International 2021.07.31

Pusarla Sindhu: „Es war nicht mein Tag“

Pusarla Sindhu: „Es war nicht mein Tag“
Indischer Superstar P.V. Sindhu [Foto/LIVE: BadmintonPhoto]
Von Bernd-Volker Brahms
Die 26-jährige Inderin Pusarla Sindhu musste im Halbfinale ihre Hoffnungen auf eine Goldmedaille begraben.
Bis dahin hatte die aktuelle Weltmeisterin eine souveräne Vorstellung gegeben. In der Vorschlussrunde erwies sich die taiwanesische Weltranglistenerste Tai Tzu Ying allerdings als zu stark. Die Inderin verlor in 40 Minuten mit 18:21, 12:21. „Es war nicht mein Tag“, sagte sie nach der Partie. Aber: „Ich habe bis zuletzt alles gegeben.“

Sindhu hatte 2016 in Rio de Janeiro die Silbermedaille gewonnen, diesmal sollte es Gold werden. In Brasilien hatte die Frau aus Hyderabad gegen die Spanierin Carolina Marin verloren. Marin musste aufgrund einer Verletzung auf das olympische Turnier verzichten. So schien der Weg diesmal für die Inderin frei zu sein.

„Beim Stand von 18:18 im ersten Satz habe ich meine Chance nicht genutzt“, sagte Sindhu. Es habe lange Ballwechsel gegeben. Wenn sie den ersten Satz gewonnen hätte, dann wäre es anders gelaufen, ist sie überzeugt. Sie habe eine große Führung abgegeben. „Aber es ist ein Halbfinale, da kann man keine einfachen Punkte erwarten.“

Pusarla Sindhu hatte seit ihrem WM-Sieg 2019 in Basel nicht mehr überzeugen können und schied oftmals früh aus den Turnieren aus. In Tokio präsentierte sie sich allerdings in guter Form und drang ohne Satzverlust bis in die Vorschlussrunde vor. „Ich denke immer nur von Spiel zu Spiel“, sagte Sindhu. Einen besonderen Druck verspüre sie nicht. Sie verstehe es als ein Kompliment, wenn gesagt werde, dass sie immer zu den großen Events gute Leistungen bringe. Die Inderin hätte in Tokio die erst zweite Goldmedaillengewinnerin ihres Landes werden können – wohlgemerkt über alle Sportarten und Zeiten hinweg gesehen.

In ihrem Heimatland ist die Badmintonspielerin sehr bekannt. Schon nach ihrer Silbermedaille von Rio de Janeiro und dann auch nach dem WM-Triumph 2019 war sie mit Geldgeschenken in Höhe von mehreren Hunderttausend US-Dollar überhäuft worden. Sie taucht regelmäßig in der Forbes-Liste für die weltweit am besten verdienenden Sportlerinnen auf. Mit mehr als 5,5 Millionen US-Dollar jährlich wird die Inderin dort gelistet. Insbesondere durch lukrative Werbeverträge ist dies möglich. Neben Cricket und Hockey gehört Badminton zu den beliebtesten Sportarten in dem riesigen Land. In Tokio war Pusarla Sindhu die ganz große Goldhoffnung.

Im Spiel um die Bronzemedaille tritt die Inderin nun auf die Chinesin He Bing Jiao. Die 24-Jährige hatte im zweiten Halbfinale gegen ihre Landsfrau Chen Yu Fei in einem geradezu ermüdenden Spiel mit 16:21, 21:13, 12:21 nach 80 Minuten verloren. Die beiden ersten Sätze wirkten wie abgesprochen, erst im dritten Satz kam etwas mehr Dynamik und Leidenschaft hinein.





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