WM in Basel und zeigt fantastische Spiele, wie man sie in dieser Intensität kaum bisher gesehen hat.
Die mit mehreren tausend Zuschauern besetzten Tribünen der St. Jakobshalle bieten einen unvergesslichen Anblick und diese grandiose Stimmung hätte man den sonst nicht so leicht zu begeisternden Schweizern und Deutschen unter den Fans kaum zugetraut. Bereits um 11 Uhr am Freitag waren fast alle Plätze belegt - das gibt es auch nicht bei jeder WM.

Auch wenn ich schon bei vielen Badminton-Events dabei war, ist es für mich immer noch beeindruckend, wenn ich als Fotograf in der Mitte der Halle sitze und die Anfeuerung der Zuschauer höre und spüre, bevor ich mich nur auf das Spiel konzentriere.

Standing Ovations gab es unter anderem für Du Yue & Li Yin Hui aus China und ihre Gegnerinnen Misaki Matsutomo & Ayaka Takahashi, die 126 Minuten benötigten, bis die Chinesinnen mit 23:25, 21:18, 25:23 gewannen. Aber ganz besonders freuten sich die Fans über den großartigen Anders Antonsen, der den zweifachen Weltmeister Chen Long 22:20, 21:10 besiegte. Antonsen ist nun der letzte im Wettbewerb verbliebene Europäer und trifft im Halbfinale auf den jungen Thailänder Kantaphon Wangcharoen, der sich überraschend gegen Tien Chen Chou durchsetzte. Selten hat man Chou am Ende des Spiels so müde gesehen.

Bei der Para-WM hat das deutsche Team nun bereits zwei Medaillen sicher. Valeska Knoblauch und Young-Chin "Yoshi" Mi rollten mit einem Zweisatzerfolg ins Halbfinale. Katrin Seibert und Jan-Niklas Pott zogen am späten Abend bei den Fußgängern nach. Valeska und Yoshi haben im Einzel heute ebenfalls noch die Chance, in die Vorschlussrunde einzuziehen.

Die Idee, beide Wettbewerbe in einer Halle auszutragen, ist ein Riesenerfolg. Ich habe mit vielen Zuschauern gesprochen, die sich auch die Para-Wettbewerbe angeschaut haben, und alle sind restlos begeistert von den sportlichen Leistung dieser besonderen Athleten.

Der Samstag wird vermutlich ebenso wunderbar wie der Freitag und wahrscheinlich auch genauso lang. Die zehn Halbfinalspiele in der großen Halle werden einzeln nacheinander ausgetragen und wenn die Weltklasse sich ebenso unermüdlich wie in den bisherigen Tagen bekämpft, dürfte das letzte Spiel erst nach 22 Uhr enden.

Viel Spaß in Basel!