National 2021.08.31

DM: Isabel Herttrich zweifache Titelträgerin

DM: Isabel Herttrich zweifache Titelträgerin
[Foto/LIVE: Claudia Pauli]
Von Claudia Pauli
Tokio-Olympiateilnehmer Kai Schäfer (SV Fun-Ball Dortelweil; Setzplatz 2) hat bei den Deutschen Einzelmeisterschaften 2021 im Badminton in Mülheim an der Ruhr (27. bis 29. August 2021) seinen ersten DM-Titel im Erwachsenenbereich gewonnen.
Im Finale am Sonntag (29. August 2021) setzte sich der 28 Jahre alte Spezialist für Herreneinzel mit 5:21, 22:20, 21:16 gegen Fabian Roth (TV Refrath; Setzplatz 3/4) durch, der in der Vorschlussrunde den an Position eins notierten Titelverteidiger Max Weißkirchen (SC Union Lüdinghausen) mit 21:19, 21:8 aus dem Turnier geworfen und damit dessen Hoffnung auf den vierten DM-Triumph in dieser Disziplin in Folge zunichte gemacht hatte. „Müde, aber glücklich“, meinte Kai Schäfer nach dem Endspiel auf die Frage, wie er sich nun fühle. Er fügte hinzu: „Der erste Satz war eine Katastrophe!“ Der Perspektivkaderathlet des Deutschen Badminton-Verbandes (DBV) hatte seine Halbfinalpartie gegen Nachwuchsass Matthias Kicklitz (Blau-Weiss Wittorf; Setzplatz 5/8) mit 21:13, 21:19 für sich entschieden.

„Im Training habe ich gegen Fabi immer gewonnen. Schade, dass ich heute verloren habe. Aber es ist okay“, meinte Max Weißkirchen nach seiner Niederlage in der Runde der besten vier Herren. „Im nächsten Jahr hole ich mir den Titel zurück“, ergänzte er mit einem Schmunzeln. Der 24-Jährige war bei den Deutschen Einzelmeisterschaften in zwei Disziplinen am Start und hatte kurz vorher bereits im Mixed – an der Seite von Lara Käpplein (1. BC Beuel) – eine Halbfinalpartie bestritten. In drei Sätzen (11:21, 21:15, 13:21) unterlag das an Position 3/4 notierte Duo darin am Sonntagvormittag den späteren Titelträgern.

Dameneinzel

Im Dameneinzel verbuchte die topgesetzte Titelverteidigerin Yvonne Li (SC Union Lüdinghausen) ihren dritten DM-Sieg nacheinander. Für ihren 21:17, 21:14-Erfolg im Endspiel über die erst 18 Jahre alte Thuc Phuong Nguyen (1. BC Wipperfeld; Setzplatz 3/4) musste die Olympiateilnehmerin von 2021 allerdings hart arbeiten. „Sie hat es mir sehr schwer gemacht. Sie hat sehr gute Schläge und ich bin zunächst nicht in meinen Rhythmus gekommen“, so Yvonne Li selbstkritisch.

Während die 23-Jährige ihre Halbfinalbegegnung mit der ungesetzten Mareike Bittner (TV Hofheim) binnen 27 Minuten mit 21:12, 21:14 für sich entschied, stand Thuc Phuong Nguyen in der Vorschlussrunde gerade einmal fünf Minuten auf dem Spielfeld: Ihre Gegnerin, Ann-Kathrin Spöri (TV Refrath; Setzplatz 2), musste aus gesundheitlichen Gründen beim Stand von 1:7 aus ihrer Sicht aufgeben. Thuc Phuong Nguyen erreichte in diesem Jahr zum ersten Mal bei den nationalen Titelkämpfen in der Altersklasse O19 ein Endspiel.

Herrendoppel

Im Herrendoppel verbuchte die an Nummer eins gesetzte Paarung Jones Jansen/Jan Colin Völker (1. BC Wipperfeld/TV Refrath) ebenso souverän – d. h., ohne Satzverlust – den Turniersieg. Im Finale behielt das Duo mit 21:13, 21:11 gegenüber Felix Hammes/Christopher Klauer (1. BC Beuel/TV Refrath; Setzplatz 3/4) die Oberhand, eine Runde zuvor hatten Jones Jansen/Jan Colin Völker das ungesetzte Nachwuchsdoppel Malik Bourakkadi/Kian-Yu Oei (beide TV Refrath) mit 21:13, 21:14 besiegt. Felix Hammes/Christopher Klauer, die in diesem Jahr erstmalig bei den Deutschen Einzelmeisterschaften in einem Endspiel standen, triumphierten in der Runde der besten vier Herrenduos mit 21:15, 21:9 gegenüber Marvin Datko/Alexander Strehse (1. BC Saarbrücken- Bischmisheim/TSV Trittau; Setzplatz 5/8). Jan Colin Völker ging als Titelverteidiger an den Start: 2020 hatte er mit Bjarne Geiss DM-Gold gewonnen, der sich aktuell in einer Rehabilitationsphase befindet.

