International 2023.11.12

Totgesagte leben länger: Kento Momota gewinnt Korea Masters

Totgesagte leben länger: Kento Momota gewinnt Korea Masters
Kento Momota [Foto/LIVE: BadmintonPhoto]
Von Bernd-Volker Brahms
Der 29-jährige Japaner Kento Momota hat am Sonntag völlig überraschend das mit 210.000 US-Dollar dotierte Korea Masters gewonnen.
Der ungesetzte zweifache Weltmeister, der mittlerweile auf Rang 52 der Weltrangliste abgerutscht ist, hatte zwei Jahre lang kein Turnier mehr gewonnen. Immer wieder war über das Karriereende des Ausnahmespielers spekuliert worden.

In Gwangju besiegte Kento Momota seinen Landsmann Koki Watanabe nach 51 Minuten mit 21:16, 21:15. In der zweiten Runde hatte der Japaner auch den 30-jährigen, zweifachen deutschen Meister Kai Schäfer (Fun-Ball Dortelweil) mit 21:17, 21.16 besiegt.

Momota hat in diesem Jahr bereits acht Mal in der ersten Runde eines Turniers verloren. Bei den Korea Open im Juli kam er in Runde zwei und bei den YONEX German Open im März erreichte er mit dem Halbfinale seine beste Leistung in 2023. Von daher kam der Erfolg nun in Korea völlig überraschend. Zuletzt hatte der Japaner im November 2021 ein Turnier gewonnen und zwar das Indonesia Masters.

Bis zum Januar 2020 war Momota der unangefochtene Branchenprimus im Herreneinzel. Gerade hatte der Japaner in Malaysia im Finale den Dänen Viktor Axelsen souverän bezwungen, als er auf dem Weg zum Flughafen in einen schweren Autounfall verwickelt war. Sein Fahrer starb bei dem Crash, Momota erlitt vor allem Gesichtsverletzungen und musste am Auge operiert werden. Danach konnte Momota nie wieder an seine grandiose Form von vor dem Unfall anschließen. Eine Schmach waren vor allem die Olympischen Spiele 2021 im heimischen Tokio. Als Nummer eins der Setzliste schied er dort sang und klanglos aus.

In der Weltrangliste ist Kento Momota mittlerweile nur noch der achtbeste japanische Einzelspieler. Auch mit seinem Erfolg jetzt in Korea scheint es höchst unwahrscheinlich zu sein, dass er sich noch für die Olympischen Spiele in Paris im kommenden Jahr qualifizieren kann. Dafür müssten jetzt noch diverse weitere Erfolge kommen, um noch unter die Top 16 der "Race to Paris"-Rangliste zu kommen. Voraussetzung wäre, dass er zu den zwei besten Japanern der Rangliste gehört.

Im laufenden Jahr war es dem ehemaligen deutschen Meister Fabian Roth (TV Refrath) im Juli in Kanada gelungen, Kento Momota in der ersten Runde mit 21:17, 21:16 zu bezwingen. Manch einer fragte sich, warum sich der Japaner nach so vielen Erstrundenniederlagen überhaupt das Weiterspielen noch zumutet. Nun hat er es allen bewiesen, dass er einen größeren Turniersieg doch noch drauf hat.


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