Stars 2021.10.16

Camilla Martin: Hasskommentare zerstören die Menschen

Camilla Martin: Hasskommentare zerstören die Menschen
Camilla Martin [Foto/Archiv: BadmintonPhoto]
Von Redaktion
Die frühere Badminton-Weltmeisterin Camilla Martin beklagt Beleidigungen, Morddrohungen und persönliche Hetze in den sozialen Netzwerken.
Für viele Sportler ist es bereits alltäglich geworden, wenn sie sich in den sozialen Medien einloggen und die vielen hasserfüllten Kommentare lesen, die an sie gerichtet sind.

Und der harsche Ton trifft einige von ihnen so sehr, dass sie dem Druck nicht mehr standhalten können. Eine Entwicklung, die jetzt gestoppt werden muss. Zumindest wenn es nach der ehemaligen Badminton-Weltmeisterin Camilla Martin geht.

„Wenn die Athleten einen Fehler machen, dann lachen sie oder werden in den sozialen Medien gleich beschimpft. Das gehört sich einfach nicht“, sagt die 47-jährige der dänischen Tageszeitung B.T. und fügt hinzu:

"Es ist völlig verrückt geworden mit diesen hässlichen Kommentaren und dem harten Ton. Wir dürfen nicht vergessen, dass hinter diesen Sportlern sensible und verletzliche Menschen stehen."

In ihrer Rolle als TV-Moderatorin beim Sender TV2 ist sie es längst gewohnt, dass ihr selbst jede Woche persönliche Kommentare zugeschickt werden.

"Ich wurde schon alle möglichen Dinge genannt. Nach vielen Jahren komme ich allmählich damit klar und kann sagen, es betrifft mich nicht. Aber wenn die Leute schreiben 'Du dickes Tier', 'Ich weiß, wo du wohnst' oder 'Deine Mutter ist hässlich', dann tut es weh, so etwas zu lesen“, erklärt sie und fährt fort:

„So etwas ist nicht einmal Kritik. Es ist einfach scheiße. Und in diesen Ton sollten wir nicht kommunizieren."

Die beliebte TV-Moderatorin erlebt, dass einige der Sportlerinnen, mit denen sie spricht, den harten Angriffen, die auf sie beispielsweise auf Facebook, Twitter und Instagram gerichtet sind, nicht gewachsen sind.

„Es ist wichtig, dass wir es in Worte fassen, denn diese Kommentare zerstören die Menschen. Die Sportler wissen als Erstes, wenn sie nicht gut genug performt haben. Sie sind nicht der Mülleimer in den sozialen Medien."

Der richtige Ton zählt

Camilla Martin betont allerdings auch, dass es bei dem Aufruf nicht darum gehe, nicht zu kritisieren, wenn etwas nicht gut genug ist.

Denn auch dafür muss Platz sein. Es muss nur in einem richtigen Ton stattfinden.

„Es geht nicht darum, dass wir unsere Ansichten nicht äußern dürfen, aber es geht nicht darum, dass wir persönlich und perfide werden. Man muss sich einfach korrekt und anständig verhalten“, sagt sie.

Doch um an den Punkt zu kommen, an dem das gute Benehmen in den sozialen Medien mehr Platz einnimmt als in den letzten Jahren, muss eine Lösung für das Problem gefunden werden.

Eine Lösung, die Camilla Martin selbst nicht hat, aber gerne hätte:

„Das ist wahnsinnig schwierig, denn obwohl wir viele Werbespots und Kampagnen sehen, um die bösartigen Kommentare zu vermeiden, passiert trotzdem, was nicht passieren sollte. Es tut mir weh zu sagen, aber irgendwie werden sich die Sportler wohl damit abfinden müssen."

Sie hat jedoch einen Vorschlag:

»Facebook, Twitter, Instagram und die anderen sozialen Medien müssen ihre Plattformen besser auf Hass-Kommentare überprüfen. Es kann auch nur in ihrem Interesse sein, bessere Umgangsformen zu sehen“, schließt sie.





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