Damendoppel

Auch Linda Efler/Isabel Herttrich (SC Union Lüdinghausen/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim; Setzplatz 1) sicherten sich ohne Satzverlust den DM-Sieg. Das Endspiel entschieden die Weltranglisten-31. mit 21:11, 21:13 gegen Annabella Jäger/Stine Küspert (TSV Neuhausen- Nymphenburg/1. BC Saarbrücken Bischmisheim; Setzplatz 2) für sich. Linda Efler/Isabel Herttrich hatten bereits 2019 gemeinsam bei den Deutschen Einzelmeisterschaften triumphiert. 2020, als Isabel Herttrich krankheitsbedingt bei der Veranstaltung fehlte, setzte sich Linda Efler mit Yvonne Li gegen die gesamte Konkurrenz durch.

In der Vorschlussrunde des diesjährigen Turniers gewannen die Top-Favoritinnen mit 21:16, 21:17 gegen Annika Horbach/Brid Stepper (Rot-Weiss Walldorf/1. BC Beuel; Setzplatz 3/4), während Annabella Jäger/Stine Küspert mit 21:13, 21:15 gegen Leona Michalski/Franziska Volkmann (TV Refrath/1. BC Saarbrücken Bischmisheim; Setzplatz 3/4) siegten. Annabella Jäger und Stine Küspert bestritten 2021 jeweils zum ersten Mal in ihrer Karriere bei den nationalen Titelkämpfen im Erwachsenenbereich ein Finale.

Mixed

Im Mixed ging der Turniersieg wie erwartet an die Olympiateilnehmer von Tokio, Mark Lamsfuß/Isabel Herttrich (1. BC Wipperfeld/1. BC Saarbrücken-Bischmisheim). Als Nummer eins der Setzliste entschieden sie das Endspiel gegen Jones Jansen/Linda Efler (1. BC Wipperfeld/SC Union Lüdinghausen; Setzplatz 2) mit 21:15, 21:14 für sich und durften damit ihren zweiten gemeinsamen Titelgewinn bei den Deutschen Einzelmeisterschaften nach 2016 bejubeln. In der Runde zuvor hatten die Weltranglisten-14. – wie erwähnt – Max Weißkirchen/Lara Käpplein aus dem Turnier geworfen. Jones Jansen/Linda Efler siegten in der Vorschlussrunde mit 21:14, 21:13 gegen Jonathan Persson/Emma Moszczynski (beide TSV Trittau; Setzplatz 5/8).

Isabel Herttrich holte damit zum ersten Mal in ihrer Laufbahn bei derselben Veranstaltung zwei DM- Titel O19. Gleichzeitig gelang nur ihr bei den Titelkämpfen in Mülheim an der Ruhr ein Zweifach-Triumph.

„Markus-Keck-Gedächtnispokal“ an Fabian Roth

Fabian Roth durfte sich vor Beginn der Finalspiele über eine Ehrung von besonderer Bedeutung freuen: DBV-Präsident Thomas Born und Bernd Mohaupt, der Referatsleiter Spielbetrieb O19 im DBV, überreichten dem 25-Jährigen den „Markus-Keck- Gedächtnispokal“. Diese Trophäe wurde im Jahr 1997 von der Familie des viel zu früh verstorbenen, 20-maligen deutschen Nationalspielers Markus Keck für zehn Jahre gestiftet. Danach beschloss der DBV, die Ehrung fortzuführen. Mit dem Pokal zeichnen die Verantwortlichen stets eine*n hervorragende*n Athlet*in aus, der*die nicht allein in sportlicher Hinsicht überzeugt, sondern auch in Bezug auf ihre*seine Persönlichkeit.

Wie Thomas Born in seiner Laudatio zum Ausdruck brachte, sei Fabian Roth ein großes Vorbild – u. a., weil er sich als „absoluter Teamplayer“ erweise, enorm fleißig im Training sei und in den vergangenen Jahren, als er von Verletzungspech gebeutelt war, einen „unbändigen Willen zum Comeback“ bewiesen habe. Der „Markus-Keck-Gedächtnispokal“ wird traditionell im Rahmen der Deutschen Meisterschaften O19 verliehen.





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