International 2025.08.30

Badminton-WM: Halbfinal-Aus von An Se Young wirft Fragen auf

Badminton-WM: Halbfinal-Aus von An Se Young wirft Fragen auf
[Foto/LIVE: BadmintonPhoto]
Von Bernd-Volker Brahms
Das war nicht die An Se Young, die man kennt. Die 23-jährige Olympiasiegerin und Weltmeisterin aus Korea ist heute in Paris im WM-Halbfinale nach einer speziellen Leistung ausgeschieden.
Die Weltranglisten-Erste war weit davon entfernt, ihr kraftvolles Spiel aufzuziehen und die Gegnerin „totlaufen“ zu lassen.

Am Ende verlor die haushohe Turnierfavoritin nach 58 Minuten mit 15:21, 17:21 gegen die ehemalige chinesische Olympiasiegerin Chen Yu Fei. Nicht die Tatsache, dass die Chinesin gewonnen hatte, sondern das "Wie" wirft Fragen auf. An Se Young spielte den Ball immer wieder ins hintere Mittelfeld der Chinesin und packte nur höchst selten ihren effektiven Smash aus.

„Ich war physisch fit“, sagte An Se Young nach dem Spiel. Sie habe aber einen zu großen Druck gespürt. Sie sei mit einem ungute Gefühl in die Partie gegangen. Allerdings gilt die Koreanerin als durchaus nervenstark und vor allem kämpferisch. Doch von dem war in ihrer Halbfinalpartie nur wenig zu spüren.

Probleme mit dem rechten Knie, wie sie es noch vor einem Jahr an gleicher Stelle bei den Olympischen Spielen hatte, sind es zumindest nicht gewesen. Bei der WM in Paris spielte sie völlig ohne Bandage, wie man es vorher bei ihr lange nicht mehr gesehen hatte.

Ungewöhnlich auch: An Se Young führte 6:3 im zweiten Satz als die Chinesin beim Rückwärtslaufen mit dem rechten Fuß umknickte. Im großen Videowürfel an der Decke konnten die 5265 offiziellen Zuschauer das Missgeschick gleich dreimal ansehen und dabei ein schmerzverzehrtes Gesicht bekommen. Nach kurzer Behandlung der Chinesin ging es weiter – und die 27-Jährige humpelte noch etwas, machte aber die nächsten Punkte und kam zum 7:7-Gleichstand. Danach schien sich An Se Young, die in diesem Jahr bereits sechs Turniere – u.a. die YONEX All England – gewinnen konnte, ihrem Schicksal zu ergeben. Chen Yu Fei baute einen Vorsprung aus und kam über 16:13, 17:14, 18:15 bei 20:15 zu fünf Matchbällen. Den zweiten verwandelte sie zum Sieg.

Die Chinesin, die 2021 in Tokio olympisches Gold gewann, kann nun erstmals auch Weltmeisterin werden. Sie trifft auf die zweifache japanische Weltmeisterin Akane Yamaguchi (28), die in ihrer Halbfinalpartie die 23-jährige indonesische Gegnerin Putri Kusuma Wardani mit 21:17, 14:21, 21:6 besiegte.



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