Kolumne 05.09.2019

Muskelfaserriss: Behandlung mit Reizstrom hat sich bewährt

Muskelfaserriss: Behandlung mit Reizstrom hat sich bewährt
Wikimedia.org / Christian Schaarschmidt
Von Redaktion
Der Muskelfaserriss zählt zu den häufigsten Sportverletzungen beim Badminton. Für eine vollständige Heilung braucht es meistens mehrere Wochen. Ein bewährtes Therapiemittel ist hier mittlerweile der Reizstrom, mit dem einer zu starken Rückbildung der Muskeln entgegen gewirkt werden kann.
Badminton ist ein extrem schneller Sport, bei dem Muskeln und auch Gelenke stark beansprucht werden. Entsteht beim Training oder während des Spiels ein Muskelfaserriss, ist schnelle Hilfe bei den betroffenen Spielern gefragt. Durch eine gezielte Erste-Hilfe kann verhindert werden, dass die Folgen der Verletzung ein noch größeres Ausmaß annehmen. Daher ist der erste Schritt immer die PECH-Regel. Der betroffene Muskel wird also ruhig gestellt und mit Eis sowie Compression behandelt. Außerdem sollte das Gelenk immer hoch gelegt werden, um die Bildung einer zu starken Schwellung zu vermeiden. Durch das Hochlagern des Gelenks wird die Durchblutung minimiert. Damit können mögliche Blutergüsse, die durch den Muskelfaserriss entstehen, minimiert werden.

Die richtige Erste-Hilfe ist für Badminton-Spieler entscheidend. Durch sie kann bei einem Muskelfaserriss die Behandlung um Tage, teilweise sogar um Wochen minimiert werden. Die Spieler sind dann also schneller wieder einsatzbereit. Trotzdem dauert es gut vier bis sechs Wochen, bis ein Muskelfaserriss vollständig verheilt ist und eine volle sportliche Betätigung wieder möglich ist.

Reizstromtherapie ab dem fünften Tag

In den ersten Tagen nach der Verletzung zielt die Therapie in erster Linie darauf ab, die Auswirkungen des Risses einzudämmen und die Genesung insgesamt zu beschleunigen. Ab dem fünften Tag können dann weitere Therapieschritte umgesetzt werden. Neben der Lymphdrainage wird dann auch mit der Reizstrom-Therapie begonnen. Durch den Reizstrom soll der Heilungsprozess stimuliert werden. Außerdem hat der Reizstrom positive Auswirkungen auf die Therapiedauer und kann diese beachtlich eindämmen.

Für die Reizstromtherapie werden spezielle Reizstromgeräte verwendet. Nach Einweisung können die Sportler diese selbst handhaben und flexibel nach dem vorgesehenen Zeitplan anwenden. Die Wirkung des Reizstroms ist heute wissenschaftlich anerkannt. Ein großer Vorteil dieser Therapie ist, dass sie absolut schmerzfrei ist. Bei Muskelfaserrissen kommen sowohl Reizstromgeräte zum Einsatz, die nach der TENS Methode arbeiten als auch solche, bei denen die EMS-Methode zum Einsatz kommt.

EMS-Methode bei Profis bewährt

Bei Profis wird vor allem mit der EMS Methode gearbeitet. Diese hat sich in den vergangenen Jahren bewährt, weil sie ein gezieltes Muskeltraining mit den Reizstromgeräten zulässt. So werden die Muskeln hier deutlich stärker beansprucht. Durch die ausgeprägten Impulse hat sie sich als Reha-Anwendung bewährt. Die Elektroden werden direkt auf den betroffenen Muskel gelegt. Hierfür werden bei dem Reizstromgerät spezielle Elektropads eingesetzt.

Durch die Reize werden die Nervenbahnen und Muskelgruppen erregt. Je nach Position des zu behandelnden Muskels kann die Anwendung des Reizstrom mit einem leichten Kribbeln oder auch Vibrieren einhergehen. Wird zum ersten Mal ein Reizstromgerät verwendet, sollten sich Sportler genau einweisen lassen. Grundsätzlich kann die Therapie mit Reizstrom mit weiteren Behandlungen kombiniert werden. Hierzu gehören beispielsweise einzelne Dehnübungen, die unter Anleitung eines Physiotherapeuten umgesetzt werden.